Dienstag, 18. September 2018

Anderssein

Dich annehmen, wenn du anders bist
Wenn du schweigst
Wenn du nicht dazu gehörst
Dich annehmen, wenn du krank bist
Wenn du nichts leisten kannst
Wenn du deinen Ansprüchen an dich selbst nicht gerecht wirst

Gottes Hilfe wäre dann schön
Aber du spürst nur dich selbst

Du bist anders
Lass es zu
Sei du selbst

Sei mutig

Donnerstag, 13. September 2018

Einfach absagen

Dieses Müssen, das mich treibt
Jetzt zu Hause bleiben
Der Lustlosigkeit nachgeben
Ist alles Ehrenamt
Freiwillig, sozusagen
Absagen mit der Begründung
Ich kann nicht. Es geht mir schlecht.
Ich spiele ernsthaft mit diesem Gedanken

Es wird auch ohne mich gehen
Muss doch nicht jedesmal dabei sein
Verständnis ist keine Einbahnstraße.

Donnerstag, 6. September 2018

Meine Art zu sein

Eigentlich schleicht die Zeit und trotzdem verlieren sich die Stunden.
Da sind sie wieder
Lange nicht gespürt
Gefangen in der Wohnung

Möglichkeiten gibt es viele
Aber nichts lockt
Blockiert und gelähmt verharre ich
Schwere drückt auf die Brust

Aber auch das gehört zu mir
Das Leiden an mir selbst
Selbstgemachter Schmerz

Oder nur klagen auf hohem Niveau?
Schon morgen werde ich wieder funktionieren
Schon morgen werden mich die Herausforderungen wieder leben lassen

Was bleibt ist das Gefühl das was nicht stimmt
Mit mir
Mit meiner Art zu leben
Mit meiner Art zu sein

Und der unterschwellige Wunsch etwas zu ändern
Ohne packende Idee
Ohne wirklichen Willen

Es geht mir einfach zu gut
Um Neues zu tun

Montag, 2. Juli 2018

Der tägliche Kampf

Es ist ein Kampf. Sicher, er war schon schlimmer. Verurteilt dem Wohlbefinden hinterher zu jagen. Sicher, Ablenkung hilft. Ein gutes Gespräch, eine gute Arbeit, eine gute Ehe und noch so einiges. Aber wenn man gezwungen ist auf den Grund zu schauen, wenn man zu sich kommt, dann wird klar, dass wir verurteilt sind unsere Zerrissenheit auszuhalten. Dieser Schmerz in der Brust, der nach Ruhe verlangt. Anstrengen oder sich hingeben - einerlei. Es tut weh. Glück ist flüchtig. Nur dazu da, um uns zu zeigen, wie sehr wir verdammt sind mit unserer zerstörten Seele zu leben. Kurze Momente im Paradies nur um zu begreifen, wie allgegenwärtig die Hölle ist.
Und es wird so weitergehen. Morgen, nächste Woche, noch Jahre. Bis der sanfte Freund allem Bekannten ein Ende setzt. Dann wird sich zeigen, ob ein Ende der Qual möglich ist oder ob diese dann nur ein anderes Kleid trägt und endlos, ewig uns in Schrecken existieren lässt.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Bundesteilhabegesetz für Anfänger

Habt ihr schon was vom Bundesteilhabegesetz gehört? Irgendwie und irgendwo sicherlich. Die Profis bemühen mal wieder den Begriff Paradigmenwechsel, d. h. bestehende Regeln und Vorgehensweisen werden grundsätzlich geändert und die Dinge werden vollkommen neu gesehen. Es würde ein ganzes Buch füllen, wenn ich nur ansatzweise beschreiben würde, wo sich mit dem Bundesteilhabegesetz - kurz BTHG - etwas ändert. Also greife ich das heraus was mir gerade so einfällt.

Es gibt ja in der Behindertenhilfe und Psychiatrie schon lange den Begriff Personenzentrierung, das heißt, dass der Betroffene im Mittelpunkt steht und die Hilfen bzw. die Institutionen, die diese Hilfen anbieten, sich nach ihm richten müssen. Es wird auch gesagt, man richtet sich nach dem individuellen Hilfebedarf. Im BTHG wird diese Denkweise zur Maxime erhoben und versucht dies konsequent durchzusetzen. Dabei sind viele Leistungserbringer, so nennt man diejenigen, die bei dem Betroffenen die gewährten Leistungen durchführen, nicht gerade begeistert.

Bisher lief vieles über Pauschalen, das heißt es wurde gemeinsam überlegt, welche Hilfe notwendig ist und dafür bekam der Leistungserbringer monatlich einen festen Geldbetrag mit dem er die gewählten Ziele mit dem Betroffenen zusammen erreichen soll. Wie genau er das macht war nur grob geregelt. Nun sollen aber zwischen dem Leistungsträger - das ist der, der die Hilfen bezahlt und leider auch ermittelt - und dem Betroffenen selbst festgelegt werden welche Ziele es gibt und mit welchen Leistungen diese erreicht werden sollen. Der Leistungserbringer hat dabei nichts mehr zu sagen.

Zudem sollen die Pauschalen abgeschafft werden und die Hilfen im einzelnen abgerechnet werden. Das heißt, ein gemeinsamer Arztbesuch bekommt einen Preis oder ein längeres Gespräch zwischen Profi und Betroffenem auch. Das heißt es wird eine Summe über die ganzen Leistungen gebildet und das bekommt der Leistungserbringer vom Betroffenen - man spricht auch vom Leistungsberechtigten - bezahlt. Der wiederum bekommt es gewährt von dem neuen Amt Eingliederungshilfe. Wer dann wem die Rechnung stellt und wer wem das Geld überweist, habe ich nicht verstanden.

Es ist klar, dass das für den Leistungsträger und den Leistungserbringer ganz schön kompliziert wird, wenn er sich jede Leistung einzeln anschauen muss und nicht mehr ein ganzes Bündel von Leistungen mit einer Pauschale verrechnen darf. Man erhofft sich dadurch, dass der Leistungsberechtigte dann genau das bekommt, was er braucht. Manche Optimisten glauben sogar, dass die Eingliederungshilfe, so nennt man dieses Finanzierungsverfahren, kostengünstiger wird.

Übrigens haben die Leistungen, die so finanziert werden, immer das Ziel die Teilhabe des Betroffenen zu erhöhen. Es gibt dabei die soziale Teilhabe, die Teilhabe an Arbeit und die Teilhabe an Bildung. Und da es sich dabei um ein Bundesgesetz handelt, heißt dieses logischer Weise Bundesteilhabegesetz.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Innere Kämpfe und der gute Weg

Du bist den ganzen Tag in der Wohnung
Hast nicht wirklich Lust was zu tun
Die Stimmung geht in den Keller
Unlust und Langeweile nimmt zu
Du flüchtest zu Filmen
Bei keinem kannst du verweilen
Doch da war doch was
Schäme dich der Leere in deiner Seele
Wo doch ER sie füllen kann
Wie machen das nur die Anderen?
Ausgeglichen und interessiert
Beschäftigt, aktiv
Warum leuchtet SEIN Licht nicht in dir?
Gibt dir Freude und Zufriedenheit
Immer wieder diese Kämpfe
Ohne äußere Not
Wirst du jemals ein Ganzes werden?
Es ist wie es ist
Du bist wie du bist
Es gilt das Schwanken auszuhalten
Es gehört zu dir
Und es war schon viel, viel schlimmer
Stimmungsschwankungen statt echte Zerrissenheit und Qual
ER hat dich schon lange erhört
ER erfüllt dich schon lange
Du musst ihn nur wahrnehmen
ER wartet geduldig auf dich
Lass dir Zeit
Du bist auf einem guten Weg

Montag, 28. Mai 2018

Dankbarkeit für eine kleine Welt

Du sprichst zu mir:

Was ist das für ein kleines Leben, dass du führst?
In einem kleinbürgerlichen Wohngebiet
In einem mit den Jahren gewachsenen Dorf
Du ängstigst dich vor den Herausforderungen in deiner kleinen Welt
In deiner Wohlfühlzone gibt es hin und wieder eine kleine Unbequemlichkeit

Und ein paar Länder weiter kämpfen Menschen um ihr Leben
Haben nichts zu essen
Werden gequält, gefoltert und ermordet
Und versuchen, sich ihre Würde zu bewahren
Aber auch in deinem Land
In einer dir unbekannten Parallelwelt
Herrscht echtes, existentielles Leid

Es ist kein Wunder, dass es bei dir ist wie es ist
Nie den Lebenskampf gespürt
Von den Frauen beschützt
Und die harte Welt der Männer gemieden

Von Vaters Fürsorge in die Fürsorge des Staats gewechselt
Deine Erfolge haben nichts mit wirklichem Mut und wirklichem Charakter zu tun
In Watte gepackt gibt es keine wirklichen Helden

Aber beklage dich nicht
Wünsche das Elend nicht herbei
Sei dankbar für die bisherigen Geschenke
Egal, ob du sie verdient hast oder nicht

Das Alter wird in der Ferne sichtbar
Und Schicksalsschläge können das Leben in einem Moment unerträglich werden lassen

Sei dankbar für dein Glück
Und rüste dich für eine Zeit
Wo wirklicher Mut und wirkliche Persönlichkeit gefordert werden
Dann erst wird sich zeigen, ob du auch stark sein kannst

Lebe jeden Tag bewusst
Das ist auch in einer kleinen Welt möglich

Montag, 21. Mai 2018

Nicht mehr auf Dauer

Perfekte Lebensbedingungen garantieren keine beständige Zufriedenheit
Immer wieder klopfen die Quälgeister bei dir an
In den Genen oder früh gelernt
Das Reißen und das Bohren kehrt immer wieder zurück
Gott sei Dank nicht mehr auf Dauer
Wie es gekommen ist, verschwindet es auch wieder
Ein paar Stunden tut es wirklich weh
Die Schwere begleitet dich ein Leben lang
Aber die ist auszuhalten
Ruhe herrscht dann wieder in deiner Brust
Das Leben wird wieder erträglich

Deine Stärke musst du erst noch beweisen
Charakter und Mut braucht man nicht bei optimalen Lebensbedingungen

Sonntag, 20. Mai 2018

Du bist mir wichtig

Ach, mein lieber Gott
Du bist mir wichtig
Ich hätte gern Jesus als Herrn meines Lebens
Als täglichen Begleiter und Mahner
Doch ich kreise nur um mich
Der Alltag lässt mich vergessen
Was wirklich wichtig ist
Das Streben nach Erfolg und Glück entfernt mich von dir
Liebe, mein Zweck der Existenz, verliert an Bedeutung

Ach, mein lieber Gott
Ich habe noch so viel zu lernen

Dem Sonntagsblues entkommen

Ich kämpfe gegen den Sonntagsblues
Lernen für das Modul geht nicht.
Rausgehen auch nicht.
Fühle mich schlecht
Lustlos, depressiv

Endlich geduscht
Laute Musik
Whisky-Cola - ausnahmsweise
Das Sein sein lassen
Dem Tief entkommen

Angekommen beim Schreiben
Kein tiefes Thema parat
Keine wertvollen Aussagen

Gedanken kommen
Werden zu Schrift
Behalten Gestalt
Verlieren aber sofort wieder ihre Bedeutung

Denken - Handeln - Fühlen
Bedingen sich gegenseitig
Veränderungen des Einen beeinflusst die Anderen

Heute war das Handeln die Rettung

Mal wieder den dunklen Mächten entkommen
Die Ansprüche an mich selbst ruhen
Unzufriedenheit ist gebannt
Aus Leiden wird Frieden

Nicht auf Dauer
Zu schwankend ist mein Selbst
Aber für dieses Mal geschafft





Anderssein

Dich annehmen, wenn du anders bist Wenn du schweigst Wenn du nicht dazu gehörst Dich annehmen, wenn du krank bist Wenn du nichts leisten...