Sonntag, 1. April 2018

Was mich derzeit beschäftigt

Eigentlich Zeit zu schlafen. Aber meine Lust auf Unvernunft lässt mich das Licht wieder anmachen und es zieht mich an den PC, um zu schreiben.

Was beschäftigt mich zur Zeit?

Die konstituierende Vorstandssitzung des Landesverbandes Psychiatrieerfahrener Baden-Württemberg ist bestimmt dabei. Werde ich jetzt Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender werden? Welche Lösung ist für den Landesverband das Beste? Bernhard oder ich? Ich kann mit beiden Ämtern leben. Es ist aber ein komisches Gefühl in die Sitzung zu gehen, ohne zu wissen was ich will, die Entscheidung den anderen zu überlassen. Nächsten Sonntag werde ich mehr wissen.

Und dann ist ja da noch der EX-IN-Kurs. Werde ich es schaffen meine Rolle als EX-IN-Trainer dort zu finden? Sehen wo ich Stärken habe und meine Schwächen, auch im Vergleich zu Christel und Klaus, annehmen können. Werde ich diesbezüglich wieder freudiger werden?

Weiter beschäftigen mich eigentlich immer mehr oder weniger Glaubensfragen. Sei es die Unsicherheit, wie ich zur Bibel stehe, ob ich ein Christ bin und wie ich die Zeugen Jehovas einzuschätzen habe. Einerseits imponiert mir der Gedanke, die Bibel als Wort Gottes zu sehen und den Inhalt wörtlich als Richtschnur für mein Leben zu nehmen. Andererseits finde ich die spirituellen Sichtweisen von Steffi, Eberhard und Matthias logischer und auch vernünftiger. Nämlich sich nicht von den engen Sichtweisen und Regeln der Bibel einengen zu lassen, sondern das Göttliche weiter zu sehen - über den Religionen, die Religionen vereinend und mir meinen Glauben nach meinen Wünschen und Vorstellungen selbst zu gestalten. Ist Jesus wirklich Gottes Sohn, ist er wirklich von den Toten auferstanden und wartet wirklich das Paradies oder die Hölle auf uns? Ist das nicht alles Kinderglaube und heutzutage sind modernere Modelle von Spiritualität notwendig? Werde ich darauf jemals eine sichere Antwort finden? Ich glaube an die Existenz Gottes, an eine überirdische Macht mit einem eigenen Willen, der unergründlich für uns ist. Das ist einerseits schon viel, aber andererseits bleiben damit immer noch so viele Rätsel.

Dazwischen gibt es immer wieder Zeiten, in denen ich über Karin und mich nachdenke. Über meine Ehe, aber auch über meine anderen Beziehungen zu Menschen.

Und dann, ganz meinen Ego entsprechend, beschäftige ich mich mit mir selbst. Warum verhalte ich mich so und nicht so? Wie kann ich mich weiter entwickeln? Wie kann ich mich von meinen Abwärtsspiralen und meinem Grübeln befreien? Wie kann ich wieder zu mehr Freude finden? Bin immer auf der Suche nach Frieden, Gelassenheit und innerer Ruhe.  Versuche meinen großen Ansprüchen an mich selbst gerecht zu werden. Wie war das früher in der Schule? Nicht lernen und trotzdem gute Arbeiten schreiben wollen. Große Worte machen und manchmal an ganz banalen Hürden scheitern. Und schon wieder ertappe ich mich dabei, wie ich mich selbst schlecht mache. Das ist ein absoluter Automatismus bei mir. Ressourcenorientierung lehren und selbst defizitär denken. Ich muss noch viel lernen.

Ich sollte an meinen Glaubenssätzen arbeiten. Von "ich genüge nicht" hin zu "ich bin gut so"; von "ich muss besser werden" zu "ich bin genau richtig". Tief in mir drin, mag ich mich und finde mich ok so wie ich bin. Aber im Alltag wird das überdeckt, gerät in Vergessenheit und dann leide ich an meinen Selbstzweifeln und meinem negativen Denken. Ist da noch Veränderung möglich?

Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Er gebe mir den Mut und die Kraft, die Dinge zu ändern, die zu ändern sind.
Und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Und bei all den Gedanken will ich nicht vergessen sehr dankbar zu sein. Nämlich, dass ich alles habe, was der Mensch zum leben braucht und körperlich gesund bin.

In diesem Sinne
Euer Rainer


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