Donnerstag, 30. Januar 2020

Die Verantwortung Gottes für das Leid in der Welt

Manche Gläubige gehen so vor:

Sie lesen die Bibel, meinen danach zu Wissen was Gut und was Böse ist. Für das vermeintlich Gute in der Welt ist dann Gott verantwortlich, für das Böse der von Gott verstoßene Engel Satan. So einfach ist das.

Gott ist ganz schön clever.... 

Geistiges Eigentum

Sprichwort: Die größte Sünde eines Beduinen ist es, wenn er von eine Oase weiß und das für sich behält. 

Montag, 30. Dezember 2019

Nähe

Mich beschäftigt zur Zeit das Thema wie nahe ich einem anderen Menschen überhaupt kommen kann. Wie nahe fühle ich mich den Menschen, die ich kenne? Ist ein Optimum an Nähe überhaupt erstrebenswert? Wieviel Nähe wäre mir möglich, wenn ich gerne maximale Nähe hätte? Muss man Nähe dazu in Arten der Nähe aufspalten oder gibt es eine Nähe die alles übergreift? Wie vertraut, wie verbunden, wie aufeinander bezogen kann man sein? Ist die Sehnsucht nach Nähe ein Zeichen von Unreife oder vielleicht ein Lebensthema aller Menschen nach der Trennung von der Mutter bei der Geburt. Ich schreibe bewusst von Nähe und nicht von Liebe. Liebe ist mir für das was ich meine ein zu unklarer Begriff. Aber was genau meint Nähe zwischen zwei oder auch mehr Menschen? Ist das nicht genauso unklar? Sich verlieren oder sich gewinnen im Anderen - Paradies oder Hölle? Und welche Rolle spielt dabei der Sex? 

Vor etwa 2 Wochen hatte ich einen Traum dessen konkreten Inhalt ich inzwischen vergessen habe, aber eines war klar, er kündigte ein neues Thema, ein neues Projekt in meinem Leben an und zwar nicht im Rahmen meiner Psychiatriearbeit, sondern in einem ganz neuen Kontext.

Das Recoverycollege (RC) sei es nicht, war ich mir relativ sicher. Das RC ist zwar ein brandneues Vorhaben von mir und hat einen stark inklusiven Charakter, ja einen posttrialogischen Ansatz, aber letztendlich kommen die zugrundeliegenden Ideen aus dem Umfeld der Psychiatrie.

Seit einiger Zeit schaue ich die zweiteilige Serie OA an. Dabei ist die Protagonistin zusammen mit 4 anderen Personen für 7 Jahre in 5 nebeneinander liegenden Glaskäfigen eingeschlossen. Alle 5 haben Nahtoderfahrungen und ein Wissenschaftler, ihr Entführer, macht schlimme Experimente mit ihnen. Innerhalb der 7 Jahre haben die fünf weitere Nahtoderfahrungen in denen sie 5 "Sätze" mitgeteilt bekommen, die ihnen erlauben sollen durch eine Reise in einer anderen Dimension dem Käfig zu entkommen. Diese 5 Sätze übersetzen die Gefangenen in synchrone gymnastikähnliche Bewegungen und unterschiedliche Mimiken. Ein paralleler Handlungsstrang spielt in der Gegenwart in der die vom Entführer inzwischen ausgesetzte Protagonistin sich 4 Verbündete gesucht hat mit deren Hilfe sie mit den 5 Sätzen durch eine andere Dimension zu ihren 4 verbliebenen Mitgefangenen reisen möchte, um diese zu befreien. Der erste Teil der Serie endet damit, dass die 4 Freunde aus der Gegenwart einen Amoklauf stoppen indem sie die 5 Sätze aufführen. Die Protagonisten wird dabei zufällig von einer Kugel des Amokläufers schwer verletzt. So endet der erste Teil.

Was mich fasziniert hat sind die Beziehungen der jeweiligen Fünfergruppen. Vor allem als sie am Ende als eine verschmolzene Einheit den Amokläufer stoppten, kamen mir die Tränen.

So fand ich zu dem Thema Nähe zwischen Menschen.

Ich bemerkte, dass mich das Thema sehr berührt und große Resonanz in meinem Inneren erzeugt. 

Ist das Thema Nähe das große Neue, das mir der Traum prophezeite? Ich glaube es fast. Werde ich da dran bleiben? Habe ich genug dazu zu sagen, wenn ich es zu einem Schwerpunktthema mache? Oder ist es nur wieder eine Idee, die in ein paar Wochen vergessen ist?

Ich habe ein Fachbuch "Soziale Beziehungen" entdeckt und habe es mir gekauft. Darin werden die aktuellen Forschungen über soziale Beziehungen beschrieben. Eine theoretische Grundlage zum Verständnis von Nähe zwischen Menschen, finde ich.

Nun werden wir sehen, ob mir das Buch nennenswerte Erkenntnisse liefert für mein neues, fachfremdes Thema der zwischenmenschlichen Nähe.

Habe mit meinen WhatsApp Freunden das Thema diskutiert indem ich unsers WhatsApp Gruppe in Frage gestellt habe und das Ausmaß unserer gegenseitigen Nähe thematisiert habe. Dabei wurde mir klar, dass mir zwar einerseits hier eine Gruppe von Menschen fehlt, der ich mir zugehörig fühle und die mir eine Art Familie ist, wie früher die Menschen der Offenen Herberge. Aber alles hat seine Zeit. Mit Karin und meiner besten Freundin habe ich eigentlich alles was ich an Vertrautheit und Nähe brauche. Mehr Menschen hätten in dieser Intensität gar keinen Raum in meinem Leben. Darüber hinaus gibt es auch noch andere Menschen mit denen ich zu tun habe. Ich bin also alles andere als alleine. Da ist eine eher ungesunde Sehnsucht in mir nach immer mehr Menschen, denen ich dann aber gar nicht wirklich gerecht werden kann. Es handelt sich dabei eher um eine Flucht vor innerer Leere, als wirkliches Interesse an der jeweiligen Person.

Es ist mir schon lange klar, dass mein Weg eigentlich nach Innen gehen müsste. Ich müsste lernen mehr zu mir zu finden. Mir selbst ein Freund zu werden. Lernen mit mir alleine zu sein. Ich möchte lernen in mir zu ruhen und nicht weiter ein Spielball meiner Stimmungen zu sein. Nicht mehr dem Erfolg bei den Menschen hinterherzujagen. Letztendlich dem Rollenvorbild des Vaters gerecht zu werden. Ich bin nicht laut und extrovertiert, sondern ernsthaft, tief und eher ruhig. Bei manchen Anlässen kann ich schon zum Alphatier werden. Das bin dann auch ich, aber anders als Vater.

Aber zurück zum Thema Nähe und dem Weg nach innen. 

Bei allen psychologischen Überlegungen, wenn ich in mich hineinhöre, merke ich schon, dass da der Wunsch nach einer Peergruppe ist. Ich darf mich von diesem Bedürfnis nur nicht so abhängig machen, aber ich finde es ist legitim solch eine Gruppe zu finden oder sie gar zu gründen. Es darf nur nicht mein ganzes Seelenheil beeinflussen. 

Ich bin gespannt, ob ich jetzt noch im schon fortgeschrittenen Alter Menschen finde, die mit mir zusammen das Recoverycollege aufbauen und betreiben. 

Leider kann ich bezüglich Recoverycollege im Moment nichts weiter tun. Die nächsten Schritte sind das Gespräch mit Frau Schmid abzuwarten und ob Herr Hornung was in Sachen ZfP unternimmt. 


Donnerstag, 26. Dezember 2019

Weihnachtsbilanz 2019

Wie war es nun für mich, das Weihnachten 2019?

Nicht schlecht, sage ich. Auf einer Skala von - 5 bis +5 ein +3. Das ist doch was, oder? 

Mein Wunsch ernsthaft besinnlich zu werden, zurückzublicken, Gott näher zu kommen und über die Welt tiefer nachzudenken, hat sich nicht erfüllt. Ich war dauerhaft praktisch unterwegs und auf das bezogen, was der Tag so brachte.

Erstaunlich war, dass ich depressiven Tiefs entgangen bin, außer einem kleinen Hänger am Nachmittag des 24., als ich mit Steffi beim Konzert mit Ferdinand war, der mit seiner Rockband im Palio spielte. Mir unerklärlich dieser Einbruch, wo ich mich doch sehr auf diesen Event gefreut hatte. 

Die Zeit verging ansonsten wie im Flug. Ohne viel bewusst etwas zu machen, waren die Tage schnell vergangen. Obwohl ich wenig Konkretes mit Karin gemacht habe, waren wir die meiste Zeit sehr gut zusammen, wenn man von dem kleinen Zwist gestern Abend absieht, der schon heute morgen beiderseitig verziehen war.

Freude hat es mir gemacht die Übersicht meiner bisher erstellten Websites zu optimieren, alle Websites mit einer Datenschutzerklärung zu versehen und sie wieder öffentlich zugänglich zu machen. Ich hatte sie vor einiger Zeit alle vom Netz genommen. Ich arbeite ja nur mit Google Sites, aber dafür sind die Websites gar nicht soooo schlecht. Mehr ist aus Google Sites eben nicht rauszuholen und ich habe nicht den Nerv und die Zeit, mich in ein anderes System einzuarbeiten. Wen's interessiert, der oder die schaue gerne mal auf websites.hoeflacher.info.

Übrigens habe ich seit langem bei Netflix wieder eine Serie gefunden, die ich wirklich gut finde. Sie heißt OA. OA ist der selbstgewählte Name der Protagonistin. Mal sehen, ob es so spannend, mystisch und geheimnisvoll bleibt, wie bisher. Diese Serie hat mir Weihnachten auch versüßt. Spannend war auch der uralte Film "Die Höllenfahrt der Poseidon", den ich mit Karin zusammen angeschaut habe. 

Wie gesagt, ein Weihnachten ohne große Feierlichkeit, aber irgendwie trotzdem ein Jahreshighlight, was Weihnachten eben für mich ist - auch wieder dieses Jahr übrigens. 

Und nicht zuletzt war Weihnachten ein Erfolg, weil ich mich fast immer mit Karin sehr wohl gefühlt habe, obwohl wir nahezu ständig zusammen waren. Manchmal hatte ich richtig gute Laune dabei. Wir haben nichts besonderes gemacht und trotzdem war es schön gewesen. Dieses Jahr sind mir meine Geschenke auch gut gelungen, was natürlich auch zu einer beidseitig gehobenen Stimmung beitrug.

Morgen beginnt zwar wieder ein normaler Wochentag, aber für uns wird es spannend, weil wir für zwei Nächte zu Rainer
Schaff an den Bodensee fahren. Das ist etwas sehr Besonderes für uns. 

HALT! STOPP! ACHTUNG! 

Vielleicht war Weihnachten mindestens -3, obwohl ich mich subjektiv gesehen nicht schlecht gefühlt habe. Wo ist meine Spiritualität hin? Meine Verbindung zur Geistwelt? Meine Dialoge mit Gott, mit Jesus? 

Ist es nicht von einer höheren Warte aus gesehen sehr traurig, so ein Weihnachten zu erleben? Zwar ohne seelisches Leid, aber auch ohne transzendende Berührung. Wohin verschwindet nach und nach meine Überweltlichkeit? Ist das der Preis für psychische Gesundheit? Was ist das schon, psychisch gesund? Ohne seelische Schmerzen zu sein?! Im Alltag zu funktionieren?! Ein geordnetes Leben zu führen?! Zu arbeiten?! Ist es das, was ich wirklich suche, was ich wirklich will? 

Was ist die Alternative? Wieder psychotisch zu werden? Karin zu verlieren? Wieder in einer Messie-Wohnung zu leben ohne eine Mutter, die nach dem Rechten schaut? Einsam werden oder gar ausgestoßen? 

Gibt es einen Mittelweg? 

Ohne einen Preis zu zahlen, ist das Jenseitige nicht zu bekommen. Es ist mit viel Leid verbunden, mit Zweifel, mit psychischen Schmerzen in die Welt der Engel und Dämonen zu gelangen. Das Dortsein kann fürchterlich werden, sogar grauenvoll. Aber zugleich wird das Bewusstsein weit und es ist ja nicht das Ziel unterzugehen und im Wahn zu verschwinden. 

Bin ich soweit, es zu kontrollieren? Kontrolliert auf die Reise an die Grenze zu gehen? Hinüber zu schauen, einen Schritt hinein zu tun und wieder zurück zu finden? 

Ich will dieses glatte Leben nicht. Ziel ist es, sich zu entwickeln und nicht glücklich zu sein. Entwicklung ist zugleich Schmerz und Glück. 

Ist das meine Erkenntnis von Weihnachten 2019? Mehr wagen abseits zu wandeln oder geht es mir einfach zu gut, dass ich die Ruhe und Sicherheit nicht mehr würdigen kann?

Und wenn das Transzendende mein Weg ist für die nächste Zeit, was ist dann konkret zu tun? Wie komme ich da hin wohin es mich zieht? 

Was meinst du, lieber Leser? 




Montag, 9. Dezember 2019

Ein Dutzend Ideen für ein Recoverycollege (RC)

1. Ein RC ist ein Ort, wo seelische Gesundheit und dabei die Genesung von seelischen Erschütterungen das zugrunde liegende Thema ist. 

2. Ein RC ist eine kreative und offene Bildungseinrichtung in der Erfahrungswissen die Grundlage der Wissensvermittlung ist. 

3. Das Kursangebot soll die Interessen aller Bürger berücksichtigen und wendet sich nicht nur an eine spezielle Gruppe von Menschen. 

4. Es werden Kurse angeboten bei denen Dozent*innen und Teilnehmende eine Lerngemeinschaft bilden. Auch die Dozent*innen verstehen sich als Lernende. Neben der Vermittlung von Wissen ist der Austausch und die Interaktion innerhalb der Lerngemeinschaft von wesentlicher Bedeutung. 

5. Das RC verfolgt einen posttrialogischen Ansatz, das heißt, die häufig gelebte Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Psychiatrie-Fachpersonen soll weitmöglichst aufgelöst werden, was den Psychiatrieerfahrenen verbesserte Möglichkeiten zur Inklusion sowie den Angehörigen und Fachpersonen Entlastung bringt. Dies führt unter anderem zu freieren und entspannteren Begegnungen. 

6.Im RC wollen wir uns als ganze, vielfältige Menschen begegnen mit den Fähigkeiten, die wir haben oder noch entdecken werden, denn allen Menschen wohnen bestimmte Talente und Begabungen inne. 

7. Neben Wachstum, Wiedererstarken und Entwicklung, die im RC angeregt werden, wollen wir auch einfach Freude und Spaß miteinander haben. 

8. Die Kurse werden von Peers geleitet, die von nichtpsychiatrieerfahrenen Dozent*innen unterstützt werden können. 

9. Das RC soll sich in Diskussionen und Auseinandersetzungen der Mitwirkenden weiterentwickeln, die sich den Wunsch nach Neuem bewahren. Jedes RC ist anders, als alle anderen. 

10. Mit dem Ansatz der Koproduktion sollen Aufgaben gemeinsam gelöst und Macht- und Verantwortungsgefälle unter den Mitarbeitenden soweit möglich vermieden werden. Gleichberechtigte Zusammenarbeit wird angestrebt und der gegenseitige Umgang ist auf Augenhöhe. 

11. Der Umgang im RC soll respektvoll, wertschätzend, unterstützend und demokratisch sein. Selbstbestimmung, zwischenmenschliche Toleranz bzw. Akzeptanz sind Werte, die uns verbinden. 
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12. Die Institution RC orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, die sich dort begegnen und hinterfragt permanent ihre (vermeintlichen) institutionellen Zwänge. 

Freitag, 6. Dezember 2019

Der aktuelle Spruch

Man entdeckt keine neue Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.
...... 
Und das geht nicht ohne Risiko. 

Donnerstag, 5. Dezember 2019

10 Gründe für mich für ein Recoverycollege in Freiburg

10 GRÜNDE WARUM ICH MIR EIN RECOVERYCOLLEGE FÜR FREIBURG WÜNSCHE:

Ich wünsche mir ein Recoverycollege in Freiburg aus folgenden Gründen:

1. Die Würdigung des Erfahrungswissens von Psychiatrieerfahrenen ist ein zentrales Anliegen. 

2. Es steht das Thema Genesung von einer seelischen Erschütterung im Mittelpunkt. 

3. Es wird ein freier und kreativer Lern- und Wachstumsraum geschaffen, mit möglichst wenigen institutionellen Zwängen. Es reizt mich neue Formen von Lernen und neuartige Kursangebote kennen zu lernen. 

4. Das College hat einen posttrialogischen Ansatz, das heißt die Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Profis wird aufgehoben. Man begegnet sich als kompletter Mensch mit allen Rollen, die gegeben sind und mit denen, die hinzukommen. Die Distanz zwischen "Ihr" und "Wir" wird minimiert. 

5. Die Angebote richten sich an die gesamte Bevölkerung und haben deshalb auch einen starken inklusiven Charakter. 

6. Punkt 4. und 5. könnten von besonderen Bedeutung für meine eigene, persönliche Weiterentwicklung sein, da ich hier u. a. einen kleinschrittigen und machbaren Weg heraus aus meiner Psychiatrieblase sehe und vielleicht eine späte Verwirklichung von Inklusion für mich möglich wird. 

7. Mein bereits schon länger bestehender Wunsch Recovery als Haltung und Weg zur seelischen Genesung und Weiterentwicklung weiterzugeben, findet hier eine für mich überzeugende, konkrete und attraktive Möglichkeit dies zu verwirklichen. 

8. Das College verfolgt das Prinzip der Koproduktion, das heißt egal ob Angehöriger, Profi, Psychiatrieerfahrener oder sonstige Gruppenzugehörigkeit, es wird ein Ausgleich von Macht- und Verantwortungsniveaus angestrebt damit gleichberechtigt und auf Augenhöhe gemeinsam das College aufgebaut und geführt werden kann. 

9. Recovery könnte die alles übergreifende und zugleich verbindende Klammer aller meiner Psychiatrie-Selbsthilfe-Aktivitäten werden. 

10. Ich habe wieder das Gefühl für eine Idee wirklich neu zu brennen und dass ich wieder die Erfahrung machen darf Pioniersarbeit zu leisten. 


Das sind die ersten Vorstellungen zu "meinem" Recoverycollege angeregt durch das Gütersloher Recoverycollege. Der nächste Schritt wird sein, Menschen zu finden, die dieses Vorhaben mit Entschlossenheit und genügend Ressourcen gemeinsam angehen und zusammen in Diskussionen und Auseinandersetzungen unser ganz eigenes, individuell gestaltetes Recoverycollege realisieren. Denn kein Recoverycollege ist wie das andere. 

Freitag, 29. November 2019

Die Zeit ist reif

Ich zweifle immer wieder an meiner Arbeit. Einerseits macht sie mir teilweise Spaß und ich brauche sie. Aber sie erfüllt mich nicht mehr wirklich. Ich brenne für die Dinge nicht mehr so sehr wie früher. Und ich merke, dass ich nicht mehr so leistungsfähig bin. Die Ansprüche, die ich an mich habe, kann ich immer weniger erfüllen. 

Ich will ja nicht mit allem aufhören, aber es ist an der Zeit, dass ich meine Haltung zur Arbeit, zum Leben und zu mir selbst ändere. Ich will neue Prioritäten für mich setzen und neue Beschäftigungen entdecken. 

Mich nervt meine Bequemlichkeit, aber ich schaffe es bisher nicht sie zu überwinden. Ich spüre eine latente Unzufriedenheit und Bedrücktheit, auch wenn von außen gesehen alles gut scheint. Irgendwie ist aus einem förderlichen Stress ein schädlicher Stress geworden.

Ich möchte aus mir selbst heraus leben und nicht mehr dem Erfolg und der Anerkennung nachrennen. Ich spüre auch nicht mehr die Sinnhaftigkeit meiner Tätigkeit. Ich habe immer weniger das Gefühl, dass ich anderen mit dem helfe, was ich tue bzw. das Helfen hat für mich wohl an Bedeutung verloren. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern. Mehr zu mir selbst finden. Diesen inneren Kampf reduzieren und nicht mit Aktivität zudecken.

Die Frage ist, werde ich die Kraft, den Mut und die Persönlichkeit haben, mich zu ändern und meinen Plan umsetzen oder den so leichten Weg wählen und einfach weitermachen wie bisher?

Montag, 11. November 2019

Dialog mit Dorothea Buck

Rainer Höflacher: Hallo Dorothea schön, dass du mit mir redest. Danke!
Dorothea Buck: Ja
RH: Ich weiß, dass du keine so gute Meinung von mir hattest. Aber jetzt siehst du ja, dass ich es ernst meine und gegen meine Schatten kämpfe. 
DB: Ja, stimmt. Du warst jemand, der meiner Vision einer gewaltfreien und humanen Psychiatrie entgegenstand. Ich lerne dich ja erst jetzt wirklich kennen. Aber ich lerne auch jetzt deine Schatten kennen und du hast deine eigene Gewalt tief in dir vergraben, sodass sie nach außen kaum noch spürbar ist. Aber sie wäre enorm, wenn sie ungebremst frei würde. Du trägst über deinen Vater das Erbe der Nationalsozialisten in dir. Sei froh, dass deine Mutter dir Gott nahe gebracht hat. Das hat deine Seele gerettet. Du weißt: "Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nehme doch Schaden an seiner Seele" oder "Nur meine Seele retten, das ist es was ich such. Wenn Sünder Welten hätten, was nützte es im Fluch".
RH: Ja, diese 2 Sprüche hingen bei meiner Oma in Herrentierbach im Wohnzimmer und ich war schon als Kind fasziniert davon. Diese Spruchtafel habe ich mir als Erbe von meiner Mutter ausgesucht. 
RH: Wie geht es dir eigentlich jetzt? 
DB: Ach, Rainer, mir geht es gut. Ich bin in so vielen Köpfen und Herzen. Führe so viele schöne Gespräche, dass ich kaum Ruhe finde. Aber das wird ja noch kommen. Mit den kommenden Generationen wird es weniger werden. Und das ist gut so. Aber ich bin auch in den Herzen solcher Menschen wie du, die noch um ihre Humanität kämpfen und noch Wege finden müssen zu ihrer Liebesfähigkeit zu kommen. Es ist schön, dass ich denen jetzt vielleicht besser helfen kann, als zu Lebzeiten.
RH: Ja mit deinem Tod habe ich mich entschieden deine Vision an eine gewaltfreie Psychiatrie zu übernehmen, allerdings nur halbherzig: "Versuche das Unmögliche, um das Mögliche zu erreichen". Tut mir leid, mehr schaffe ich im Moment nicht.
DB: Immerhin. 
RH: Ja, die Frage nach der Möglichkeit einer gewaltfreien Psychiatrie hinterlässt du mir als schweres Erbe. Mal sehen, ob irgendwann diese Frage wieder mehr in den Mittelpunkt meines Denkens kommt. Derzeit bestimmen mich andere Themen. 
DB: Nun lass uns unseren Dialog für heute beenden. Ich bin immee für dich da, wenn du mich rufst. Ich gehöre zu deinen zuverlässigen Stimmen, wie Klaus Laupichler und Gott und viele anderen. Du musst dich allerdings daran gewöhnen, das Jesus in dieser Hinsicht für dich nicht sicher ist. Er antwortete dir nur, wenn er es für richtig hält. Aber er freut sich trotzdem, dass euer Verhältnis viel besser geworden ist, als in früheren Jahren. Bis bald, Rainer. 
RH: Bis bald, Dorothea. Und danke für den Dialog.. 
DB: Bitte. Dank dir auch. Und pass auf dich auf. Du hast Glück, dass du ein Gotteskind bist, sonst wäre es schlecht um dich bestellt. Aber so bist du auf einem guten Weg, auch wenn mir dieser in der Vergangenheit nicht so gut gefallen hat. 
RH: Schön, dass du jetzt besser in mein Herz schauen kannst. Übernimm dich nicht und gönne dir die Ruhe und den Frieden, den du verdient hast. Bis zum nächsten Mal. 

Freitag, 8. November 2019

Realität

Die Realität könnte so schön sein, hat man mir erzählt. 

Vielleicht lerne ich sie ja mal kennen.

:-) 

Die Verantwortung Gottes für das Leid in der Welt

Manche Gläubige gehen so vor: Sie lesen die Bibel, meinen danach zu Wissen was Gut und was Böse ist. Für das vermeintlich Gute in der Welt i...