Samstag, 25. April 2020

Sei positiv

Bemühe dich mal, du alter Nörgler
Sprichst von Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl
Von Stärken und Fähigkeiten 
Von Optimusmus und Zuversicht
Glaube, Hoffnung, Liebe
Ressourcenorientierung
Von Dankbarkeit und Demut! 

Lebst eines der bestmöglichen Leben
Und pflegst deine Luxusprobleme

Schenk den Menschen ein Lächeln 
Ein liebes Wort
Eine gute Tat
Überall kannst du Spuren der Liebe hinterlassen

Pflege deine Freundschaft mit Jesus
Deine Verbundenheit mit Gott
Nicht nur um das eigene Wohlergehen zu steigern
Sondern auch um für andere da sein zu können
Bete nicht für dich, sondern für die Anderen. 

Das wollte ich dir schon lange mal sagen
Sei nicht verzagt und gekränkt 
Du bist gut so wie du bist
Aber denke daran
Du hast noch ein Stück Weg vor dir
Das gut gegangen werden will. 

Ich glaube an dich! 



Bitterkeit statt Zuversicht am Sonntagmorgen

Sonngagmorgenstimmung die 89.

Die Sonne zeichnet Rechtecke auf die Wand gegenüber 
Die Wohnzimmeruhr tickt meditativ "tick-tack, tick-tack, tick-tack" 
Verborgene Freude atmet in meiner Brust
Langsam fließt mein Atem "ein-aus, ein-aus, ein-aus" 
Nur in einer Bewusstseinsecke stört das schlechte Gewissen 
Die unerledigte Arbeit, die drängt?
Wie so oft fressen die Meerschweinchen nur am Rande meiner Wahrnehmung
Nicht mein Ding
Mein Blick wandert durchs Zimmer
Ein behagliches, gemütliches Reich wurde mir eingerichtet
Sanft schleicht die Zeit an mir vorbei

Verlockend am süßen Nichtstun gekostet
Müßiggang, sinnieren, sein lassen 
Und jetzt? 
Nach 6 Wochen baut sich wieder eine Normalität auf
Die ich nicht mehr wollte
Eine andere, aber sehr ähnliche als zuvor

Ich wehre mich noch

Will nicht wieder Sklave meiner Termine und Aufgaben sein
Niemand zwingt mich
Selbstgewähltes Korsett 
Vermutlich notwendig für meine unreife Seele
Die das Außen braucht
Die Pflicht
Die Anerkennung 
Die geschäftliche Begegnung 

Ich wehre mich - noch

Eigentlich angekommen in einem perfekten Leben
Was treibt mich noch an? 
Die Ideale begraben unter dem angenehmen Alltag
Routiniert Sinnvolles tun - auch eine Lösung
Mit fast 60 komme ich in die letzte Runde
Noch nicht auf der Zielgeraden - aber immerhin
Bemühungen werden fragwürdig 
Wohin? Mit wem? 
Immer geradeaus? 

Der Meister der großen Worte lässt grüßen 





Mittwoch, 22. April 2020

Meine "Corona-Partizipations-Mail" vom 18.4.20

Die folgende Mail habe ich am 18.4.20 losgeschickt und daraufhin 29 Rückmeldungen (Stand 22.10.20) erhalten, deren Ton und Inhalt mir sehr gut getan und mir neue Kraft und neuen Mut für meine Arbeit gegeben haben, wobei ich nach wie vor dem gegenüber sensibel bleiben will, wie sinnvoll ich mein Leben gestalte, ungeachtet meines Arbeitserfolgs. Vereinzelt wurde ich aufgrund dieser Mail auch von Profis angerufen. 

Hier die Mail:

Liebe Leute, 

vor Corona waren wir vom LVPEBW-Vorstand gefragte Menschen. Wir hatten Probleme, die vielen Gremien zu denen wir eingeladen waren überhaupt zu besetzen. Wir waren dabei und brachten uns so gut wir konnten konstruktiv ein und hatten durchaus meines Erachtens die eine oder andere gute Idee, die das Ganze voran brachte. 

Dann, mit den Corona-Beschränkungen wurde schlagartig alles anders. Alle Gremien und Veranstaltungen wurden abgesagt und wir waren ab sofort draußen. 

Die Profis hatten alle Hände damit zu tun, die Hilfen und ihre Einrichtungen zu sichern und eine neue Verordnung oder Maßnahme nach der anderen landete bei mir im Posteingang. Nur 2 Verbände kamen auf die Idee, uns zu Telefonkonferenzen einzuladen. In 4 Wochen gab es für mich nur diese beiden Telefonkonferenzen mit Profis während diese intern vermutlich von der einen zur nächsten virtuellen Konferenz hetzten. 

Mir stellte sich die Frage, werden wir überhaupt noch gebraucht. Wo war auf einmal Mitsprache, Mitwirkung, Partizipation? 

Nicht falsch verstehen. Ich möchte keine Schuld verteilen. Man kann ja sagen, ihr hättet euch eben melden müssen. Aktiv eingreifen. Vorschläge machen. 

Wie man sieht haben wir das (bis jetzt) aus  unterschiedlichen Gründen nicht getan. 

Wir haben den Rettungs-Ring geschaffen. Gut. Sind wir auch stolz drauf. Aber der hat nur indirekt eine politische Dimension. Das ist ein konkretes Hilfsangebot. Aber im engeren Sinne spielten wir politisch ab sofort keine Rolle mehr. 

Dies führten für mich zu weiteren persönlichen Fragen, ja zu einer Motivations- und Sinnkrise, in der ich mich inzwischen befinde. Aber da Krisen eine gute Chance sind, sich und sein Leben zu ändern, ist das ja nicht einmal etwas Schlechtes. Nur soviel dazu. Mal sehen.... 

Wie soll es also weitergehen mit euch bzw. Ihnen und dem LVPEBW? Kommen wir wieder in den Austausch? Können wir überhaupt noch was beitragen, frage ich zugleich mich, euch und Sie? 

Mit Corona verändert sich zumindest vorübergehend auch die Psychiatrie. Mir stellt sich die Frage, wie soll sich der LVPEBW verändern und wie verändert sich Ihre und eure Haltung und Ihr und euer Verhalten uns gegenüber. Wie soll unsere Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? 

Wenn ich dazu einen Austausch anregen kann, wäre das vielleicht ein erster Schritt zum Finden einer Lösung von der wir alle etwas haben könnten. 

Es grüßt freundlich und herzlich 
Rainer Höflacher 


Samstag, 18. April 2020

Verändert Corona nachhaltig?

Die Welt hat sich verändert
Meine Welt hat sich verändert 

Reale Treffen mit Kollegen gibt es nicht mehr
Arbeitsgruppen, Veranstaltungen, Seminare, Gremien - Fehlanzeige 
Auch kein EX-IN 

Nach anfänglichem "jetzt erst recht" 
Kam die Lähmung
Rückzug ins Private

Alte Muster brechen auf:
Keine Kraft rauszugehen
Zeit totschlagen
Sofa, Bett, fernsehen

Wiedermal werden Pläne für ein anderes Leben geschmiedet 
Wiedermal große Worte gemacht

Bloß wieder Beschäftigungstherapie? 

Wie stark und aktiv bleiben? 

Nicht falsch verstehen:
Meine Stimmung ist gar nicht so schlecht
Ok, echte Freude ist selten im Alltagsgrau
Aber ich bin ruhig, ausgeglichen und nicht verzweifelt 
Eine neue, andere Form der Zufriedenheit 
Auch dank Karin 

Interessiertes Schnuppern am süßen Nichtstun
Der Tag vergeht auch mit Banalem
Der Tag vergeht auch ohne Pflichten
Der Weg frei für den Gang ins Innere, zu mir selbst? 

Wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung in Strukturen bringen? 
Wie organisieren in Zeiten von Corona? 
Außer private Telefonkonferenzen

Lösungen finden, die im Einklang mit meinem Wesen sind

Ich bin kein einsamer Forscher wie Eberhard
Oder interessierter Surfer wie Bernhard
Ich lerne eher aus dem Produzieren heraus
Neue Gedanken aus dem eigenen Selbst heraus entwickeln 
Immer auch mit dem Blick auf das Weitertragen

Eigentlich bleibt nur das fragile, unberechenbare, unkonventionelle, bei mir in der Menge und zeitlich begrenzte Schreiben 

Bin ich nur im Ruhemodus oder doch am Wendepunkt? 












Mittwoch, 15. April 2020

Lieben

Was bewegen mich doch kleine Dinge
Ein falsches Wort, und dann Ärger. 
Alleinsein, und dann schwere Not. 
Mißerfolg, und dann Verzweiflung. 
Keine Aufgabe, und dann Überdruß. 

Wer seine Liebe verliert, ist der Sinnlosigkeit ausgeliefert und verliert das Leben. 
Wer seine Liebe verliert, wird stumpf und leer. 

Wach mit dem Wunsch zu lieben auf
Und schlafe mit ihm ein. 
Dann gewinnt die Welt
Und sicher auch du






Mittwoch, 25. März 2020

Bisher der schlechteste Coronatag

Hier bin ich wieder.

Heute ist bisher mein schlechtester Coronatag. 

Bisher nur rumgehängt. Lustlos Mails gecheckt und im Bett gelegen.

Mal versucht tief in mich hineinzuhören und auf einmal auf meine Angst gestoßen. Aber nur kurz den Deckel angehoben und konnte ihn gleich wieder schließen. Bin aber schon geschockt, wieviel mögliche Angst dort unten ruht. Inzwischen lebe ich wieder an der Oberfläche und verdränge wieder. Es bringt ja nichts, die Angst bewusst zu schüren, wenn man schon mal die Neigung Corona auf die leichte Schulter zu nehmen. 

Allerdings ist mir auch klar geworden, dass Karin mit ihren Vorerkrankungen in Gefahr ist und eine Ansteckung bei ihr eher zum Tode führen kann. Da mache ich mir schon Gedanken und Sorgen. 

Die Lunge ist ja bei mir eine Schwachstelle. Erkältungen führen bei mir öfters zur Bonchitis und dann dauert es lange, bis meine Lunge nicht mehr rasselt. Aber trotzdem mache ich mir wegen mir keinen großen Kopf. Auch hier die Haltung "wird schon gut gehen". 

Bin froh, dass ich jetzt ein bisschen schreibe und das Gefühl habe etwas zu tun. 

Einerseits habe ich keine Lust etwas zu arbeiten, aber es gibt auch nichts was dringend ansteht. Die Sache mit dem Konferenzangebot Rettungs-Ring hat sich zum Großteil auch für mich erledigt. Ich habe den Eindruck, die wollen was die Planung angeht ihr Ding alleine mache und mich nur als Moderator zur Verfügung zu stellen, habe ich im Moment keine großen Motivation - wie mit allem anderen auch. 

Selbst zum Telefonieren habe ich keine Lust. 

Was ließe sich jetzt noch schreiben? Und wenn ich es recht betrachte, habe ich bisher auch nur gejammert. 

Seid ich mit dem Zeldox wieder auf 80-0-80 bin und keinen Arbeitsstress mehr habe, bin ich wieder total geerdet. Meine Stimmen interessieren mich nicht mehr und der Kontakt mit Gott ist fast auf Null. Das ist das alles beherrschende Thema Corona, einwenig Psychiatriearbeit und sonst kein Interesse an was anderem - zumindest heute. 

So - jetzt reicht es. Genug geklagt am 25.3.2020.



Sonntag, 22. März 2020

Ach, ich lass jetzt das Schreiben

Wieder finde ich zu meinem Blog zurück.

Die Stunden vergehen ohne großes Erlebnis. Erstaunlich, dass ich bei guter Stimmung bin. Das ist viel auch Karin zu verdanken. Da ein paar Sätze, dort eine kurze Begegnung und die Einsamkeit hat keine Chance. 

Karin ist gerade bei ihrer Mutter. 

Ach, ich lass jetzt das Schreiben, ziehe mich an und gehe zu Fuß zu Frieda - inklusive meines Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer.

Bis bald, lieber Leser. Verzeih' mir. 

Samstag, 21. März 2020

Statt Modul

Die Welt ist eine andere geworden. Unfassbar, unwirklich, unbeschreiblich. Die neuen Regeln und die neue Realität kommen bis jetzt nur durch die Medien in mein Bewusstsein. Ich halte mich an die Vorschriften und bleibe zu Hause. So bemerke ich außer den leeren Klopapierregalen und den Abstandszeichen an den Supermarktkassen nichts von der neuen Welt. Nur eine selbst mir auffallende Schwere liegt auf dem Rewe-Parkplatz.

Wann werde ich wieder am Leben teilnehmen? Müssen die Anderen arbeiten oder dürfen sie? Ich bleibe zu Hause, um Karin zu schützen, ich darf zu Hause bleiben, weil mein Chef es mir erlaubt hat. Mir wird klar, dass mich im Büro gerade kein Mensch braucht. Das Modul am heutigen Wochenende ist abgesagt und vermutlich wird auch das nächste im April nicht stattfinden. Ich werde jede Menge Minusstunden sammeln und wer weiß, ob bzw. wann ich sie ausgleichen kann.

Die Zeit zu Hause vergeht noch erstaunlich schnell. Ab und zu kommt ein kleines Zwischentief und dann liege ich schon abends im Bett, checke Mails, lese mit meinem neuen Kindle, schreibe mit dem Smartphone und schon ist es an der Zeit das Licht auszumachen. Der nächste Tag steht vor der Tür.

Wird es uns endlich gelingen mal rauszugehen und einen Spaziergang zu machen? Wir sind beide Stubenhocker. Sitzen am liebsten auf dem Sofa. Karin liest, schläft, schaut Fernsehen, schreibt WhatsApp. Ich hänge die meiste Zeit am Smartphone, schaue abends Amazon Prime oder Netflix, telefoniere jetzt wieder mehr, arbeite einwenig. Und so vergeht Tag um Tag - jetzt sogar mit staatlicher Empfehlung.

Wie wird es in einer Woche sein? Wie in einem Monat? Wie in einem Jahr? 

Werden wir ein hartes Leben führen müssen? Nicht mehr vom Staat umsorgt und wohl behütet? Wird das Recht des Stärkeren gelten? Wird es noch genug Arbeit geben? Was kann man wo noch einkaufen? Strom, Wasser, Nahrung? Die Gedanken verirren sich in apokalyptische Vorstellungen. 

Genug. 

Lasst uns Tag für Tag leben. Gute Stimmung bewahren, Rücksicht nehmen, Sinnvolles tun, wenn möglich. 

Was nütze es dem Menschen, 
wenn er die ganze Welt gewönne
Und nehme doch Schaden an seiner Seele. 

Nur meine Seele retten, 
das ist es, was ich such. 
Wenn Sünder Welten hätten, 
was nützten sie im Fluch. 

Diese beiden Sprüche hingen bei meiner Großmutter im Wohnzimmer und haben mich schon als Kind fasziniert, obwohl ich kaum deren Sinn verstand. 

Sie fallen mir gerade ein, warum auch immer. 

Gute Nacht! 
Passt auf euch auf! 
Und bleibt gesund angesichts der Seuche. 






Mittwoch, 4. März 2020

Streben, Sein, Risiko, Sicherheit, Verantwortung

Ich stehe gerade vor einer wichtigen Entscheidung und habe alle Argumente auf 2 Fragen reduzieren können:

1. Streben oder Sein?
2. Risiko oder Sicherheit?

Wie stehst du zu diesen beiden Fragen, die sich ja auf einem Kontinuum bewegen? Wieviel Prozent Streben würdest du dir geben? Und wieviel Prozent Risikobereitschaft, wobei ich kein finanzielles Risiko meine, sondern ein gesundheitliches und die Konsequenzen, die damit verbunden sind. 

Von den Finanzen und der Liebe abgesehen, bin ich ein 70%iger Risikotyp und ein 85%iger Streber was meine Arbeit anbelangt.

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Wie würde deine Aussehen? 

Allerdings wird Karin sich nicht darüber freuen, weil ich mir die Frage nach meiner Verantwortung ihr gegenüber nicht gestellt habe.


Fast ein Held

Klar bin ich tapfer, fast ein Held,
Und mach mein Maul auf, wo ich kann,
Kassiere dafür Ruhm und Geld
Und klage an.

Es ist auch wichtig aufzuschrein.
Zu viele wolln nichts hören.
Nur, würd ich mich in jedem Fall
Genauso laut beschweren?

Zum Beispiel Chile, wo ein Satz
Oft schon das Leben kostet.
Wär das Metall in meinem Sang
Nicht längst vor Angst verrostet?

Ob Chile, ob El Salvador,
Bei uns kann's ähnlich werden.
Vielleicht hätt ich dann plötzlich Angst,
Zu jung zu sterben.

Hätt ich zu meines Vaters Zeit
Dasselbe Lied geschrieben?
Manchmal beschleicht mich das Gefühl,
Ich wär sehr stumm geblieben.

Was bleibt, ist, diese kleine Glut
Des Widerstands zu wahren.
Vielleicht muß sie mal Feuer sein
In ein paar Jahren.

Konstantin Wecker vor 40 Jahren

3. Advent

Er saß vor seinem neuen Laptop. Es war kurz vor 7 Uhr und der 3. Advent. Als er eine Excel Tabelle öffnete, meldete ihm die Software, dass s...