Donnerstag, 7. Juni 2018

Bundesteilhabegesetz für Anfänger

Habt ihr schon was vom Bundesteilhabegesetz gehört? Irgendwie und irgendwo sicherlich. Die Profis bemühen mal wieder den Begriff Paradigmenwechsel, d. h. bestehende Regeln und Vorgehensweisen werden grundsätzlich geändert und die Dinge werden vollkommen neu gesehen. Es würde ein ganzes Buch füllen, wenn ich nur ansatzweise beschreiben würde, wo sich mit dem Bundesteilhabegesetz - kurz BTHG - etwas ändert. Also greife ich das heraus was mir gerade so einfällt.

Es gibt ja in der Behindertenhilfe und Psychiatrie schon lange den Begriff Personenzentrierung, das heißt, dass der Betroffene im Mittelpunkt steht und die Hilfen bzw. die Institutionen, die diese Hilfen anbieten, sich nach ihm richten müssen. Es wird auch gesagt, man richtet sich nach dem individuellen Hilfebedarf. Im BTHG wird diese Denkweise zur Maxime erhoben und versucht dies konsequent durchzusetzen. Dabei sind viele Leistungserbringer, so nennt man diejenigen, die bei dem Betroffenen die gewährten Leistungen durchführen, nicht gerade begeistert.

Bisher lief vieles über Pauschalen, das heißt es wurde gemeinsam überlegt, welche Hilfe notwendig ist und dafür bekam der Leistungserbringer monatlich einen festen Geldbetrag mit dem er die gewählten Ziele mit dem Betroffenen zusammen erreichen soll. Wie genau er das macht war nur grob geregelt. Nun sollen aber zwischen dem Leistungsträger - das ist der, der die Hilfen bezahlt und leider auch ermittelt - und dem Betroffenen selbst festgelegt werden welche Ziele es gibt und mit welchen Leistungen diese erreicht werden sollen. Der Leistungserbringer hat dabei nichts mehr zu sagen.

Zudem sollen die Pauschalen abgeschafft werden und die Hilfen im einzelnen abgerechnet werden. Das heißt, ein gemeinsamer Arztbesuch bekommt einen Preis oder ein längeres Gespräch zwischen Profi und Betroffenem auch. Das heißt es wird eine Summe über die ganzen Leistungen gebildet und das bekommt der Leistungserbringer vom Betroffenen - man spricht auch vom Leistungsberechtigten - bezahlt. Der wiederum bekommt es gewährt von dem neuen Amt Eingliederungshilfe. Wer dann wem die Rechnung stellt und wer wem das Geld überweist, habe ich nicht verstanden.

Es ist klar, dass das für den Leistungsträger und den Leistungserbringer ganz schön kompliziert wird, wenn er sich jede Leistung einzeln anschauen muss und nicht mehr ein ganzes Bündel von Leistungen mit einer Pauschale verrechnen darf. Man erhofft sich dadurch, dass der Leistungsberechtigte dann genau das bekommt, was er braucht. Manche Optimisten glauben sogar, dass die Eingliederungshilfe, so nennt man dieses Finanzierungsverfahren, kostengünstiger wird.

Übrigens haben die Leistungen, die so finanziert werden, immer das Ziel die Teilhabe des Betroffenen zu erhöhen. Es gibt dabei die soziale Teilhabe, die Teilhabe an Arbeit und die Teilhabe an Bildung. Und da es sich dabei um ein Bundesgesetz handelt, heißt dieses logischer Weise Bundesteilhabegesetz.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Innere Kämpfe und der gute Weg

Du bist den ganzen Tag in der Wohnung
Hast nicht wirklich Lust was zu tun
Die Stimmung geht in den Keller
Unlust und Langeweile nimmt zu
Du flüchtest zu Filmen
Bei keinem kannst du verweilen
Doch da war doch was
Schäme dich der Leere in deiner Seele
Wo doch ER sie füllen kann
Wie machen das nur die Anderen?
Ausgeglichen und interessiert
Beschäftigt, aktiv
Warum leuchtet SEIN Licht nicht in dir?
Gibt dir Freude und Zufriedenheit
Immer wieder diese Kämpfe
Ohne äußere Not
Wirst du jemals ein Ganzes werden?
Es ist wie es ist
Du bist wie du bist
Es gilt das Schwanken auszuhalten
Es gehört zu dir
Und es war schon viel, viel schlimmer
Stimmungsschwankungen statt echte Zerrissenheit und Qual
ER hat dich schon lange erhört
ER erfüllt dich schon lange
Du musst ihn nur wahrnehmen
ER wartet geduldig auf dich
Lass dir Zeit
Du bist auf einem guten Weg

Montag, 28. Mai 2018

Dankbarkeit für eine kleine Welt

Du sprichst zu mir:

Was ist das für ein kleines Leben, dass du führst?
In einem kleinbürgerlichen Wohngebiet
In einem mit den Jahren gewachsenen Dorf
Du ängstigst dich vor den Herausforderungen in deiner kleinen Welt
In deiner Wohlfühlzone gibt es hin und wieder eine kleine Unbequemlichkeit

Und ein paar Länder weiter kämpfen Menschen um ihr Leben
Haben nichts zu essen
Werden gequält, gefoltert und ermordet
Und versuchen, sich ihre Würde zu bewahren
Aber auch in deinem Land
In einer dir unbekannten Parallelwelt
Herrscht echtes, existentielles Leid

Es ist kein Wunder, dass es bei dir ist wie es ist
Nie den Lebenskampf gespürt
Von den Frauen beschützt
Und die harte Welt der Männer gemieden

Von Vaters Fürsorge in die Fürsorge des Staats gewechselt
Deine Erfolge haben nichts mit wirklichem Mut und wirklichem Charakter zu tun
In Watte gepackt gibt es keine wirklichen Helden

Aber beklage dich nicht
Wünsche das Elend nicht herbei
Sei dankbar für die bisherigen Geschenke
Egal, ob du sie verdient hast oder nicht

Das Alter wird in der Ferne sichtbar
Und Schicksalsschläge können das Leben in einem Moment unerträglich werden lassen

Sei dankbar für dein Glück
Und rüste dich für eine Zeit
Wo wirklicher Mut und wirkliche Persönlichkeit gefordert werden
Dann erst wird sich zeigen, ob du auch stark sein kannst

Lebe jeden Tag bewusst
Das ist auch in einer kleinen Welt möglich

Montag, 21. Mai 2018

Nicht mehr auf Dauer

Perfekte Lebensbedingungen garantieren keine beständige Zufriedenheit
Immer wieder klopfen die Quälgeister bei dir an
In den Genen oder früh gelernt
Das Reißen und das Bohren kehrt immer wieder zurück
Gott sei Dank nicht mehr auf Dauer
Wie es gekommen ist, verschwindet es auch wieder
Ein paar Stunden tut es wirklich weh
Die Schwere begleitet dich ein Leben lang
Aber die ist auszuhalten
Ruhe herrscht dann wieder in deiner Brust
Das Leben wird wieder erträglich

Deine Stärke musst du erst noch beweisen
Charakter und Mut braucht man nicht bei optimalen Lebensbedingungen

Sonntag, 20. Mai 2018

Du bist mir wichtig

Ach, mein lieber Gott
Du bist mir wichtig
Ich hätte gern Jesus als Herrn meines Lebens
Als täglichen Begleiter und Mahner
Doch ich kreise nur um mich
Der Alltag lässt mich vergessen
Was wirklich wichtig ist
Das Streben nach Erfolg und Glück entfernt mich von dir
Liebe, mein Zweck der Existenz, verliert an Bedeutung

Ach, mein lieber Gott
Ich habe noch so viel zu lernen

Dem Sonntagsblues entkommen

Ich kämpfe gegen den Sonntagsblues
Lernen für das Modul geht nicht.
Rausgehen auch nicht.
Fühle mich schlecht
Lustlos, depressiv

Endlich geduscht
Laute Musik
Whisky-Cola - ausnahmsweise
Das Sein sein lassen
Dem Tief entkommen

Angekommen beim Schreiben
Kein tiefes Thema parat
Keine wertvollen Aussagen

Gedanken kommen
Werden zu Schrift
Behalten Gestalt
Verlieren aber sofort wieder ihre Bedeutung

Denken - Handeln - Fühlen
Bedingen sich gegenseitig
Veränderungen des Einen beeinflusst die Anderen

Heute war das Handeln die Rettung

Mal wieder den dunklen Mächten entkommen
Die Ansprüche an mich selbst ruhen
Unzufriedenheit ist gebannt
Aus Leiden wird Frieden

Nicht auf Dauer
Zu schwankend ist mein Selbst
Aber für dieses Mal geschafft





Samstag, 12. Mai 2018

Das Hadern beenden

Ich glaube an Gott und seinen Sohn Jesus
Vielleicht sogar auch noch an den Heiligen Geist

Mir wird gerade klar, dass ich meinen Glauben nicht schlechter bewerten sollte, wie den Anderer.
Ich spüre Gott nicht so oft
Ich sehe nicht wie Jesus täglich meinen Tag erhellt
Man könnte meinen, ich glaube gar nicht richtig
Aber mein Glaube an Gott ist fest

Ich bin fehlbar, wie jeder Mensch
Aber mein Gewissen ist christlich
Ich brauche eben immer wieder einen kleinen Schubs von außen
Um wieder meine Liebe zu spüren
Um wieder gnädig zu werden

Bin ich deswegen schlechter wie Menschen, die Gott tagtäglich näher sind
Die stärker die Unterstützung Gottes wahrnehmen
Vielleicht offenbart sich mir Gott seltener, weil er die wirkliche Stärke meines Glaubens kennt
Weil ich auch so auf dem richtigen Weg bin

Ich habe meine ganz persönliche Beziehung zu Gott und will zufrieden damit sein.
Aufhören dabei nach Perfektion zu streben
Gott spricht so mit mir, wie ich es brauche
Gott liebt mich so, wie ich bin
Wer ihn ehrlich sucht, hat ihn schon gefunden

Ich bin kein sanfter Mensch
Ich kann auch fies sein
Und schlecht über andere reden
Dank meiner Eltern und dank Gottes merke ich aber immer wieder was falsch ist
Tut mir meine Verfehlung leid
Ich bin nicht schlechter als die, die die Friedfertigkeit in die Wiege gelegt bekamen
Ich tue mein Bestes
Das weiß Gott

Ich bin gut so, wie ich bin
Und habe trotzdem noch jede Menge Entwicklungsbedarf und auch das Potential dazu
Anstrengen ist nicht falsch
Aber es sollte mit gutem Mut geschehen und mit Selbstmitgefühl

Gehe froh auf Gott zu und schaue auf dein Vorbild Jesus Christus

So werde ich es machen und das Hadern mit mir aufgeben

Donnerstag, 10. Mai 2018

Stenostil am Vatertag

Seit langem mal wieder ein langer Tag zu Hause. Feiertag. Vatertag. Seit halb fünf tätig. Rumgepuzzel in Sachen Psychiatrie. Schlechten Film gekauft für 7,99 €. Pech gehabt.

Es regnet schon den ganzen Tag. Für 2 Stunden die Wohnung für mich.

Jetzt Muße für den Blog - ohne Idee, ohne Thema.

Stand der Dinge:

Viel zu tun. Viel eMailschreiben. Netzwerkarbeit. Virtuell Kommunizieren. Trotzdem irgendwie noch Einzelkämpfer. Mein Smartphone ist mein bester Freund geworden. Mein mobiles Büro. Mein ausgelagertes Gedächtnis. Mein Zeitfresser und Zeitretter.

Gerade Vorsitzender geworden und Personalprobleme häufen sich. Rücktritt, Austritt, Konflikt, Krankheit. Wir schrumpfen. Immer weniger Leute für viele Aufgaben. Allerdings auch zwei personelle Lichtblicke. Mutmacher.

Das 4. EX-IN Modul in 15 Tagen. Gemischte Gefühle. Trialog - ein altbekanntes Thema im neuen Gewand. Erstes Überfliegen der Unterlagen bremst.

Nächsten Dienstag Vortrag StäB in Zwiefalten. Vortrag vor Kritikern aus dem eigenen Lager. Bin unsicher. Zweifle an der Qualität des Vortrages. Je mehr gute Vorträge ich gehalten habe, je höher sind die Erwartungen an mich - auch meine eigenen.

Ab Montag vier Tage alleine in der Wohnung. Ungewohnt. Sehr seltener Fall. Ergebnis offen.

Tätig in folgenden Institutionen: Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg EX-IN Südbaden, Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg, Selbsthilfe mit Köpfchen und EX-IN Baden-Württemberg. Schwerpunkt EX-IN Südbaden und Landesverband.

Im Juni an 5 verschiedenen Tagen in Stuttgart. Verlorene Zeit in der Bahn. Doch ich will nicht klagen. Erlebnisse garantiert.

So viel für heute.

Donnerstag, 26. April 2018

Unsere verborgenen Kämpfe

Wir kämpfen mit uns
ohne aufzugeben,
hoffnungsvoll,
aber leidgeprüft,
die verborgenen Kämpfe der Psychiatrieerfahrenen.

Nur wenige verstehen das
und nur wenige anerkennen das.

Es gibt sogar Zeiten,
da ist das reine Überleben
eine Leistung.

Mittwoch, 25. April 2018

Wir und sie - das Zweigruppendenken

Inklusion - in aller Munde. Ich habe gelernt, dass es durch die Umsetzung des Inklusionsansatzes mit dem sogenannten Zweigruppendenken ein Ende haben soll. Was bedeutet Zweigruppendenken? Vor allem in der Psychiatrie verstehen sich die von einer psychischen Einschränkung betroffenen als eine Gruppe von Gleichgesinnten. Stigmatisierung und ähnliche Erfahrungen mit der psychischen Erkrankung lassen die Betroffenen zusammenrücken. Wie wohl bei allen Behinderungsarten entsteht ein Wir-Gefühl gegenüber Menschen, die noch nicht in psychiatrischer Behandlung waren.

Unter Zweigruppendenken verstehe ich die Selbsteinschätzung, sich ausschließlich der Gruppe der Psychiatrieerfahrenen zuzuordnen, im Gegensatz zu der Gruppe der Nicht-Psychiatrieerfahrenen, also den sogenannten psychisch Gesunden. Ziel von Inklusion ist das Denken in diesen Kategorien aufzulösen. 

Obwohl die meisten Menschen wissen, dass die Grenze zwischen psychisch krank und psychisch gesund fließend ist, gibt es bei Psychiatrieerfahrenen das Zweigruppendenken sehr häufig. Eine klare Grenze beschreibt die Definition der vergangenen oder aktuellen psychiatrische Behandlung, das heißt ob der Betroffene Nutzer des psychiatrischen Hilfesystems ist oder war oder nicht. Und damit ist nicht nur die stationäre Behandlung gemeint. Eine Erweiterung auf die psychosomatische Medizin ist möglich.

Es gibt durchaus auch Psychiatrieerfahrene, denen es gelingt, die Kluft zwischen Psychiatrieerfahrung und Nicht-Psychiatrieerfahrung zu überbrücken und sich beiden Gruppen zugehörig zu fühlen beziehungsweise diese Unterscheidung gar nicht mehr zu machen.

Eine große Rolle spielt dabei die Fähigkeit einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Immer noch wird seelische Gesundheit häufig über die Teilnahme am ersten Arbeitsmarkt abgeleitet. Ansätze wie Recovery, die den Fokus auf die Befindlichkeit legen und weniger auf den Schweregrad der Einschränkung, haben sich immer noch nicht grundlegend durchgesetzt, sehr zum Unwillen vieler Psychiatrie-Erfahrener, die durch diese Sichtweise eine größere Chance auf ein gutes und zufriedriedenstellendes Leben sehen. 

Sehr viele Psychiatrieerfahrene, die Rente, Grundsicherung oder Hartz IV beziehen, schaffen es nicht, nicht mehr in Wir- und Sie-Kategorien zu denken, sondern unzerscheiden in psychisch gesunde und psychisch erkrankte Menschen.

Es ist grundsätzlich nichts Besonderes sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen. Letztendlich setzt sich unsere Gesellschaft aus einer Vielzahl von Gruppen zusammen und jeder ist automatisch Teil mehrerer Gruppen. Von großer Bedeutung ist es allerdings, welchen gesellschaftlichen Status eine Gruppe hat und da befindet sich die Gruppe der Psychiatrieerfahrenen wohl leider immer noch am unteren Ende der Bewertungsskala. Deswegen ist auch das Gefühl zur Gruppe der Psychiatrieerfahrenen zu gehören auch so stark und unveränderlich, weil diskriminierte Gruppen eine erhöhte Zusammengehörigkeit entwickeln.

Ein weiterer Grund dafür, dass sich Psychiatrieerfahrene nur schwer von ihrer Gruppenfixierung frei machen können, ist das psychiatrische Hilfessystem selbst, dass seine Patienten und Klienten nur ungern wieder frei gibt. Sich wiederholende Termine mit der Fachperson werden zur Routine, ohne dass immer wieder geprüft wird, ob das Angebot reduziert oder sogar beendet werden kann. Nicht selten sind es die Psychiatrieerfahrenen selbst, die darauf hinweisen, obwohl es schwer fallen kann auf Hilfe zu verzichten, auch wenn die Hilfe eigentlich nicht mehr gebraucht wird. So wird es den Psychiatrieerfahrenen weiter erschwert sich frei zu machen.

Es kann durchaus der Fall sein, dass ein Psychiatrie-Erfahrener morgens in der Wohngemeinschaft des Ambulant Betreuten Wohnens aufwacht, dann tagsüber in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet und einen großen Anteil seiner Freizeit in der Tagesstätte oder mit unterschiedlichen psychosozialen Therapien verbringt. Da wird aus einer Gruppenzugehörigkeit ein Ghetto. 

Es gibt auch den Fall, dass Psychiatrieerfahrene gar nicht mehr den Willen haben sich von psychiatrischer Hilfe zu emanzipieren, um Zugang zu anderen Bereichen der Gesellschaft zu finden. Teilweise weil sie an den Versuchen gescheitert sind oder grundsätzlich den Mut verloren haben, sich auf das Unbekannte einzulassen. 

Es gibt sogar Psychiatrieerfahrene die bewusst auf gelungende Inklusion verzichten, weil sie sich in ihrer Subkultur wohl fühlen, dort exklusives Verständnis bekommen und keinen Grund sehen sich auf eine Gesellschaft einzulassen, die nicht nur Angenehmes zu bieten hat. Unverständnis, Leistungs- und Anpassungsdruck, Oberflächlichkeit, Konsumdenken und Vorurteile mit denen der um Integration bemühte Psychiatrieerfahrene konfrontiert wird - von Inklusion ganz zu schweigen. Sicher verzichtet der Inklusionverweigerer auf erweiterte Erlebnismöglichkeiten, aber es muss nicht sein, dass er diese vermisst. 

Bei manchen Psychiatrieerfahrenen gibt es strenge Hierarchien zwischen Psychiatrie-Erfahrenen und Nicht-Psychiatrieerfahrenen im umgekehrten Sinn, das heißt es werden große Anstrengungen unternommen sich mit psychisch "Gesunden" zu umgeben und sich anzufreunden und die psychisch "Kranken" werden abgewertet, obwohl man selbst psychiatrieerfahren ist. 

Es gibt also vielerlei Arten, wie mit Inklusion und der Zweigruppenproblematik im Einzelfall umgegangen werden kann. Der Autor dieses Artikels ist sich noch unschlüssig, ob es ihm gelingen könnte, seine jahrzehntelange ihn tragende Identifikation mit der Gruppe der Psychiatrieerfahrenen aufzugeben und sich aufzumachen nicht mehr in "krank" und "gesund" zu denken und zu unterscheiden, sondern sich nur als verschieden unter vielen verschiedenen Menschen zu sehen. Dies scheint einerseits reizvoll, würde aber sehr viel Energie und Veränderungsaufwand benötigen. Die Frage ist, ob es die Mühe wert ist?

Bundesteilhabegesetz für Anfänger

Habt ihr schon was vom Bundesteilhabegesetz gehört? Irgendwie und irgendwo sicherlich. Die Profis bemühen mal wieder den Begriff Paradigmenw...