Montag, 9. Dezember 2019

Ein Dutzend Ideen für ein Recoverycollege (RC)

1. Ein RC ist ein Ort, wo seelische Gesundheit und dabei die Genesung von seelischen Erschütterungen das zugrunde liegende Thema ist. 

2. Ein RC ist eine kreative und offene Bildungseinrichtung in der Erfahrungswissen die Grundlage der Wissensvermittlung ist. 

3. Das Kursangebot soll die Interessen aller Bürger berücksichtigen und wendet sich nicht nur an eine spezielle Gruppe von Menschen. 

4. Es werden Kurse angeboten bei denen Dozent*innen und Teilnehmende eine Lerngemeinschaft bilden. Auch die Dozent*innen verstehen sich als Lernende. Neben der Vermittlung von Wissen ist der Austausch und die Interaktion innerhalb der Lerngemeinschaft von wesentlicher Bedeutung. 

5. Das RC verfolgt einen posttrialogischen Ansatz, das heißt, die häufig gelebte Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Psychiatrie-Fachpersonen soll weitmöglichst aufgelöst werden, was den Psychiatrieerfahrenen verbesserte Möglichkeiten zur Inklusion sowie den Angehörigen und Fachpersonen Entlastung bringt. Dies führt unter anderem zu freieren und entspannteren Begegnungen. 

6.Im RC wollen wir uns als ganze, vielfältige Menschen begegnen mit den Fähigkeiten, die wir haben oder noch entdecken werden, denn allen Menschen wohnen bestimmte Talente und Begabungen inne. 

7. Neben Wachstum, Wiedererstarken und Entwicklung, die im RC angeregt werden, wollen wir auch einfach Freude und Spaß miteinander haben. 

8. Die Kurse werden von Peers geleitet, die von nichtpsychiatrieerfahrenen Dozent*innen unterstützt werden können. 

9. Das RC soll sich in Diskussionen und Auseinandersetzungen der Mitwirkenden weiterentwickeln, die sich den Wunsch nach Neuem bewahren. Jedes RC ist anders, als alle anderen. 

10. Mit dem Ansatz der Koproduktion sollen Aufgaben gemeinsam gelöst und Macht- und Verantwortungsgefälle unter den Mitarbeitenden soweit möglich vermieden werden. Gleichberechtigte Zusammenarbeit wird angestrebt und der gegenseitige Umgang ist auf Augenhöhe. 

11. Der Umgang im RC soll respektvoll, wertschätzend, unterstützend und demokratisch sein. Selbstbestimmung, zwischenmenschliche Toleranz bzw. Akzeptanz sind Werte, die uns verbinden. 
Zitierten Text ausblenden

12. Die Institution RC orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, die sich dort begegnen und hinterfragt permanent ihre (vermeintlichen) institutionellen Zwänge. 

Freitag, 6. Dezember 2019

Der aktuelle Spruch

Man entdeckt keine neue Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.
...... 
Und das geht nicht ohne Risiko. 

Donnerstag, 5. Dezember 2019

10 Gründe für mich für ein Recoverycollege in Freiburg

10 GRÜNDE WARUM ICH MIR EIN RECOVERYCOLLEGE FÜR FREIBURG WÜNSCHE:

Ich wünsche mir ein Recoverycollege in Freiburg aus folgenden Gründen:

1. Die Würdigung des Erfahrungswissens von Psychiatrieerfahrenen ist ein zentrales Anliegen. 

2. Es steht das Thema Genesung von einer seelischen Erschütterung im Mittelpunkt. 

3. Es wird ein freier und kreativer Lern- und Wachstumsraum geschaffen, mit möglichst wenigen institutionellen Zwängen. Es reizt mich neue Formen von Lernen und neuartige Kursangebote kennen zu lernen. 

4. Das College hat einen posttrialogischen Ansatz, das heißt die Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Profis wird aufgehoben. Man begegnet sich als kompletter Mensch mit allen Rollen, die gegeben sind und mit denen, die hinzukommen. Die Distanz zwischen "Ihr" und "Wir" wird minimiert. 

5. Die Angebote richten sich an die gesamte Bevölkerung und haben deshalb auch einen starken inklusiven Charakter. 

6. Punkt 4. und 5. könnten von besonderen Bedeutung für meine eigene, persönliche Weiterentwicklung sein, da ich hier u. a. einen kleinschrittigen und machbaren Weg heraus aus meiner Psychiatrieblase sehe und vielleicht eine späte Verwirklichung von Inklusion für mich möglich wird. 

7. Mein bereits schon länger bestehender Wunsch Recovery als Haltung und Weg zur seelischen Genesung und Weiterentwicklung weiterzugeben, findet hier eine für mich überzeugende, konkrete und attraktive Möglichkeit dies zu verwirklichen. 

8. Das College verfolgt das Prinzip der Koproduktion, das heißt egal ob Angehöriger, Profi, Psychiatrieerfahrener oder sonstige Gruppenzugehörigkeit, es wird ein Ausgleich von Macht- und Verantwortungsniveaus angestrebt damit gleichberechtigt und auf Augenhöhe gemeinsam das College aufgebaut und geführt werden kann. 

9. Recovery könnte die alles übergreifende und zugleich verbindende Klammer aller meiner Psychiatrie-Selbsthilfe-Aktivitäten werden. 

10. Ich habe wieder das Gefühl für eine Idee wirklich neu zu brennen und dass ich wieder die Erfahrung machen darf Pioniersarbeit zu leisten. 


Das sind die ersten Vorstellungen zu "meinem" Recoverycollege angeregt durch das Gütersloher Recoverycollege. Der nächste Schritt wird sein, Menschen zu finden, die dieses Vorhaben mit Entschlossenheit und genügend Ressourcen gemeinsam angehen und zusammen in Diskussionen und Auseinandersetzungen unser ganz eigenes, individuell gestaltetes Recoverycollege realisieren. Denn kein Recoverycollege ist wie das andere. 

Freitag, 29. November 2019

Die Zeit ist reif

Ich zweifle immer wieder an meiner Arbeit. Einerseits macht sie mir teilweise Spaß und ich brauche sie. Aber sie erfüllt mich nicht mehr wirklich. Ich brenne für die Dinge nicht mehr so sehr wie früher. Und ich merke, dass ich nicht mehr so leistungsfähig bin. Die Ansprüche, die ich an mich habe, kann ich immer weniger erfüllen. 

Ich will ja nicht mit allem aufhören, aber es ist an der Zeit, dass ich meine Haltung zur Arbeit, zum Leben und zu mir selbst ändere. Ich will neue Prioritäten für mich setzen und neue Beschäftigungen entdecken. 

Mich nervt meine Bequemlichkeit, aber ich schaffe es bisher nicht sie zu überwinden. Ich spüre eine latente Unzufriedenheit und Bedrücktheit, auch wenn von außen gesehen alles gut scheint. Irgendwie ist aus einem förderlichen Stress ein schädlicher Stress geworden.

Ich möchte aus mir selbst heraus leben und nicht mehr dem Erfolg und der Anerkennung nachrennen. Ich spüre auch nicht mehr die Sinnhaftigkeit meiner Tätigkeit. Ich habe immer weniger das Gefühl, dass ich anderen mit dem helfe, was ich tue bzw. das Helfen hat für mich wohl an Bedeutung verloren. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern. Mehr zu mir selbst finden. Diesen inneren Kampf reduzieren und nicht mit Aktivität zudecken.

Die Frage ist, werde ich die Kraft, den Mut und die Persönlichkeit haben, mich zu ändern und meinen Plan umsetzen oder den so leichten Weg wählen und einfach weitermachen wie bisher?

Montag, 11. November 2019

Dialog mit Dorothea Buck

Rainer Höflacher: Hallo Dorothea schön, dass du mit mir redest. Danke!
Dorothea Buck: Ja
RH: Ich weiß, dass du keine so gute Meinung von mir hattest. Aber jetzt siehst du ja, dass ich es ernst meine und gegen meine Schatten kämpfe. 
DB: Ja, stimmt. Du warst jemand, der meiner Vision einer gewaltfreien und humanen Psychiatrie entgegenstand. Ich lerne dich ja erst jetzt wirklich kennen. Aber ich lerne auch jetzt deine Schatten kennen und du hast deine eigene Gewalt tief in dir vergraben, sodass sie nach außen kaum noch spürbar ist. Aber sie wäre enorm, wenn sie ungebremst frei würde. Du trägst über deinen Vater das Erbe der Nationalsozialisten in dir. Sei froh, dass deine Mutter dir Gott nahe gebracht hat. Das hat deine Seele gerettet. Du weißt: "Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nehme doch Schaden an seiner Seele" oder "Nur meine Seele retten, das ist es was ich such. Wenn Sünder Welten hätten, was nützte es im Fluch".
RH: Ja, diese 2 Sprüche hingen bei meiner Oma in Herrentierbach im Wohnzimmer und ich war schon als Kind fasziniert davon. Diese Spruchtafel habe ich mir als Erbe von meiner Mutter ausgesucht. 
RH: Wie geht es dir eigentlich jetzt? 
DB: Ach, Rainer, mir geht es gut. Ich bin in so vielen Köpfen und Herzen. Führe so viele schöne Gespräche, dass ich kaum Ruhe finde. Aber das wird ja noch kommen. Mit den kommenden Generationen wird es weniger werden. Und das ist gut so. Aber ich bin auch in den Herzen solcher Menschen wie du, die noch um ihre Humanität kämpfen und noch Wege finden müssen zu ihrer Liebesfähigkeit zu kommen. Es ist schön, dass ich denen jetzt vielleicht besser helfen kann, als zu Lebzeiten.
RH: Ja mit deinem Tod habe ich mich entschieden deine Vision an eine gewaltfreie Psychiatrie zu übernehmen, allerdings nur halbherzig: "Versuche das Unmögliche, um das Mögliche zu erreichen". Tut mir leid, mehr schaffe ich im Moment nicht.
DB: Immerhin. 
RH: Ja, die Frage nach der Möglichkeit einer gewaltfreien Psychiatrie hinterlässt du mir als schweres Erbe. Mal sehen, ob irgendwann diese Frage wieder mehr in den Mittelpunkt meines Denkens kommt. Derzeit bestimmen mich andere Themen. 
DB: Nun lass uns unseren Dialog für heute beenden. Ich bin immee für dich da, wenn du mich rufst. Ich gehöre zu deinen zuverlässigen Stimmen, wie Klaus Laupichler und Gott und viele anderen. Du musst dich allerdings daran gewöhnen, das Jesus in dieser Hinsicht für dich nicht sicher ist. Er antwortete dir nur, wenn er es für richtig hält. Aber er freut sich trotzdem, dass euer Verhältnis viel besser geworden ist, als in früheren Jahren. Bis bald, Rainer. 
RH: Bis bald, Dorothea. Und danke für den Dialog.. 
DB: Bitte. Dank dir auch. Und pass auf dich auf. Du hast Glück, dass du ein Gotteskind bist, sonst wäre es schlecht um dich bestellt. Aber so bist du auf einem guten Weg, auch wenn mir dieser in der Vergangenheit nicht so gut gefallen hat. 
RH: Schön, dass du jetzt besser in mein Herz schauen kannst. Übernimm dich nicht und gönne dir die Ruhe und den Frieden, den du verdient hast. Bis zum nächsten Mal. 

Freitag, 8. November 2019

Realität

Die Realität könnte so schön sein, hat man mir erzählt. 

Vielleicht lerne ich sie ja mal kennen.

:-) 

Sonntag, 27. Oktober 2019

Die Psychiatrie, ich und Recovery

Was könnte ich eigentlich zur Psychiatrie schreiben, ohne dass man mir einen Titel vorgibt, ohne dass ich vorher lange überlege, sondern die Gedanken nehme, wie sie kommen:

Als erstes denke ich da an meine grundsätzliche Einstellung zur Psychiatrie. Vor vielen Jahren habe ich Schlimmes in der Psychiatrie erlebt: Fixierungen., Zwangsspritze, zuletzt 2009 Isolierung. Das hat aber alles nicht dazu geführt, dass ich ein Psychiatriegegner geworden bin. Lange Zeit habe ich an mir gezweifelt, dass ich deswegen nicht richtig sei, zu angepasst, zu unterwürfig. Jetzt sage ich, ich bin wie ich bin und ich bin eben eher psychiatriefreundlich. Die vielen Menschen, die sich um mich gekümmert haben, manche mit viel Herzblut. Die vielen netten Profis, die mir bei meiner langjährigen Selbsthilfearbeit begegnet sind. Sicher waren dabei nicht alle auf Augenhöhe, auch eingebildet, arrogant, sehr von sich eingenommen und überzeugt - aber meist finde ich auch bei denen etwas Nettes oder ich kann sie einfach lassen, wie sie sind. Bin ich deswegen ein schlechter Interessenvertreter? Vielleicht fehlt mir da schon das Gefühl für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ich komme mehr vom System her und vielleicht weniger vom Menschen. Ich sehe, dass Psychiatrie nicht optimal läuft. Ich habe Ideen, wie es besser sein könnte, aber ich handle nicht aus Empörung und Entrüstung, sondern aus dem Wunsch heraus, es besser zu machen, um Psychiatrie weiter zu entwickeln.


Neben allen Modellen, Konzepten und Methoden ist für mich das Wichtigste, mit welcher Haltung die Profis den Patienten und den Klienten begegnen:

1.      Machen sie Mut oder demoralisieren sie?
2.      Nehmen sie ernst oder vermuten sie überall Betrug und Lügen?
3.      Glauben sie an die Genesung oder sprechen sie von austherapiert und chronisch?
4.      Spenden sie Trost und Hoffnung, wenn das Gegenüber keinen Sinn und keinen Ausweg mehr sieht oder schweigen sie dann hilflos?
5.      Haben sie selbst einen Sinn für sich gefunden, um auch anderen bei der Sinnsuche behilflich zu sein oder machen sie ihre Arbeit nach Vorschrift und Regeln ohne zu wissen weshalb?
6.      Können sie professionelle Nähe zulassen oder verstecken sie sich vielleicht sogar gleichgültig hinter der viel beschworenen professionellen Distanz?
7.      Glauben Sie an die Fähigkeiten des zu Unterstützenden, können sie diese erkennen und fördern oder sehen sie nur, was nicht geht, was defizitär scheint?
8.      Nehmen sie die Wünsche und Ziele ernst und fördern das Erreichen oder raten sie davon ab und reden von Fantasie und bemühen die in diesem Zusammenhang lähmende Vernunft?
9.      Verstehen sie sich als Berater und Assistent oder meinen sie genau zu wissen was richtig, falsch und besser ist?
10. Ist es ihnen die Befindlichkeit wicht oder denken sie nur an die Symptome unter denen gelitten wird?
11. Sind sie bereit Risiken einzugehen und an den Anderen zu glauben und bei Misserfolg es wieder zu wagen oder packen sie so in Watte, dass keine Entwicklung mehr möglich ist?
12. Sehen sie bei schwierigen Menschen das Liebenswerte, das jeder Mensch in sich trägt, deren Schrei nach Liebe und Anerkennung oder verurteilen sie das herausfordernde Verhalten, lehnen ab, grenzen aus, ja hassen sogar - selbst als bezahlte Helfer?

Das fällt mir zum Thema Haltung ein. Diese Wünsche an die Profis versammeln sich beim Recoveryansatz. Nicht dass das alles neu wäre, aber leider noch lange nicht überall umgesetzt. Mir ist klar, dass die Profis keine Übermenschen sind und genauso wenig perfekt sind, wie die von psychischer Erschütterung Betroffenen. Aber mit Recovery bekommen sie eine Leitlinie vermittelt und zwar nicht von ihren Chefs oder irgendwelchen Professoren, sondern direkt von den Betroffenen, denn der Recoveryansatz wurde von Psychiatrieerfahrenen aus den USA und Neuseeland entwickelt. 

x

Sonntagmorgengedanken

Er liegt auf der Couch. Der Rolladen lässt etwas Licht des Morgens in das Zimmer. Er nimmt sein Handy, überlegt, legt es wieder hin und hängt weiter seinen Gedanken nach.

Zugleich Lust auf Aktivität und zugleich auch wieder nicht. Eine gedachte Möglichkeit nach der anderen, wird innerlich wieder von ihm abgelehnt. Zuviel Aufwand, keine Lust.

Er müsste viel mehr lesen. Sein Wissen vermehren, aber er produzierte nur Mails, WhatsApp-Nachrichten und Dokumente. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen. 

Auch sein schlechtes Gedächtnis trug dazu bei, dass er immer weniger vertieftes Spezialwissen parat hatte. Überall ein bisschen, aber wenn man mehr wissen wollte, musste er passen. 

Zudem verlor er immer mehr die Fähigkeit zu erzählen und zu berichten. Er hatte das Gefühl, er müsse sich kurz fassen, wie er es auch von anderen erwartete. Er setzte sich deswegen selbst unter Druck und das Ergebnis war, dass er nur knapp einen Gedanken an den anderen reihte und nicht die notwendige Breite der Informationen weitergab. So kam es, dass ihm relativ schnell die Gedanken ausgingen und er Notizen benötigte, um weitere Ideen für sein Sprechen zu bekommen. Es fiel ihm immer schwerer frei zu reden. Es fehlte ihm dazu auch immer mehr die Übung dazu. Seine Kommunikation verlief inzwischen im Wesentlichen schreibend: Mails, WhatsApp, Facebook. Kurze, knappe Statements waren dort gefragt, was ihm sehr entgegen kam. Einen längeren Text zu schreiben, war ihm kaum möglich.

Drei Stunden später liegt er im Bett und hört die zufällige Bestenliste seiner Songs bei Google. Ein guter Kompromiss zwischen Langeweile und gebremstem Schaffensdrang. Zeit totschlagen oder Genuss? Schwer zu entscheiden. 

Rosenstolz. Herbert Grönemeyer. Roger Cicero. Max Mutzke. Bap. Peter Maffay. Konstantin Wecker. Komisch. Wo sind die englischen Songs?

Langsam kündigt sich das Mittagessen an. Hähnchenschenkel gibt es heute. Mit Gemüse. Dann wird er ins gewohnte Tun in der Küche kommen. 

Nun gehen wir schon Richtung Nachmittag. Google Pay Music ist Spotify gewichen: Ray Wilson. 

Aufgegeben hat er zu suchen was gerade passen könnte und lässt einfach zu. Das Nichtstun, das nicht Freude haben, sondern das nur sein. Schwierig, das auszuhalten ohne das Gefühl Zeit zu vergeuden. 








Samstag, 26. Oktober 2019

Mahnungen

Meine Erkrankung mahnt mich immer wieder, nicht der Mensch zu werden, der ich vermutlich ohne sie geworden wäre....

Der liebe Gott mahnt mich, mich nicht so wichtig zu nehmen....

Spuren der Liebe hinterlassen

Und plötzlich kommen die Zweifel, die Scham. Schon wieder eine Veranstaltung vorzeitig beendet. Die Unsicherheit wird größer. Inwieweit kann man sich noch auf mich verlassen? Wann werden die Zustände wiederkommen? Hab ich mich richtig verhalten? Die Mail an Uwe Bening und Elke Atzpodien mit meiner Erklärung - war die nötig gewesen?

Wenn ich bedenke, dass in Syrien Krieg ist. Dass auf der Welt so viele Menschen gewaltsam sterben. DANN schäme ich mich noch mehr darüber wie wichtig ich mich mit meinem Leben nehme. 

Eine kleine Welt unter 7 Milliarden Welten. Ein kleines Leben unter 7 Milliarden Leben.

Vielleicht ist mein größter Fehler, dass ich mich für soooo wichtig halte.

Demut lernen. Die Not der anderen wahrnehmen und lindern angesichts der eigenen Erfahrung. Mitgefühl statt Verurteilung. Spuren der Liebe in die Welt bringen. Das sind doch die eigentlichen Ziele, die mich antreiben - sollten. 

Weg mit Scham und Schuld. Weiter machen. Besser machen. 



Ein Dutzend Ideen für ein Recoverycollege (RC)

1. Ein RC ist ein Ort, wo seelische Gesundheit und dabei die Genesung von seelischen Erschütterungen das zugrunde liegende Thema ist.  2. Ei...