Samstag, 24. August 2019

Mich sein lassen

Hallo, meine lieben Leser,
kein Ahnung wieviele
Heute führen mich 5cm Whisky zu meinem Blog

Könnt ihr mir bitte sagen, wer ich bin?

Der engagierte Selbsthilfeaktivist?
Der untalentierte Smalltalker
Redegewandt in Arbeitsgruppen
Randfigur bei gesellschaftlichen Anlässen
Authentischer Vortragender
Antriebslos Leidender
Und vieles mehr....

Wie finde ich mich hier?
Wer und wie bin ich wirklich?
Randfigur oder Alphatier?

Ich sehe nur die Chance mich sein zu lassen
Den Kampf aufgeben zu sein wie Vater
Weniger Streben, mehr sein
Mich dem Inneren zuwenden
So schwer es mir auch fällt
Ich glaube, ich brauche Hilfe

Den ständigen inneren Kampf zu beenden
Endlich inneren Frieden zu gewinnen
Und ich habe noch keine Ahnung wie

Wer bin ich?
Wie bin ich?
Wie werde ich ruhig?


4 Jahre Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz

Fachtagung Psychiatrie (12.9.2019 in Stuttgart)
4 Jahre PsychKHG erste Zwischenbilanz – neue Entwicklungen 

Das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) wurde in einem beispielgebenden partizipativen Prozess erarbeitet und trat dann am 1.1.2015 in Kraft. In Arbeitsgruppen wurden Ideen gesammelt und in einem Eckpunktepapier dem Sozialministerium vorgelegt, das vieles davon in das spätere Gesetz übernahm. Ganz im Gegensatz zu Bayern, wo ebenfalls Vorschläge gemacht wurden, aber später im Gesetzentwurf ganz andere Aussagen standen. Hier ging es in Bayern dann in erster Linie darum, die Gesellschaft zu schützen, als Hilfen zu konzipieren und neu zu entwickeln. Aufgrund großem Protest der Fachverbände und auch der Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen musste in Bayern dann der Gesetzesentwurf wesentlich nachgebessert werden.

Im PsychKHG BW sind wichtige Neuerungen zum Schutz der Rechte psychisch erkrankter Menschen eingeführt worden: die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen (IBB-Stellen) mit Ombudsstelle, das Melderegister für Zwangsmaßnahmen, die Besuchskommissionen und der deutlich angehobener Schutz für Patienten in der Anwendung von Zwangsmaßnahmen.

IBB-Stellen

Besonders aus den Reihen der Psychiatrieerfahrenen und der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen kamen die Forderungen nach mehr unabhängigen Beschwerdeinstanzen nach dem Muster der schon existenten Beschwerdestellen. In der AG Patienten- und Angehörigenrechte wurde das Konzept der IBB-Stellen unter maßgeblicher Beteiligung der Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen erarbeitet und später von der Landesregierung flächendeckend auch so umgesetzt. Das heißt in jedem Stadt- und Landkreis wurde eine IBB-Stelle aufgebaut.

Ausdrücklich begrüßen wir die Realisierung der IBB-Stellen und in dieser Hinsicht sind wir gegenüber anderen Bundesländern weit voraus. Als verbesserungswürdig seien 3 Punkte genannt:

1. Die Zusammenarbeit von Patientenfürsprechern und den IBB-Stellen ist in etlichen Kreisen noch schlecht. Die alten Strukturen ließen sich nicht ohne weiteres in das neue Konstrukt überführen. Sei es aus organisatorischen oder personellen Gründen, hier sollten alle Beteiligten nochmals aufeinander zugehen und Lösungen finden, die das nicht unkomplizierte Zusammenspiel zwischen Patientenfürsprecher und IBB-Stelle im Sinne der Betroffenen zu verbessern.

2. In einigen Kreisen ist die sehr wichtige Unabhängigkeit der IBB-Stellen nicht wie geplant gegeben. Sei es, dass Träger die Geschäftsführung übernommen haben und Eigeninteressen verfolgen oder das zum Beispiel kommunale Vertreter die Berichte an die Ombudsstelle verfassen und nicht die IBB-Stellen-Mitarbeitenden.

3. Die Finanzen der IBB-Stellen werden den IBB-Stellen-Mitarbeitenden gegenüber intransparent geführt. Diese müssen die Möglichkeit haben, zu erfahren, wie die Fördergelder des Landes ausgegeben werden.

Wir weisen nochmals darauf hin, dass diese Kritik nicht grundsätzlicher Art ist, sondern der Weiterentwicklung der IBB-Stellen dienen sollen. Wir brauchen diese unbedingt und in vielen davon wird wertvolle Arbeit geleistet.

Besuchskommissionen

Besuchskommissionen sind im Grunde kein neues Konzept, wie die IBB-Stellen. Es gab diese schon länger in anderen Bundesländern und es war an der Zeit gewesen, diese auch in Baden-Württemberg zu installieren. Nach unseren Informationen erfüllen diese ihren Auftrag und sind eine wertvolle Ergänzung zum Schutz der Rechte von Patienten und dienen der Verbesserung der Behandlung in den anerkannten Kliniken. Die Besuchskommissionen müssen unbedingt weitergeführt werden, auch wenn der organisatorische Aufwand des Betriebs der Besuchskommissionen nicht unerheblich ist. Unserer Kenntnis nach haben schon viele Kliniken aufgrund der Bewertungen durch die Besuchskommissionen Nachbesserungen durchgeführt.

Melderegister

In dem Bericht der Ombudsstelle an die Landesregierung ist ausführlich über die Ergebnisse des Melderegisters zu lesen. Und wir sind der Meinung, dieses erfüllt auch seinen Zweck. Wir bemängeln allerdings, dass das Melderegister in der Fachwelt kaum wahrgenommen wird und dessen Konsequenzen nicht Gegenstand öffentlichen Interesses sind. Hier schlagen wir vor, eine Veranstaltung zum Melderegister durchzuführen, damit dieses größere Bedeutung gewinnt, auch wenn wir wissen, dass für die Kliniken die Daten des Melderegisters sensibel sind.

Zwang und Gewalt

Die mehrfachen Gesetzesänderungen bezüglich der Anwendung von Zwang und Gewalt in der Psychiatrie haben deutliche Auswirkungen auf die Situation auf den Akutstationen der psychiatrischen Kliniken gehabt bzw. haben diese immer noch. Die Behandlung ist dadurch wesentlich erschwert worden. Wir können dieses Problem der Kliniken nachvollziehen, aber trotzdem führt kein Weg daran vorbei, die Menschenrechte der Patienten zu wahren und da ist ein klarer, gesetzlicher Schutz der Patienten vor Gewalt und Zwang unverzichtbar. Es gibt in den Kliniken inzwischen Bewegungen hin zu Reformprozessen und Anstrengungen moderne Konzepte auch auf Akutstationen zum Einsatz zu bringen. Stichwortartig seien hier genannt: Recovery- und empowermentorientierte Haltungen, EX-IN-Genesungsbegleitung, Safewards, Weddinger Modell, Offener Dialog, Soteria. Endlich machen sich die Kliniken auf ihre Strukturen und Behandlungskonzepte zu modernisieren, nicht zuletzt, um die Gewalt auf den Stationen zu reduzieren. Dazu haben unseres Erachtens wesentlich die neuen Gesetze beigetragen. Teilweise sind die Kliniken dazu übergegangen privates Security-Personal auch auf den Stationen einzusetzen, was zu einer kurzfristigen Entlastung geführt hat. Dies darf aber keine Lösung für die Zukunft sein.

In Zuge dieser Entwicklung fällt auch auf, dass inzwischen die Patienten noch früher entlassen werden, als es schon üblich gewesen war – teilweise in noch ausgeprägten, akuten Krankheitsphasen. Dies lässt sich von zwei Seiten betrachten: einerseits werden Patienten in ihrem Recht auf Freiheit weniger eingeschränkt, andererseits ist es dadurch notwendig, die ambulanten Hilfen weiter auszubauen und zu verbessern.

Exkurs: Ambulante Hilfen

Neben der Verbesserung der Behandlung in der Klinik, wo für viele Patienten wichtige Weichen gestellt werden, ist eine gute ambulante Versorgung von enormer Bedeutung. Denn Genesung von psychischen Erkrankungen ist meist ein sehr langer Weg und dieser verläuft heutzutage nicht mehr in der Klinik, sondern zu Hause in der Gemeinde und oft eben auch mit Begleitung durch ambulante Dienste und Hilfen. Deswegen hier noch zwei Anmerkungen zu diesem Thema:

1. Wir begrüßen es sehr, dass das Sozialministerium nun eine Unterarbeitsgruppe (UAG) des Landesarbeitskreises Psychiatrie Baden-Württemberg eingerichtet hat, die sich mit dem Thema Krisendienste beschäftigen soll. Schon seit vielen Jahren setzen sich die Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen dafür ein, dass es angemessene Hilfe gibt, für Menschen, die vor allem außerhalb der Öffnungszeiten der bestehenden Hilfsangebote, in einer akuten Krise sind. Dies würde den Betroffenen viel Leid ersparen, Klinikaufenthalte vermeiden oder verkürzen und die Angehörigen entlasten, wie es auch entsprechende Studien nachweisen. Deshalb halten wir es für unbedingt notwendig, flächendeckend Krisendienste aufzubauen. Übrigens ist uns da Bayern diesmal voraus, da dort Krisendienste im neuen PsychKHG gesetzlich verankert sind.

2. Wir brauchen starke Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi)! Wir müssen den Baden-Württembergischen Sonderweg gut ausgestattete SpDis zu haben, weitergehen und diese weiter ausbauen. Die SpDi bewähren sich seit Jahren und sind niederschwellige Hilfen bei der Grundversorgung schwerer psychisch erkrankter Menschen. Deren Aufgabenspektrum hat sich mit den Jahren stark vergrößert und sie sind für uns Psychiatrieerfahrenen ein notwendiger Baustein im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Vor allem, dass die meisten SpDis eine zugehörige Tagesstätte betreiben, ist eine enorme Hilfe für psychisch erkrankte Menschen, die Tagesstrukturierung benötigen und der Isolation entkommen möchten.

In Anbetracht der Zeit möchte ich es bei diesen 2 Punkten belassen und zum Beispiel nicht mehr auf die Stationsäquivalente Akutbehandlung im häuslichen Umfeld (StäB) und den Psychiatrischen Pflegedienst eingehen.

Es gibt inzwischen sehr viele unterschiedliche Hilfsangebote in der Psychiatrie – die für den Laien gar nicht mehr zu durchschauen sind. Eine der größten Aufgaben ist es derzeit die vielen Bausteine zu vernetzen und die Zuständigkeiten transparent zu machen – und vor allem, dass dann der psychisch belastete Mensch zu den Hilfen kommt, die er benötigt. Dazu soll das PsychKHG, aber auch unter anderem das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und letztendlich das geänderte SGB IX beitragen. 

Ich glaube, ich muss gar nicht mehr sagen: „Wir haben noch viel zu tun – bleiben wir dran!“

Rainer Höflacher am 24.8.19

Freitag, 16. August 2019

Ungeachtet euch

Schon nach 1
Trauriges in den In-Ears
Schmerz genießen mit Wortesuchen
Schicke Sehnsucht in die Welt
Lebensgier mogelt sich am Wächter vorbei
Anpassung weicht dem Dichter ohne Publikum
Kurz das Gefühl tief zu sein
Und dann:
Ich bin ich - lass es zu - auch morgen
Ungeachtet euch

Bist DU wirklich du?

Sonntag, 11. August 2019

Ratgeber Ehe 1

Wenn dich etwas nervt, was tust du dann mit dem Reißen in deiner Brust? Wie findest du zur Gelassenheit? 

Lass dir davon die Laune nicht verderben.

Der Ärger kommt nicht von außen. Er entsteht in dir und du hast die Verantwortung dafür wie du mit ihm umgehst, und auch die Möglichkeit ihn zu befrieden

Vielleicht sprichst du das Geschehene an, was nicht immer das Beste sein muss. Vielleicht verlässt du das Zimmer, um Zeit und Ruhe zu gewinnen. Die Rückkehr nach kurzer Zeit eröffnet meist eine neue Chance.

Selbsthilfe war die Rettung

Ich war im Jahr 1981 mit 19 Jahren zum ersten Mal in stationärer Behandlung in der Psychiatrie. Das sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Inzwischen habe ich 18 Psychiatrieaufenthalte hinter mir und noch mehr akute Zustände.

Meine seelische Erschütterung kennt Zeiten, in denen ich beeinträchtig bin und Zeiten in denen ich ein weitgehend „normales“ Leben führen kann. In akuten Phasen bin ich übermäßig aktiv und euphorisch und es kann sein, dass ich auch Gedanken habe, die nicht mehr dem entsprechen, was die meisten Menschen als Wirklichkeit definieren. Dann wieder gibt es bei mir auch Phasen der Antriebslosigkeit, der Bedrücktheit und der Freudlosigkeit. Es ist schwer sich dabei selbst zu finden. Die Ärzte nennen das schizoaffektive Störung.

Ich habe mit meinen psychischen Besonderheiten schon viel erlebt – auch gesetzliche Unterbringungen und Zwangsmaßnahmen in der Klinik. In den 90er Jahren war ich über Jahre hinweg schwer depressiv und sehr verzweifelt. Ende der 90er ging es mir langsam wieder besser. Ich fand eine Partnerin, mir wurde eine Erwerbsunfähigkeitsrente bewilligt, ich bekam ein neues, sehr hilfreiches Medikament und die Beziehung zu meinem Vater änderte sich grundlegend. Was mir aber nachhaltig half, war meine Entscheidung, mich in der Selbsthilfe seelische Gesundheit zu engagieren. Seit 1999 tue ich das bis heute sehr intensiv.

Zuerst in der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Stuttgart-Bad Cannstatt, dann in dem von uns Psychiatrieerfahrenen gegründeten und geführten Selbsthilfeverein Offene Herberge e.V. und auch im Landesverband Psychiatrie-Erfahrene Baden-Württemberg e.V., lernte ich andere Betroffene kennen. Durch die Zusammenarbeit und den Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, bekam mein Leben wieder einen Sinn und meine Isolation und Einsamkeit war beendet.

Als ich dann 2009 meine heutige Ehefrau kennen lernen durfte, machte ich nochmals einen großen Schritt nach vorne. Meine Frau wohnte 2 Jahr bei mir in Stuttgart und Ende 2011 zogen wir dann in ihre Heimat Teningen.

Ich hatte das große Glück, dass es in Freiburg bereits den Verein Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. gab. Gerade zu diesem Zeitpunkt wurde das Amt des Interessenvertreters im neu gegründeten Gemeindepsychiatrischen Verbund frei und ich durfte dieses Amt 2012 übernehmen, das ich in Stuttgart schon 10 Jahre lang inne gehabt hatte. Auch 2012 gründete ich die Selbsthilfegruppe Psychiatrieerfahrener Emmendingen, die bis heute die Basis meiner privaten Kontakte ist. Dort lernte ich andere Psychiatrieerfahrene gut kennen und es entstanden Beziehungen auf Dauer.

Es gibt in Baden-Württemberg kaum ähnlich gut aufgestellte Selbsthilfe-Regionalverbände wie Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. Dort sind ca. 10 Selbsthilfegruppen Mitglied. Unser inklusives Fußballteam ist nicht nur sportlich sehr erfolgreich, sondern es entstehen dort auch viele private Beziehungen unter den inzwischen ca. 30 Menschen, die bei uns Fußball spielen. Es gibt auch Frühstückgruppen je für Männer und Frauen. Achtsamkeitstraining und Freizeitangebote, wie Wandern und Kegeln können bei uns wahrgenommen werden.

Ein besonderes Projekt gelang uns 2018/2019: Selbsthilfe mit Köpfchen produzierte zusammen mit der Firma „Sandra Beuck│Medien“ das fünfminütige Video „Borderline verstehen“ und ein beeindruckendes Interview zu diesem Thema, das man auf www.smkev.de/borderline-video/ ansehen kann.

Jede und jeder geht bekanntlich seinen eigenen Weg. Für mich war die Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener die Rettung und inzwischen wurde das dortige Engagement zur Berufung. Man wird sehen, wie es weitergeht.

Rainer Höflacher, stellv. Vorsitzender Selbsthilfe mit Köpfchen e.V.

Wandle dich

Komm herunter
Sei demütig
Und jage nicht der Euphorie und Lebenslust hinterher
Sei froh, dass du gesund bist
Jeden Morgen aufstehen kannst

Lerne echte Hoffnung und Nächstenliebe
Damit du sie wirklich weitergeben kannst

Suche nicht nach dem Kick
Er ist es nicht, der dir Frieden gibt

Freue dich über die Wärme
Und über den Wind, der sie erträglich macht

Suche nicht nach den Schwächen deiner Mitmenschen
Finde ihre Stärken
Finde die Eigenschaften, die sie auszeichnen

Versuche bescheidener zu werden
Suche die Freude in den kleinen Dingen

Die großen Erfolge sind nicht von Dauer
Hänge nicht an ihnen
Lass sie hinter dir
Sie machen dich zu stolz und unnahbar

Du siehst
Du hörst
Du läufst
Du darfst denken
Du hast keine Schmerzen
Du darfst leben
Freue dich jeden Tag darüber

Samstag, 3. August 2019

Mehr geht gerade nicht

Nach der Krise auf der Suche
Eher wartend
Bis ich mich wieder finde

Im Sommerloch hat es der Arbeiter schwer
Schwächen zuzudecken.
Das Ich muss genesen ohne die übliche Flucht.

Ansprüche reduzieren
Lustlosigkeit zulassen
Vergeudete Zeit annehmen
Ein noch kleineres Leben leben

In mich hineinhören
Und die kleinen Freuden finden
Die Schwere schwer sein lassen
Die fehlende Energie hinnehmen

Irgendwann schickt mir Gott ein Licht
Dass es wieder heller in meinem Leben wird
So war es bisher immer
Warum sollte er mich verlassen

Bis dahin den Schmerz aushalten
Und mich sein lassen
Wie ich gerade bin.

Das ist alles
Mehr geht gerade nicht.

Sonntag, 28. Juli 2019

Dreimal Rainer

Die großen Fragen, die mich beschäftigen sind:
"Wer bin ich? Wie bin ich?

Es gibt Phasen in meinem Leben, da bin ich voller Kraft bei meiner Arbeit. Werde dabei anerkannt und respektiert. Bekomme hin und wieder klare Aussagen der Anerkennung.

Dann bin ich der Rainer, der sich kaum an erlebtes Erinnern kann. Der kaum Allgemeinwissen hat und sich außer für Psychiatrie für nichts interessiert und deshalb bei Begegnungen außerhalb des Psychiatrieumfeldes eine schweigende Randfigur ist. Das ist je nach Situation ok für mich, oft aber kaum zu ertragen.

Und dann bin ich der Rainer, der voller positiver Energie Projekte und Aufgaben angeht und eine allumfassende Sympathie und Zugewandtheit gegenüber allen Menschen empfindet. Ich wache dann mit Freude auf den Tag auf und gehe spät voller Zufriedenheit mit dem ereignisreichen Tag ins Bett. Das ist der Rainer, der mir subjektiv gesehen natürlich am besten gefällt.

Kurz gesagt:
1. Der zufriedene Rainer mit deutlichen Schwachstellen bei Gesellschaftsfähigkeit mit wechselndem Selbstwertgefühl.
2. Der depressive Rainer, der arbeitsmäßig eher Burnoutsymptome hat. Gesellschaftsmäßig kaum noch existiert und mit großen Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen hat. Das ist der Rainer, den ich gar nicht mag.
3. Der Rainer der in einer Art Manie voll aktiv sein Leben und seine Aufgaben gestaltet. Kaum schlechte Laune hat und sehr umfassend mit hohem Selbstwertgefühl im Leben statt, aber auch die erhöhte Gefahr besteht, psychotisch zu werden. Das ist der Rainer, der mein Leben lebenswert macht.

Samstag, 27. Juli 2019

Alternativlos

Lebst du auch ein alternativloses Leben?....



Ein Leben wie für dich gemacht
Dein Tun wurde zur Berufung
Materielle Unabhängigkeit nahezu
Du bist nicht allein
Hast eine liebe Frau und einen guten Freund
Kennst viele Menschen, noch mehr kennen dich
Keine ernsthafte körperliche Krankheit

Alles Erreichbare erreicht
Und jetzt?
Highlights werden zunehmend bedeutungslos
Ein alternativloses Trichterleben
Nicht gewürdigtes Geschenk
Neue Wege scheinen schaal
Nicht reizvoll genug, um Anfänger zu werden

Warten alleine genügt nicht
Die Zeit wird knapper



Schwebezustand

Eigenartiger Schwebezustand in dem ich da bin. Kaum Termine, keine Lust auf Psychiatriethemen, Zeit totschlagen und der schwierige Versuch trotzdem nicht zu leiden. Vergeudete Zeit hinnehmen, mich selbst sein lassen, wie ich bin. Wenig Freude, Leere im Kopf, gedämpfte Stimmung und trotzdem das Leiden an mir selbst begrenzen. Dem Wunsch widerstehen vorne dran zu sein.
Noch kein Lebenskünstler, aber gerade außerhalb des Hamsterrades. Es ging mir schon schlechter.

Mich sein lassen

Hallo, meine lieben Leser, kein Ahnung wieviele Heute führen mich 5cm Whisky zu meinem Blog Könnt ihr mir bitte sagen, wer ich bin? Der ...