Dienstag, 20. Oktober 2020

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Hallo, lieber Leser,

in meinem Kopf wartet die Wirklichkeit auf dich - und auf mich, denn du bist ich. Wir sind alles, doch auch eins. Nämlich ich und alles. 1 = 2 = 1. Ich bin Gott und der Stein und der Wind und die Ameise und die Liebe und der Hass. 

Der Tisch vor uns ist eine Signatur in meinem Kopf mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Aber sein hartes Holz ist nur ein elektrischer Impuls, der von meinen Fingerkuppen an mein Gehirn gesendet wird. Wenn ich den Unterbrecher finde, verschwindet der Tisch und da es keine Krankheit gibt, bin ich auch dann nicht krank, sondern nur anders, vielleicht sogar besonders. 

Wenn meine Sehzellen den Tisch nicht mehr empfangen, verschwindet er als Abbild in meinen Neuronen. 

Er ist nicht mehr zu tasten und nicht mehr zu sehen - vielleicht nur noch als Bild in meinem Gedächtnis, für eine gewisse Zeit. 

Die Wirklichkeit ist nur in meinem Kopf wirklich. Alles um uns herum ist eine Erscheinung unserer Wahrnehmung - unserer Sinne. 

Ich glaube daran, dass es den Tisch vor mir nicht wirklich gibt. Und er wird nicht durch Kommunikation erschaffen, sondern aus der Art, wie meine Sinne funktionieren und wie deren Information in meinem Gehirn verarbeitet werden. 

Vorausgesetzt mein Gehirn existiert. 
Vorausgesetzt ich existiere. 
Ich denke, also bin ich.

Vielleicht bin ich nur eine Kette von Gedanken in einer sonst leeren Unendlichkeit und schaffe die Welt nur als Bühne meiner Existenz und um der Einsamkeit zu entliehen. 

Genaugenommen gibt es keine Überraschung, kein Gegenüber, kein Abenteuer, denn alles bin ich und ich bin alles. 

Bin ich sterblich? 


Donnerstag, 1. Oktober 2020

Unvernunft

5 Uhr, seit 2 wach
Gelesen, programmiert, Smartphone, Musik
Gepuzzelt
Die 2. Tasse Kaffee vor mir
So unvernünftig
Die Nacht wird zum Tag
Jetzt schreibend mein Glück suchen

Und du? 


Samstag, 26. September 2020

Das Monster

Das Monster

Es steht vor deiner Tür 
Mach ihm auf
Frage nach seinem Wunsch
Und lass es ein

Es wird essen dein Brot
Trinken deinen Wein
Aber nicht dankbar sein

Es wir deine Geschenke nehmen
Ohne Danke zu sagen
Wird Geschenke erwarten das nächste Mal
Ohne selbst zu schenken
Denn es sind Opfer

Frage ihn nochmal
Und es wir nochmal lügen
Dir mitten ins Gesicht
Mit böser Absicht
Und wieder wirst du ihm glauben
Du kennst kein Misstrauen 

Und plötzlich erkennst du dich in ihm
Sprichst dieselbe Sprache



Montag, 14. September 2020

Tränen, Pläne, Entscheidungen

Ist mir egal
Und sollt ihr denken was ihr wollt 

Wohin, irgendwo 
Wozu, irgendwie
Warum, egal

Die Tränen fließen 
Jeden Tag ein Kampf 
Mal mehr, mal weniger 
Der Schmerz sammelt sich

Und dann
Woher, irgendwann 
Fließen die Tränen 

Und niemand weiß weshalb 
Außer du, mein Gott 
........................ 
 
Pläne, Ziele, Vorhaben
Alles schön 
Aber jetzt ist
Jetzt fallen die Entscheidungen 
Und halten sie sich an den Plan? 

Viel vorgenommen für die nächste Zeit 
Für mein Selbst, nicht für den Erfolg 
Wohin geht der Weg? 
Zurück in alte Routinen? 

Wieder große Worte
Statt Taten? 
Statt wirkliche Entscheidungen 
Die keine Hintertür offen lassen? 

Immer nur Risiken minimieren macht auf die Dauer nicht glücklich

Alles Alte aufgeben ist nicht die Lösung 
Aber andere Schwerpunkte setzen
Auch wenn die Kicks ausbleiben

Loslassen
Konkurrenz, Ehrgeiz, Erfolg
Zurückfahren, soweit möglich 

Der Weg zu sich selbst ist kein einfacher
Und für den gibt es keinen Beifall 
Den geht man alleine



Samstag, 12. September 2020

Lebensthema Psychiatrie

21 Jahre "arbeite" ich jetzt in der Psychiatrie. War nie der Revoluzzer. Hab mein Bestes gegeben. Mit all meine Schwächen und Unzulänglichkeiten, aber auch meine Stärken konnte ich einbringen. Habe selten für die Rechte von Psychiatrieerfahrenen gekämpft, selten mich über Ungerechtigkeit empört - ja sie oft nicht einmal erkannt. Doch mit meiner gemäßigten Art fand ich viel Gehör. Konnte für neue Konzept als Betroffenensicht werben. Konzepte, die die Psychiatrie verbessern sollten. Konzepte hinter denen ich stand und immer noch stehe. Vielleicht mit fast 60 mit etwas weniger Herzblut und nicht mehr so großer Bereitschaft über meine Grenzen zu gehen. Ja, was sind das für Themen, die mich einen großen Teil meines Lebens beschäftigt haben? Und man muss bedenken, ich habe 21 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet, aber ich habe auch 18 Jahre in der Psychiatrie gelitten - an meiner Erkrankung, aber auch durch die Psychiatrie. Soteria, Krisendienste, Offener Dialog, Recovery, EX-IN, Gemeindepsychiatrie, Zwang und Gewalt, Inklusion, Tagesstätten und vieles mehr ist mir in diesen Jahren begegnet. Die Grundlage von allem war und ist der Partizipationsgedanke. Die Mitwirkung von Psychiatrieerfahrenen auf allen konkreten und politischen Ebenen im Bereich der Psychiatrie. Das Einmischen, das Mitgestalten, das Berichten von Erfahrungen Psychiatrieerfahrener und meiner eigenen. Ohne Partizipation sind Psychiatrieerfahrene hilflose Marionetten im Spiel der Mächtigen. Gott sei Dank wurde das vor 35 Jahren von integeren Menschen und den Betroffenen selbst erkannt und in die Wege geleitet.

Heute ist die Psychiatrie menschlicher geworden, aber es gibt immer noch viel zu tun. Vielleicht auf einem höheren Niveau, aber immer noch gilt es das große Leiden zu lindern, das durch psychische Erkrankungen erzeugt wird. Immer noch enden nicht wenige psychische Krisen mit dem Tode. Immer noch gibt es Ungerechtigkeit, Willkür und Zwang und Gewalt. Subtiler angewandt, mit besseren Argumenten, aber wir brauchen immer noch die Kämpfer und die Streiter - auch wenn ich nicht dazu gehöre. Aber es braucht auch Menschen wie mich, die freundlich kritisch, diplomatisch zielstrebig ihr Ziel verfolgen, die Psychiatrie besser zu machen, um somit indirekt Leiden zu lindern, wenn es einem schon nicht gegeben ist ein Helfertyp zu sein.

Ich will versuchen mich auch neu zu orientieren. Bereiche (wieder)entdecken, die nichts direkt mit der Psychiatrie zu tun haben. Mit 19 hat mich die Psychiatrie vereinnahmt, mir versucht zu helfen. Sie hat mich bis heute nicht mehr losgelassen - und ich sie nicht. Und sie wird mich weiter begleiten. Etwas weniger dramatisch, mit etwas weniger Motivation meinerseits, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ganz aus meinem Leben verschwindet. 

Es ist ein Lebensthema für mich, mich für meine Kollegen, die Psychiatrieerfahrenen einzusetzen. Und es kann sein, dass das erst mit meinem Tod ein Ende nimmt 

Freitag, 4. September 2020

Gedankenprotokoll wird zur Aktivität

Rufe meinen Blog auf. Will schreiben. Keine Ahnung was. Langeweile? Vielleicht ein bisschen. Pure Schreiblust mit Leere im Kopf? Schon eher.

Kein Thema drängt sich auf. Nichts was mich gerade beschäftigt. 

Sitze auf dem Sofa. Kaffee vor mir. Blick gerade aus. Sinniere. 

Zum 17 mal schreibe ich vom Ticken der Wohnzimmeruhr. Die Meerschweinchen rascheln ab und zu im Streu und Heu. Mampfen leicht. Schnurren. Bewegen sich träge. Mehr ist nicht zu hören. Stille. 

Stille? Mein Verstand regt sich. Wie war das mit der Stille? Alles Große entsteht aus der Stille - oder so ähnlich. Was sagt mir die Stille? 

Ich protokolliere meine Gedanken. Warum? Pure Schreiblust? Langeweile? Wieder mal ein Egotrip? 

Die Kaffeetasse ist fast leer. Reicht noch in der Thermoskanne für eine Tasse für Karin und eine für mich. Kaffee schmeckt wirklich gut nur morgens, finde ich. Tagsüber trinke ich Kaffee nebenbei. Morgens ist es Kult, Ritual, ja Sucht. Ein Morgen ohne Kaffee ist vorstellbar, aber sinnlos. Ach ja, Kaffee und Kaffeefilter gehen aus. Muss ich heute noch kaufen. Darf ich nicht vergessen. Kein Kaffee im Haus gab es noch nie. Das darf und kann nicht sein. Schreibe es in die Einkaufslisteapp.

App? Da fällt mir ein, eine Handynutzungsapp wäre auch mal interessant. Sowas gibt es, soviel ich weiß. Das schau ich mir mal an. 

Tschüss, bis später.

Und weiter am Sonntagmorgen:

Taum von vorgestern umgesetzt. Habe geträumt ich würde eine Datenbank mit Binärbäumen programmieren. Aufgewacht und gewusst: das ist ein Zeichen! Immer wieder gewünscht, aber nie gewagt. Jetzt dafür entschieden. Ich möchte lernen Android-Apps zu programmieren. Habe ein super Anleitung als App gekauft für 26 Euro und das Android Studio auf dem Desktop PC installiert. Jetzt gilt es zuerst, lesen, lesen, lesen und lernen. Und das alles auf englisch! Macht bis jetzt aber Spaß. Alt Bekanntes wird erinnert und Neues kommt dazu. Ich hoffe, ich bleib dran. 

Wir werden sehen, ob ich genug Geduld habe zu lesen und nicht gleich wieder rumprobieren und so nur laienhafte Programme hinbekomme - wenn überhaupt. 

Ich muss ja niemanden etwas beweisen und muss mich mit niemanden vergleichen - gibt ja bisher niemanden. 

Sonntag, 30. August 2020

Sei deine eigene Richtschnur

Warum zeige ich mich so in der Öffentlichkeit? Ich dachte, dass sei die Suche nach Anerkennung. Das Füllen einer Leere in mir. Aber vielleicht ist es eher der Wunsch mich zu zeigen, gesehen zu werden, ohne dabei allzu sehr auf Lob und Anerkennung aus zu sein. Vielleicht steckt da mehr dahinter, als nur ein Defizit. Vielleicht macht es mir Freude Menschen zum Nachdenken zu bringen. Tiefe zu erzeugen, weil ich ein tiefer Mensch bin. Warum immer nur von schlechten Motivationen und Eigenschaften bei mir ausgehen? Vielleicht ist mein nach außen gehen auch positiv für meine Persönlichkeit zu werten, auch wenn es viele nicht so machen wie ich und das nicht verstehen. Warum muss ich die Meinung und das Verhalten anderer zu meiner Richtschnur machen? Ich freue mich, wenn ich etwas anrege bei anderen Menschen, aber ich mache es auch, wenn ich niemanden damit erreiche. Das beste Beispiel ist dieser Blog, der einsam in den Weiten des Internets verweilt. Trotzdem macht es mir immer wieder Freude darin zu schreiben. Allein das Bewusstsein, es ist für die Öffentlichkeit, es könnte ja gelesen werden, weltweit hat jeder Zugang zu meinen Gedanken, motiviert mich hier zu schreiben.

Bin ich deswegen schlecht? Ich bin dadurch ich selbst. Andere sind eben anders als ich, aber nicht besser als ich. 

Rainer, suche nicht das Schlechte ihn dir. Begründe dich und dein Verhalten aus einem positiven Selbstbild heraus und nicht aus einem defizitären. Du bist gut, wie du bist. Du schadest damit niemandem. Das musst und kannst du auch mit fast 60 noch lernen. 

Sei mit Gott du selbst - und sehe, dass es gut ist. 

Aufbruch

Das letzte Jahr in meinen Fünfzigern
In meinem Rahmen viel geschafft 
Den Blick gerichtet in die Zukunft 
Die Zeit wird nun gerafft 

Den Trott langsam satt
Altes nur noch im neuen Gewand
Gott will mich finden
Er reicht mir die Hand

Wohin mich mein Weg noch führt
Mit Angst, Mut und neuer Gier
Er will mich wecken und gewinnen 
Heute, jetzt, im Hier

In mir wächst die Sehnsucht 
Die Zeichen bekommen Form
Mit Gott ich selbst sein
Nicht weiter mit der alten Norm

Noch bahnt es sich nur langsam an
Am Horizont schreibt der Wandel auf die Wolken
Die aktiven Jahre lassen sich bald zählen
Ich spür's, ich will den Zeichen folgen

Ob Recovery, PeerCom oder wer weiß was
Mit Gott will ich nun werden wie ich bin
Auch mit Schwermut, Zweifel, Langeweile 
Zieht's mich zum lockend Neuen hin

Ist's nur ein kurzes Feuer
Oder werd ich stark und mutig weiter gehn? 
Die Gegenwart ist das was zählt
Zurück in alte Bahnen? Wir werden sehn! 














Sonntagsblues - Gewinn oder Verlust?

Sonntag
Rumpuzzeln 
Lesen, Nachdenken, Musik hören
Da ein Blick in eine App
Hier ein paar Sätze mit Karin
Stimmung im Keller
Auch draußen trübe, Wolken, Regen
Ruhe, Langeweile, Melancholie
Mittagessen, abends Wurstbrote
Und plötzlich ist der Tag vorbei 

Wo sind die Stunden hin? 
Gerade war noch Morgen
Jetzt dämmert es

Was bleibt ist die Frage:
Was war das für ein Tag? 

Da passt keine Skala
Verlust? Gewinn? 
In mir eine bleierne Unzufriedenheit 
Schwere
Entspannung oder Stress? 

Was bleibt von diesem Sonntag? 
Bald verloren im schwarzen Loch meines Gedächtnisses
Wie so viele Tage
Wie so viele Erlebnisse

Trotzdem Spuren gelebter Gegenwart hinterlassen 
Irgendwo 
Vielleicht tief unbewusst gespeichert 
Kehrt sie wieder im neuen Gewand
Wirkt trotzdem

Gegenwart
Dieser infinitesimale Wimpernschlag
Der menschlichen Vorstellung nicht zugänglich 
Das ist die Wirklichkeit 

Wer fragt da nach Nutzen? 



Mittwoch, 26. August 2020

Fragen

Filmzitat:

Unsere Ängste sind Fragen, die uns das Leben stellt. Es kommt darauf an, wie wir sie beantworten. 

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Hallo, lieber Leser, in meinem Kopf wartet die Wirklichkeit auf dich - und auf mich, denn du bist ich. Wir sind alles, doch auch eins. Nämli...