Samstag, 14. November 2020

4-Phasentheorie 2020

1. Aufbruch: Corona brachte mich zum fast schon euphorischen persönlichen Aufbruch. 
2. Umsetzung: Die Umsetzung neuer Ideen gelang, konnte aber nicht stabilisiert werden. 
3. Rückfall: Rückfall in alte Gewohnheiten und in alten Lebensstil. 
4. Und jetzt? Quo vadis?: Chef im Ring oder Opfer meiner Selbst? 



Samstag, 31. Oktober 2020

Schreibend im Augenblick

Schreibend fließe ich ins Sein. Kurz halte ich Inne und warte bis sich wieder Gedanken melden, die aufgeschrieben werden wollen. Soll ich Schreibkurse geben. Ich will im Moment meine Gedanken keine Schranken auferlegen und durch den Filter der Bewertung laufen lassen. Meditatives Schreiben? Indem ich wahrend des Schreibens meinen Text mitspreche reduziere ich die Schnelligkeit meiner Gedanken und lasse ihnen im Hintergrund Zeit sich zu formen. Kurz inne halten und warten. Jetzt kündigt sich was Neues an.

Meine Digitaluhr. Mit roten Zahlen steht sie erhoben auf einem Thron am Fußende meines Bettes Wir oft schon angeschaut. Die Zeit. Die Ziffern interpretiert. 22:22, 12:34, 3:14, 21:21 usw. Und immer dann eine Zäsur meines Denkens. Manchmal ein Botschaft Gottes oder wem auch immer. Eine Reaktion auf mein Denken? Unlogisch, da die Zeit den Takt vorgibt, oder? Gibt nicht unsere innere Uhr den Takt vor? Ein kurzes Wegschauen von der Uhr und eine Viertelstunde ist vergangen oder das gebannte schauen, auf das zähe Zählen. Wer kennt das nicht? Oder starr blicken auf die Prozentzahlen eines Installationsbalken oder einer Downloadanzeige eines Computers und im Nachhinein war die Zeit verflogen.

"Smile", auch dieser Schriftzug hängt am Ende meines Bettes. Den sollte ich beherzigen. Mir fällt auf, dass mein Gesicht mürrisch in die Welt blickt, wenn ich mich nicht zm gehobene Mundwinkel bemühe. Fast schon teilnahmslos und schlecht gelaunt dominiert dieser Ausdruck mein Gesicht. Bei den Videokonferenzen, die jetzt während Corona en vogue sind, ist mir das entsetzt aufgefallen. 

Und jetzt noch meine 4 aktuellen Wahlsprüche auch an der Wand zu meinen liegenden Füßen:

1. Du bist reich! Du hast eine Frau, die du glücklich machen darfst. 
2. Wissen redet, Weisheit hört zu. 
3. Mit Gott ich selbst sein. Gott nahe zu sein, ist mein Glück 
4. SEI DU SELBST! Im Schmerz. In der Freude. In der Wut. Mit deiner Härte. Und wie du liebst. Nimm das an!

Noch kurz ein paar Meilensteine auf meinem Entwicklungsweg seit 2000:

1. Recovery kennen gelernt. 
2. Zwischenspiel mit John Strelecky. 
3. Mit Jesus angefreundet.
4. Mich auf den Weg mit Gott gemacht.
5. Beeinflusst durch Zen-Buddhismus dank Eberhard 
--> Dabei ständig von Gott begleitet

Soviel für heute und zurück.... 

Rede darüber, dass du es nicht tun musst.

Aufmerksamkeit erregen: Eins.
Theorie: Zweibisdrei. 
Tun: Sechs. 
Setzen. 

Auf dem Weg! - was sonst?

Alles reiht sich aneinander, wie ein Puzzle, greift Stück in Stück. Sei glücklich, wenn Gott dir für einen Moment diese Sicht schenkt und sei überglücklich, wenn sie anhält. Den Blick von oben herab, die Gelegenheit das Wirken Gottes zu erkennen, ist ein entscheidender Schritt hin zu der nächsten Stufe der Entwicklung. Sei nicht traurig, wenn er dir wieder verloren geht, umso mehr wird er dich erfreuen, wenn er sich wieder zeigt.

Heute sehe ich Corona als Chance meinen Weg nach Innen weiter zu gehen ohne von meiner Arbeit verschlungen zu werden und wieder in die Irre geführt zu werden. Oder ist auch die Irre der Weg? 

Im Augenblick erfasst mich wieder die kreative Ideenmacht und ich genieße es festzuhalten, was aus mir flutet.

Vielleicht schon morgen werde ich auf dem Sofa sitzen und bedauern, dass keine Mails mehr kommen oder auf dem Bett liegen und in der wunden Brust erleben, keine Lust, keine Lust, keine Lust. Aber auch dann kann ich früher Gast im Paradies sein, wenn ich diesen Schmerz hinnehme, ihn sein lasse, auch wenn er weh tut. Ihn in seine großartigen Ausgestaltung in mich aufnehme und somit seinen Gegensatz, die Freude, auflöse. Das ist die Theorie. 

Jetzt ist es angesagt diese Theorie mit gegenwärtigen Erleben zu füllen. Nicht an der Logik oder Nichtlogik herumsinnieren, sondern diese Erkenntnis überführen und im Augenblick Eins werden mit mir selbst und den Goldschatz in mir bergen. 

Lasst es mich das nächste Mal ausprobieren, wenn mich wieder einer meiner Unruhezustände quälend attackiert. Wenn ich nur mit Mühe tätig sein kannn, nur noch mit Mühe sprechen kann. Wenn mich die Unruhe drängt und das Tun kein angemessenes Ventil mehr ist. Wenn der Deckel des Topfes auf dem Feuer tonnenschwer scheint und der Druck. kaum auszuhalten ist. 

Dann lasst es mich ausprobieren, diesen quälenden Zustand hinzunehmen. Nicht um ihn zu beheben, sondern im Augenblick bewusst Eins mit ihm zu sein. 

Corona ist auch eine Chance dem Schritt näher zu kommen meine Pläne aufzugeben. Konzepte nicht mehr zu benötigen, die meinem Leben halt geben sollen, um mich in trügerischer Sicherheit zu wähnen. Soll ich diesen Quantensprung anvisieren? Mich dieser Leere aussetzen? 

Halt, nicht fragen, was erhalte ich dafür, sondern erleben, ob es richtig ist, ob es der richtige Weg ist, auf dem ich bereits gehe. Habe ich mich bereits entschieden? Ist Entscheidung in dieser Sache überhaupt möglich oder ist man mitgerissen im zwangsläufigen Fluss des großen einen, das alles ist? 


Dienstag, 20. Oktober 2020

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Hallo, lieber Leser,

in meinem Kopf wartet die Wirklichkeit auf dich - und auf mich, denn du bist ich. Wir sind alles, doch auch eins. Nämlich ich und alles. 1 = 2 = 1. Ich bin Gott und der Stein und der Wind und die Ameise und die Liebe und der Hass. 

Der Tisch vor uns ist eine Signatur in meinem Kopf mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Aber sein hartes Holz ist nur ein elektrischer Impuls, der von meinen Fingerkuppen an mein Gehirn gesendet wird. Wenn ich den Unterbrecher finde, verschwindet der Tisch und da es keine Krankheit gibt, bin ich auch dann nicht krank, sondern nur anders, vielleicht sogar besonders. 

Wenn meine Sehzellen den Tisch nicht mehr empfangen, verschwindet er als Abbild in meinen Neuronen. 

Er ist nicht mehr zu tasten und nicht mehr zu sehen - vielleicht nur noch als Bild in meinem Gedächtnis, für eine gewisse Zeit. 

Die Wirklichkeit ist nur in meinem Kopf wirklich. Alles um uns herum ist eine Erscheinung unserer Wahrnehmung - unserer Sinne. 

Ich glaube daran, dass es den Tisch vor mir nicht wirklich gibt. Und er wird nicht durch Kommunikation erschaffen, sondern aus der Art, wie meine Sinne funktionieren und wie deren Information in meinem Gehirn verarbeitet werden. 

Vorausgesetzt mein Gehirn existiert. 
Vorausgesetzt ich existiere. 
Ich denke, also bin ich.

Vielleicht bin ich nur eine Kette von Gedanken in einer sonst leeren Unendlichkeit und schaffe die Welt nur als Bühne meiner Existenz und um der Einsamkeit zu entliehen. 

Genaugenommen gibt es keine Überraschung, kein Gegenüber, kein Abenteuer, denn alles bin ich und ich bin alles. 

Bin ich sterblich? 



Donnerstag, 1. Oktober 2020

Unvernunft

5 Uhr, seit 2 wach
Gelesen, programmiert, Smartphone, Musik
Gepuzzelt
Die 2. Tasse Kaffee vor mir
So unvernünftig
Die Nacht wird zum Tag
Jetzt schreibend mein Glück suchen

Und du? 


Samstag, 26. September 2020

Das Monster

Das Monster

Es steht vor deiner Tür 
Mach ihm auf
Frage nach seinem Wunsch
Und lass es ein

Es wird essen dein Brot
Trinken deinen Wein
Aber nicht dankbar sein

Es wir deine Geschenke nehmen
Ohne Danke zu sagen
Wird Geschenke erwarten das nächste Mal
Ohne selbst zu schenken
Denn es sind Opfer

Frage ihn nochmal
Und es wir nochmal lügen
Dir mitten ins Gesicht
Mit böser Absicht
Und wieder wirst du ihm glauben
Du kennst kein Misstrauen 

Und plötzlich erkennst du dich in ihm
Sprichst dieselbe Sprache



Montag, 14. September 2020

Tränen, Pläne, Entscheidungen

Ist mir egal
Und sollt ihr denken was ihr wollt 

Wohin, irgendwo 
Wozu, irgendwie
Warum, egal

Die Tränen fließen 
Jeden Tag ein Kampf 
Mal mehr, mal weniger 
Der Schmerz sammelt sich

Und dann
Woher, irgendwann 
Fließen die Tränen 

Und niemand weiß weshalb 
Außer du, mein Gott 
........................ 
 
Pläne, Ziele, Vorhaben
Alles schön 
Aber jetzt ist
Jetzt fallen die Entscheidungen 
Und halten sie sich an den Plan? 

Viel vorgenommen für die nächste Zeit 
Für mein Selbst, nicht für den Erfolg 
Wohin geht der Weg? 
Zurück in alte Routinen? 

Wieder große Worte
Statt Taten? 
Statt wirkliche Entscheidungen 
Die keine Hintertür offen lassen? 

Immer nur Risiken minimieren macht auf die Dauer nicht glücklich

Alles Alte aufgeben ist nicht die Lösung 
Aber andere Schwerpunkte setzen
Auch wenn die Kicks ausbleiben

Loslassen
Konkurrenz, Ehrgeiz, Erfolg
Zurückfahren, soweit möglich 

Der Weg zu sich selbst ist kein einfacher
Und für den gibt es keinen Beifall 
Den geht man alleine



Samstag, 12. September 2020

Lebensthema Psychiatrie

21 Jahre "arbeite" ich jetzt in der Psychiatrie. War nie der Revoluzzer. Hab mein Bestes gegeben. Mit all meine Schwächen und Unzulänglichkeiten, aber auch meine Stärken konnte ich einbringen. Habe selten für die Rechte von Psychiatrieerfahrenen gekämpft, selten mich über Ungerechtigkeit empört - ja sie oft nicht einmal erkannt. Doch mit meiner gemäßigten Art fand ich viel Gehör. Konnte für neue Konzept als Betroffenensicht werben. Konzepte, die die Psychiatrie verbessern sollten. Konzepte hinter denen ich stand und immer noch stehe. Vielleicht mit fast 60 mit etwas weniger Herzblut und nicht mehr so großer Bereitschaft über meine Grenzen zu gehen. Ja, was sind das für Themen, die mich einen großen Teil meines Lebens beschäftigt haben? Und man muss bedenken, ich habe 21 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet, aber ich habe auch 18 Jahre in der Psychiatrie gelitten - an meiner Erkrankung, aber auch durch die Psychiatrie. Soteria, Krisendienste, Offener Dialog, Recovery, EX-IN, Gemeindepsychiatrie, Zwang und Gewalt, Inklusion, Tagesstätten und vieles mehr ist mir in diesen Jahren begegnet. Die Grundlage von allem war und ist der Partizipationsgedanke. Die Mitwirkung von Psychiatrieerfahrenen auf allen konkreten und politischen Ebenen im Bereich der Psychiatrie. Das Einmischen, das Mitgestalten, das Berichten von Erfahrungen Psychiatrieerfahrener und meiner eigenen. Ohne Partizipation sind Psychiatrieerfahrene hilflose Marionetten im Spiel der Mächtigen. Gott sei Dank wurde das vor 35 Jahren von integeren Menschen und den Betroffenen selbst erkannt und in die Wege geleitet.

Heute ist die Psychiatrie menschlicher geworden, aber es gibt immer noch viel zu tun. Vielleicht auf einem höheren Niveau, aber immer noch gilt es das große Leiden zu lindern, das durch psychische Erkrankungen erzeugt wird. Immer noch enden nicht wenige psychische Krisen mit dem Tode. Immer noch gibt es Ungerechtigkeit, Willkür und Zwang und Gewalt. Subtiler angewandt, mit besseren Argumenten, aber wir brauchen immer noch die Kämpfer und die Streiter - auch wenn ich nicht dazu gehöre. Aber es braucht auch Menschen wie mich, die freundlich kritisch, diplomatisch zielstrebig ihr Ziel verfolgen, die Psychiatrie besser zu machen, um somit indirekt Leiden zu lindern, wenn es einem schon nicht gegeben ist ein Helfertyp zu sein.

Ich will versuchen mich auch neu zu orientieren. Bereiche (wieder)entdecken, die nichts direkt mit der Psychiatrie zu tun haben. Mit 19 hat mich die Psychiatrie vereinnahmt, mir versucht zu helfen. Sie hat mich bis heute nicht mehr losgelassen - und ich sie nicht. Und sie wird mich weiter begleiten. Etwas weniger dramatisch, mit etwas weniger Motivation meinerseits, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ganz aus meinem Leben verschwindet. 

Es ist ein Lebensthema für mich, mich für meine Kollegen, die Psychiatrieerfahrenen einzusetzen. Und es kann sein, dass das erst mit meinem Tod ein Ende nimmt 

Freitag, 4. September 2020

Gedankenprotokoll wird zur Aktivität

Rufe meinen Blog auf. Will schreiben. Keine Ahnung was. Langeweile? Vielleicht ein bisschen. Pure Schreiblust mit Leere im Kopf? Schon eher.

Kein Thema drängt sich auf. Nichts was mich gerade beschäftigt. 

Sitze auf dem Sofa. Kaffee vor mir. Blick gerade aus. Sinniere. 

Zum 17 mal schreibe ich vom Ticken der Wohnzimmeruhr. Die Meerschweinchen rascheln ab und zu im Streu und Heu. Mampfen leicht. Schnurren. Bewegen sich träge. Mehr ist nicht zu hören. Stille. 

Stille? Mein Verstand regt sich. Wie war das mit der Stille? Alles Große entsteht aus der Stille - oder so ähnlich. Was sagt mir die Stille? 

Ich protokolliere meine Gedanken. Warum? Pure Schreiblust? Langeweile? Wieder mal ein Egotrip? 

Die Kaffeetasse ist fast leer. Reicht noch in der Thermoskanne für eine Tasse für Karin und eine für mich. Kaffee schmeckt wirklich gut nur morgens, finde ich. Tagsüber trinke ich Kaffee nebenbei. Morgens ist es Kult, Ritual, ja Sucht. Ein Morgen ohne Kaffee ist vorstellbar, aber sinnlos. Ach ja, Kaffee und Kaffeefilter gehen aus. Muss ich heute noch kaufen. Darf ich nicht vergessen. Kein Kaffee im Haus gab es noch nie. Das darf und kann nicht sein. Schreibe es in die Einkaufslisteapp.

App? Da fällt mir ein, eine Handynutzungsapp wäre auch mal interessant. Sowas gibt es, soviel ich weiß. Das schau ich mir mal an. 

Tschüss, bis später.

Und weiter am Sonntagmorgen:

Taum von vorgestern umgesetzt. Habe geträumt ich würde eine Datenbank mit Binärbäumen programmieren. Aufgewacht und gewusst: das ist ein Zeichen! Immer wieder gewünscht, aber nie gewagt. Jetzt dafür entschieden. Ich möchte lernen Android-Apps zu programmieren. Habe ein super Anleitung als App gekauft für 26 Euro und das Android Studio auf dem Desktop PC installiert. Jetzt gilt es zuerst, lesen, lesen, lesen und lernen. Und das alles auf englisch! Macht bis jetzt aber Spaß. Alt Bekanntes wird erinnert und Neues kommt dazu. Ich hoffe, ich bleib dran. 

Wir werden sehen, ob ich genug Geduld habe zu lesen und nicht gleich wieder rumprobieren und so nur laienhafte Programme hinbekomme - wenn überhaupt. 

Ich muss ja niemanden etwas beweisen und muss mich mit niemanden vergleichen - gibt ja bisher niemanden. 

4-Phasentheorie 2020

1. Aufbruch : Corona brachte mich zum fast schon euphorischen persönlichen Aufbruch.  2. Umsetzung : Die Umsetzung neuer Ideen gelang, konnt...