Sonntag, 17. Januar 2021

Gefühle allenthalben

Flüchtig, wechselnd, allenthalben
Gerade noch Wärme für dich gespürt
Den Wunsch dir Gutes zu tun
Frühstück zu machen, dir Schönes zu sagen
Dann: Ein Satz der Kritik
Der Beschränkung meiner Autonomie
Und Ärger und Resignation durchfluten mich.

So flüchtig, so wechselnd, allenthalben
Gerade noch gefreut
Mit Tun und Denken wohl beschäftigt
Und dann stürzt die drückende Schwere über mich
Plötzlich liege ich leidend und lustlos auf dem Sofa
Und verschwinde in Gedankenkreisen

So gerne würde ich mit einer beständigen Basis fühlen
Nicht wie eine Schneeflocke im Wind hin- und hergetrieben
Ohne Halt, ohne feste Verbindung
Oder täusche ich mich?

So flüchtig, so wechselnd, allenthalben
Du auch?


Samstag, 16. Januar 2021

Hoffnung

Der Fürst der Finsternis lockt mit seinen Geschenken

Die Engel raufen sich die Haare

Sollen sich Jesu Versprechungen der Bergpredigt erst in Himmel erfüllen?

Die Ratten laufen inzwischen ohne Furcht über die Straßen

Am Gipfelkreuz warten müde die Mönche

Die Tierfreunde zählen immer weniger Vögel

Und die Unwichtigen predigen Hoffnung

Kaum möglich optimistisch zu bleiben

Mut zu machen

Ich werde weiterhin auf den Götterboten warten

Und meine Verzweiflung tief im Herzen verstecken

Auch künstliches Licht erhellt die Seelen






Schluss jetzt und die letzten Chancen nutzen

Schluss mit dem Gejammer über eigene Unzulänglichkeiten und Versäumnisse

Schluss mit Zaudern und Bedenken

Dieses Jahr werde ich 60 

Nicht fragen: "Was habe ich nicht getan?" 

Sondern überlegen: "Für was habe ich noch Zeit?"

Ich werde kein neuer Menschen werden, aber es besteht die Chance auf Veränderung

Dienst am Menschen ist jetzt möglich

Recoverycollege als letztes großes Projekt

EX-IN ruht

Vorbei die kleinen Siege in Gremien

Mit Gott zu mir selbst finden

Kompromisse sind notwendig, solange der Weg stimmt

Planen und Tun mit neuem Mut 

Ohne zu vergessen, dass sich das Alter ankündigt




Freitag, 15. Januar 2021

Für dich

Hallo meine liebe Leserin
Mein lieber Leser 
Was führt dich hierher? 
Wie kommt's, dass du meinen Blog liest?
Fühle mich geehrt
Jemand der sich für meine doch recht häufige eigene Seelenschau interessiert 
Gerne würde ich wissen was dich bewegt 
Wie dein Leben aussieht 
Deine Höhen, deine Tiefen
Du bist ein besonderer Mensch
Dessen bin ich mir sicher

Mittwoch, 13. Januar 2021

Meins

Da dieser Wunsch
Ins Innere vorzudringen
Mich zu spüren in der tiefsten Tiefe
Nicht immer ist Gott dafür die Lösung
Oft das Schreiben
Im Denken, im Suchen nach Worten ensteht eine meditative Ruhe
Ein unmerkliche Zufriedenheit
Eine vom mich umgebenden Raum abgewandte Wirklichkeit
Das Ergebnis ist zweitrangig
Trotzdem der Wunsch es möglichst gut zu machen - treffend sozusagen 
Ansprüche lösen sich für den Moment auf
Nur der Augenblick zählt
Das Finden des gesuchten Wortes zum geahnten Gedanken ist ein Geschenk 
Themen klären sich in Sätzen
Verstehen scheint möglich wo vorher nur Verwirrung war
Schreiben - ist meins
Am besten ohne Wenn und Aber

Samstag, 2. Januar 2021

Strafe, Schuld, Sünde

Die Begriffe Strafe, Sünde und Schuld sind für mich im Zusammenhang mit Gott schwierig. Für mich war Gott ein Liebender, der nicht straft, niemand als sündig ansieht oder schuldig spricht. Ich bervorzugte die Formulierungen "Gott will mich prüfen" oder "er schickt mir eine Herausforderung". Die 3 Worte sind für mich mit soviel Leiden und Schaden verbunden, dass ich sie einfach aus meinem Sprachgebrauch versuchte zu streichen.

Strafe
Aber ist es nicht legitim, dass Gott uns bestraft? In der Erziehung ist es üblich, dass Eltern ihre Kinder zum Zwecke des Erwachsenwerdens bestrafen. Wichtig ist es, dass die Strafen gerecht sind und ein gutes Ziel verfolgen, wobei ich mir der Schwierigkeit bei der Beurteilung von Gut und Schlecht bewusst bin. Da Gott reine Liebe ist, können wir sicher sein, dass seine Strafen gerecht und sinnvoll zielgerichtet sind. Und schädliche Handlungen haben eine Strafe verdient, wenn immer gleichzeitig die Absicht nach Entwicklung und Besserung mitgedacht ist. Auch unser Rechtssystem basiert auf diesem Gedanken.

Schuld
Schuldgefühle können sehr quälend sein und jemand anderem Schuldgefühle zu machen, wo keine Schuld ist, ist fiese, subtile Machtausübung. Vor allem, wenn jemand von einer Gruppe zu Unrecht schuldig gesprochen wird, kann das katastrophale Folgen für diese Person haben. Man muss sehr, sehr vorsichtig und sensibel sein, jemand Schuld zu geben. Vielleicht sollte man es grundsätzlich im Privatbereich nicht tun. 
Eine Frau sagte mir vor vielen Jahren "Schuld gibt es nicht". Diese Aussage beschäftigt mich seitdem, ohne dass ich eine für mich befriedigende Lösung zum Umgang mit Schuld gefunden hatte.

Sünde 
Am negativsten ist für mich der Begriff der Sünde belegt. So viele Menschen haben Angst und Schrecken ertragen müssen, weil die Kirche gute Menschen zu Sündern gemacht hat. Hat ihnen eingeredet, dass sie schlecht sind, dass sie Sünden beichten müssen, nur weil sie sich ganz natürliche Bedürfnisse erfüllt haben. Ein Beispiel dafür ist die körperfeindliche Sexualmoral der katholischen Kirche oder dass man schon Kindern einredet, dass sie schlecht und sündig seien. Mich selbst als Sünder zu bezeichnen, werde ich wohl nie fertig bringen.

Fazit
Aber trotzdem habe ich mich den Bezeichnungen Strafe, Schuld und Sünde angenähert. Ich denke, dass Gott durchaus ein strafender Gott sein kann, weil er mit seinen Strafen etwas Gutes erreichen will. Er will, dass wir aus Strafen lernen und nimmt auch in Kauf, dass wir sehr darunter leiden. Letztendlich ist Strafe nur das schonungslosere Wort für Prüfung oder Herausforderung. Ich bin zur Zeit an einem Punkt zu akzeptieren, dass Gott auch straft. Meine psychische Erkrankung ist sicher keine Strafe, da ich zuvor nichts getan habe, was diese Strafe rechtfertigen würde. Die Erkrankung ist eher eine Weichenstellung, die dazu geführt hat, dass ich der Mensch werde, der ich im Grunde meines Herzens bin und auch sein will. Ich musste viel durchmachen, bis ich den richtigen Weg für mich gefunden hatte. Von einer vom Elterhaus vorgegebenen Wertschätzung von Technik und Mathematik hat es bis zu meinem 59 Lebensjahr gedauert, bis ich zum Genesungsbegleiter wurde. Und früher ging es auch nicht, weil ich menschlich noch nicht so weit war.

Auch sehe ich immer mehr ein, dass man im Leben Schuld auf sich laden kann und dafür auch eine Strafe verdient. Wie gesagt, ist es sehr schwer diese Schuld zu beurteilen und am besten ist es, wenn man über sein Gewissen seine Schuld selbst erkennt. Aber manchmal braucht es auch weise und gerechte Menschen, die einen mit seiner Schuld konfrontieren. Der beste Richter ist aber Gott auch wenn wir seine Richterspruch zuerst nicht verstehen sollten. 

Mit dem Wort Sünde kann ich mich immer noch am wenigsten anfreunden. Ich finde es ist überholt und veraltet. Jemanden einen Sünder zu nennen, erinnert mich an die Kreuzzüge und an die Hexenverbrennungen. Und solcherart Assoziationen werde ich wohl nicht mehr losbekommen. Das Wort Sünde gehört nach wie vor nicht zu meinem aktiven Sprachgebrauch. 

Sonntag, 27. Dezember 2020

Für Konstantin

Gerne wäre ich wie er gewesen
Begabt, mutig, konsequent 
Eben ein Künstler 
Für Gerechtigkeit und Friedfertigkeit streiten 
Für Liebe und Zärtlichkeit 

Meine Berufung hat ihren Glanz verloren
Kein Herzblut mehr, kein Charisma
Die Routine hat gesiegt
Den Sinn wie ein Taschentuch verloren
Immer noch gibt es viele Gründe 
Aber die Trümpfe stechen nicht mehr 

Gerne wäre ich wie er gewesen 
Leben, lieben, uferlos
Lieber ein "naiver" Träumer, Pazifist, Anarchist
Oft nicht ganz ernst genommen 
Als Trittbrettfahrer

Sei du selbst:
Im Schmerz, in der Freude, in der Wut
Mit deiner Härte und wie du liebst 
Nimm das an! 
Du bist gut so. 

Gerne würde ich ihn zu meiner Beerdigung einladen als abschließende Würdigung eines Traums






Samstag, 26. Dezember 2020

Bilanz: Wieviel Zeit bleibt uns beiden noch?

Zurück zu den Zeiten der Selbstzerfleischung
Was letztendlich auch nur ein Etikettenschwindel war:

Bei Konstantin Wecker Trittbrett mitgefahren 
Noch nie konsequent gewesen 
Große Worte in eigenen Kreisen gemacht 
Schweigen gegenüber Bewahreren des Wohlstands, wenn es darauf ankam
Kein politisches Leben, auf das man stolz sein kann

Ein paar Psychiatrieerfahrene gerettet 
Vorträge gehalten und Themen platziert
Und den Hintern in Gremien platt gesessen 
Und immer in der Sicherheit des umsorgenden Staats
Und immer die Hand aufgehalten, wenn die monatliche Überweisung kam
Engagiert, eingesetzt, gestaltet, über Grenzen gegangen 
Und nie aus eigener Kraft gelebt
Krankheit, behindert, Rente seit fast 25 Jahren: ein gute Entschuldigung

Lohnt es sich noch Vorsätze zu schmieden? 
Mit fast 60?

Das Sofa wird immer bequemer, der Konsum immer verlockender
Und die Welt, die junge Generation bleibt auf der Strecke. 

Eigentlich alles Gründe um sich zu schämen
Bei den Jungen um Vergebung zu bitten
Wir, ab 1950 sind größtenteils verantwortlich dafür, dass diese wunderbare Erde zur Müllkippe wurde
Dass Umweltkatastrophen Tag für Tag zunehmen
Dass das Wasser knapp wird
Dass das Poleis schmilzt 
Dass alles wärmer, alles heißer wird
Und vieles mehr... 

Und jetzt, was ist das? 
Ein Betteln um Verständnis? 
Beichten? 
Um Verzeihen bitten? 

Mit fast 60 eine bittere Bilanz
Mit der großen Masse geschwommen 
Und genaugenommen dem eigenen Wohl gelebt 
Anerkennung gesammelt 
Den eigenen Ansprüchen von Leistung und Erfolg hinterhergerannt

Zu hart zu mir selbst? 
Mag sein
Aber eine Sicht nicht ohne Wahrheit 

Und wieder ein paar Zeilen, die nutzlos den endlosen Speicherplatz belegen
Die den Druck nehmen
Eigentlich ist nichts passiert 

Was hast du für eine Bilanz? 
Ich höre schon dein "Ja, aber... " 

Wieviel Zeit haben wir beide noch....? 









Mittwoch, 23. Dezember 2020

Freude heißt weitermachen

Höre gerade "Brothers in Arms" mit meinem neuen Luxuskopfhörer
Zuvor "Soldier of Fortune" - mein Lieblingslied
Einen Tag vor Weihnachten bin ich bei meiner Traurigkeit angekommen 
Eine gute Traurigkeit, die nur wenig schmerzt
Sie lähmt nicht, sondern würdigt die Leiden
Meine und die in der Welt

Es gibt Freude in Kriegsgebieten, bei Hungernden und Gequälten
Freude heißt nicht aufgeben 
Freude heißt weitermachen
Auch wenn die ganze Welt Traurigkeit atmet



Sonntag, 20. Dezember 2020

Vom Ich zum Du

Wie mehr Wegkommen vom Ego?
Wie mehr Wegkommen vom Kreisen um mich selbst? 
Weniger Egozentrismus
Mehr Nächstenliebe statt Narzissmus
Mehr Beschäftigung statt Seelenschau
Das Wohl meiner Mitmenschen mitdenken
Zu Gott finden heißt zum Menschen finden
Freundschaften pflegen
Auch private Mails schreiben 
Der Mensch im Mittelpunkt, nicht die Themen 

Gefühle allenthalben

Flüchtig, wechselnd, allenthalben Gerade noch Wärme für dich gespürt Den Wunsch dir Gutes zu tun Frühstück zu machen, dir Schönes zu sagen D...