Montag, 30. Dezember 2019

Nähe

Mich beschäftigt zur Zeit das Thema wie nahe ich einem anderen Menschen überhaupt kommen kann. Wie nahe fühle ich mich den Menschen, die ich kenne? Ist ein Optimum an Nähe überhaupt erstrebenswert? Wieviel Nähe wäre mir möglich, wenn ich gerne maximale Nähe hätte? Muss man Nähe dazu in Arten der Nähe aufspalten oder gibt es eine Nähe die alles übergreift? Wie vertraut, wie verbunden, wie aufeinander bezogen kann man sein? Ist die Sehnsucht nach Nähe ein Zeichen von Unreife oder vielleicht ein Lebensthema aller Menschen nach der Trennung von der Mutter bei der Geburt. Ich schreibe bewusst von Nähe und nicht von Liebe. Liebe ist mir für das was ich meine ein zu unklarer Begriff. Aber was genau meint Nähe zwischen zwei oder auch mehr Menschen? Ist das nicht genauso unklar? Sich verlieren oder sich gewinnen im Anderen - Paradies oder Hölle? Und welche Rolle spielt dabei der Sex? 

Vor etwa 2 Wochen hatte ich einen Traum dessen konkreten Inhalt ich inzwischen vergessen habe, aber eines war klar, er kündigte ein neues Thema, ein neues Projekt in meinem Leben an und zwar nicht im Rahmen meiner Psychiatriearbeit, sondern in einem ganz neuen Kontext.

Das Recoverycollege (RC) sei es nicht, war ich mir relativ sicher. Das RC ist zwar ein brandneues Vorhaben von mir und hat einen stark inklusiven Charakter, ja einen posttrialogischen Ansatz, aber letztendlich kommen die zugrundeliegenden Ideen aus dem Umfeld der Psychiatrie.

Seit einiger Zeit schaue ich die zweiteilige Serie OA an. Dabei ist die Protagonistin zusammen mit 4 anderen Personen für 7 Jahre in 5 nebeneinander liegenden Glaskäfigen eingeschlossen. Alle 5 haben Nahtoderfahrungen und ein Wissenschaftler, ihr Entführer, macht schlimme Experimente mit ihnen. Innerhalb der 7 Jahre haben die fünf weitere Nahtoderfahrungen in denen sie 5 "Sätze" mitgeteilt bekommen, die ihnen erlauben sollen durch eine Reise in einer anderen Dimension dem Käfig zu entkommen. Diese 5 Sätze übersetzen die Gefangenen in synchrone gymnastikähnliche Bewegungen und unterschiedliche Mimiken. Ein paralleler Handlungsstrang spielt in der Gegenwart in der die vom Entführer inzwischen ausgesetzte Protagonistin sich 4 Verbündete gesucht hat mit deren Hilfe sie mit den 5 Sätzen durch eine andere Dimension zu ihren 4 verbliebenen Mitgefangenen reisen möchte, um diese zu befreien. Der erste Teil der Serie endet damit, dass die 4 Freunde aus der Gegenwart einen Amoklauf stoppen indem sie die 5 Sätze aufführen. Die Protagonisten wird dabei zufällig von einer Kugel des Amokläufers schwer verletzt. So endet der erste Teil.

Was mich fasziniert hat sind die Beziehungen der jeweiligen Fünfergruppen. Vor allem als sie am Ende als eine verschmolzene Einheit den Amokläufer stoppten, kamen mir die Tränen.

So fand ich zu dem Thema Nähe zwischen Menschen.

Ich bemerkte, dass mich das Thema sehr berührt und große Resonanz in meinem Inneren erzeugt. 

Ist das Thema Nähe das große Neue, das mir der Traum prophezeite? Ich glaube es fast. Werde ich da dran bleiben? Habe ich genug dazu zu sagen, wenn ich es zu einem Schwerpunktthema mache? Oder ist es nur wieder eine Idee, die in ein paar Wochen vergessen ist?

Ich habe ein Fachbuch "Soziale Beziehungen" entdeckt und habe es mir gekauft. Darin werden die aktuellen Forschungen über soziale Beziehungen beschrieben. Eine theoretische Grundlage zum Verständnis von Nähe zwischen Menschen, finde ich.

Nun werden wir sehen, ob mir das Buch nennenswerte Erkenntnisse liefert für mein neues, fachfremdes Thema der zwischenmenschlichen Nähe.

Habe mit meinen WhatsApp Freunden das Thema diskutiert indem ich unsers WhatsApp Gruppe in Frage gestellt habe und das Ausmaß unserer gegenseitigen Nähe thematisiert habe. Dabei wurde mir klar, dass mir zwar einerseits hier eine Gruppe von Menschen fehlt, der ich mir zugehörig fühle und die mir eine Art Familie ist, wie früher die Menschen der Offenen Herberge. Aber alles hat seine Zeit. Mit Karin und meiner besten Freundin habe ich eigentlich alles was ich an Vertrautheit und Nähe brauche. Mehr Menschen hätten in dieser Intensität gar keinen Raum in meinem Leben. Darüber hinaus gibt es auch noch andere Menschen mit denen ich zu tun habe. Ich bin also alles andere als alleine. Da ist eine eher ungesunde Sehnsucht in mir nach immer mehr Menschen, denen ich dann aber gar nicht wirklich gerecht werden kann. Es handelt sich dabei eher um eine Flucht vor innerer Leere, als wirkliches Interesse an der jeweiligen Person.

Es ist mir schon lange klar, dass mein Weg eigentlich nach Innen gehen müsste. Ich müsste lernen mehr zu mir zu finden. Mir selbst ein Freund zu werden. Lernen mit mir alleine zu sein. Ich möchte lernen in mir zu ruhen und nicht weiter ein Spielball meiner Stimmungen zu sein. Nicht mehr dem Erfolg bei den Menschen hinterherzujagen. Letztendlich dem Rollenvorbild des Vaters gerecht zu werden. Ich bin nicht laut und extrovertiert, sondern ernsthaft, tief und eher ruhig. Bei manchen Anlässen kann ich schon zum Alphatier werden. Das bin dann auch ich, aber anders als Vater.

Aber zurück zum Thema Nähe und dem Weg nach innen. 

Bei allen psychologischen Überlegungen, wenn ich in mich hineinhöre, merke ich schon, dass da der Wunsch nach einer Peergruppe ist. Ich darf mich von diesem Bedürfnis nur nicht so abhängig machen, aber ich finde es ist legitim solch eine Gruppe zu finden oder sie gar zu gründen. Es darf nur nicht mein ganzes Seelenheil beeinflussen. 

Ich bin gespannt, ob ich jetzt noch im schon fortgeschrittenen Alter Menschen finde, die mit mir zusammen das Recoverycollege aufbauen und betreiben. 

Leider kann ich bezüglich Recoverycollege im Moment nichts weiter tun. Die nächsten Schritte sind das Gespräch mit Frau Schmid abzuwarten und ob Herr Hornung was in Sachen ZfP unternimmt. 


Donnerstag, 26. Dezember 2019

Weihnachtsbilanz 2019

Wie war es nun für mich, das Weihnachten 2019?

Nicht schlecht, sage ich. Auf einer Skala von - 5 bis +5 ein +3. Das ist doch was, oder? 

Mein Wunsch ernsthaft besinnlich zu werden, zurückzublicken, Gott näher zu kommen und über die Welt tiefer nachzudenken, hat sich nicht erfüllt. Ich war dauerhaft praktisch unterwegs und auf das bezogen, was der Tag so brachte.

Erstaunlich war, dass ich depressiven Tiefs entgangen bin, außer einem kleinen Hänger am Nachmittag des 24., als ich mit Steffi beim Konzert mit Ferdinand war, der mit seiner Rockband im Palio spielte. Mir unerklärlich dieser Einbruch, wo ich mich doch sehr auf diesen Event gefreut hatte. 

Die Zeit verging ansonsten wie im Flug. Ohne viel bewusst etwas zu machen, waren die Tage schnell vergangen. Obwohl ich wenig Konkretes mit Karin gemacht habe, waren wir die meiste Zeit sehr gut zusammen, wenn man von dem kleinen Zwist gestern Abend absieht, der schon heute morgen beiderseitig verziehen war.

Freude hat es mir gemacht die Übersicht meiner bisher erstellten Websites zu optimieren, alle Websites mit einer Datenschutzerklärung zu versehen und sie wieder öffentlich zugänglich zu machen. Ich hatte sie vor einiger Zeit alle vom Netz genommen. Ich arbeite ja nur mit Google Sites, aber dafür sind die Websites gar nicht soooo schlecht. Mehr ist aus Google Sites eben nicht rauszuholen und ich habe nicht den Nerv und die Zeit, mich in ein anderes System einzuarbeiten. Wen's interessiert, der oder die schaue gerne mal auf websites.hoeflacher.info.

Übrigens habe ich seit langem bei Netflix wieder eine Serie gefunden, die ich wirklich gut finde. Sie heißt OA. OA ist der selbstgewählte Name der Protagonistin. Mal sehen, ob es so spannend, mystisch und geheimnisvoll bleibt, wie bisher. Diese Serie hat mir Weihnachten auch versüßt. Spannend war auch der uralte Film "Die Höllenfahrt der Poseidon", den ich mit Karin zusammen angeschaut habe. 

Wie gesagt, ein Weihnachten ohne große Feierlichkeit, aber irgendwie trotzdem ein Jahreshighlight, was Weihnachten eben für mich ist - auch wieder dieses Jahr übrigens. 

Und nicht zuletzt war Weihnachten ein Erfolg, weil ich mich fast immer mit Karin sehr wohl gefühlt habe, obwohl wir nahezu ständig zusammen waren. Manchmal hatte ich richtig gute Laune dabei. Wir haben nichts besonderes gemacht und trotzdem war es schön gewesen. Dieses Jahr sind mir meine Geschenke auch gut gelungen, was natürlich auch zu einer beidseitig gehobenen Stimmung beitrug.

Morgen beginnt zwar wieder ein normaler Wochentag, aber für uns wird es spannend, weil wir für zwei Nächte zu Rainer
Schaff an den Bodensee fahren. Das ist etwas sehr Besonderes für uns. 

HALT! STOPP! ACHTUNG! 

Vielleicht war Weihnachten mindestens -3, obwohl ich mich subjektiv gesehen nicht schlecht gefühlt habe. Wo ist meine Spiritualität hin? Meine Verbindung zur Geistwelt? Meine Dialoge mit Gott, mit Jesus? 

Ist es nicht von einer höheren Warte aus gesehen sehr traurig, so ein Weihnachten zu erleben? Zwar ohne seelisches Leid, aber auch ohne transzendende Berührung. Wohin verschwindet nach und nach meine Überweltlichkeit? Ist das der Preis für psychische Gesundheit? Was ist das schon, psychisch gesund? Ohne seelische Schmerzen zu sein?! Im Alltag zu funktionieren?! Ein geordnetes Leben zu führen?! Zu arbeiten?! Ist es das, was ich wirklich suche, was ich wirklich will? 

Was ist die Alternative? Wieder psychotisch zu werden? Karin zu verlieren? Wieder in einer Messie-Wohnung zu leben ohne eine Mutter, die nach dem Rechten schaut? Einsam werden oder gar ausgestoßen? 

Gibt es einen Mittelweg? 

Ohne einen Preis zu zahlen, ist das Jenseitige nicht zu bekommen. Es ist mit viel Leid verbunden, mit Zweifel, mit psychischen Schmerzen in die Welt der Engel und Dämonen zu gelangen. Das Dortsein kann fürchterlich werden, sogar grauenvoll. Aber zugleich wird das Bewusstsein weit und es ist ja nicht das Ziel unterzugehen und im Wahn zu verschwinden. 

Bin ich soweit, es zu kontrollieren? Kontrolliert auf die Reise an die Grenze zu gehen? Hinüber zu schauen, einen Schritt hinein zu tun und wieder zurück zu finden? 

Ich will dieses glatte Leben nicht. Ziel ist es, sich zu entwickeln und nicht glücklich zu sein. Entwicklung ist zugleich Schmerz und Glück. 

Ist das meine Erkenntnis von Weihnachten 2019? Mehr wagen abseits zu wandeln oder geht es mir einfach zu gut, dass ich die Ruhe und Sicherheit nicht mehr würdigen kann?

Und wenn das Transzendende mein Weg ist für die nächste Zeit, was ist dann konkret zu tun? Wie komme ich da hin wohin es mich zieht? 

Was meinst du, lieber Leser? 




Montag, 9. Dezember 2019

Ein Dutzend Ideen für ein Recoverycollege (RC)

1. Ein RC ist ein Ort, wo seelische Gesundheit und dabei die Genesung von seelischen Erschütterungen das zugrunde liegende Thema ist. 

2. Ein RC ist eine kreative und offene Bildungseinrichtung in der Erfahrungswissen die Grundlage der Wissensvermittlung ist. 

3. Das Kursangebot soll die Interessen aller Bürger berücksichtigen und wendet sich nicht nur an eine spezielle Gruppe von Menschen. 

4. Es werden Kurse angeboten bei denen Dozent*innen und Teilnehmende eine Lerngemeinschaft bilden. Auch die Dozent*innen verstehen sich als Lernende. Neben der Vermittlung von Wissen ist der Austausch und die Interaktion innerhalb der Lerngemeinschaft von wesentlicher Bedeutung. 

5. Das RC verfolgt einen posttrialogischen Ansatz, das heißt, die häufig gelebte Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Psychiatrie-Fachpersonen soll weitmöglichst aufgelöst werden, was den Psychiatrieerfahrenen verbesserte Möglichkeiten zur Inklusion sowie den Angehörigen und Fachpersonen Entlastung bringt. Dies führt unter anderem zu freieren und entspannteren Begegnungen. 

6.Im RC wollen wir uns als ganze, vielfältige Menschen begegnen mit den Fähigkeiten, die wir haben oder noch entdecken werden, denn allen Menschen wohnen bestimmte Talente und Begabungen inne. 

7. Neben Wachstum, Wiedererstarken und Entwicklung, die im RC angeregt werden, wollen wir auch einfach Freude und Spaß miteinander haben. 

8. Die Kurse werden von Peers geleitet, die von nichtpsychiatrieerfahrenen Dozent*innen unterstützt werden können. 

9. Das RC soll sich in Diskussionen und Auseinandersetzungen der Mitwirkenden weiterentwickeln, die sich den Wunsch nach Neuem bewahren. Jedes RC ist anders, als alle anderen. 

10. Mit dem Ansatz der Koproduktion sollen Aufgaben gemeinsam gelöst und Macht- und Verantwortungsgefälle unter den Mitarbeitenden soweit möglich vermieden werden. Gleichberechtigte Zusammenarbeit wird angestrebt und der gegenseitige Umgang ist auf Augenhöhe. 

11. Der Umgang im RC soll respektvoll, wertschätzend, unterstützend und demokratisch sein. Selbstbestimmung, zwischenmenschliche Toleranz bzw. Akzeptanz sind Werte, die uns verbinden. 
Zitierten Text ausblenden

12. Die Institution RC orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, die sich dort begegnen und hinterfragt permanent ihre (vermeintlichen) institutionellen Zwänge. 

Freitag, 6. Dezember 2019

Der aktuelle Spruch

Man entdeckt keine neue Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.
...... 
Und das geht nicht ohne Risiko. 

Donnerstag, 5. Dezember 2019

10 Gründe für mich für ein Recoverycollege in Freiburg

10 GRÜNDE WARUM ICH MIR EIN RECOVERYCOLLEGE FÜR FREIBURG WÜNSCHE:

Ich wünsche mir ein Recoverycollege in Freiburg aus folgenden Gründen:

1. Die Würdigung des Erfahrungswissens von Psychiatrieerfahrenen ist ein zentrales Anliegen. 

2. Es steht das Thema Genesung von einer seelischen Erschütterung im Mittelpunkt. 

3. Es wird ein freier und kreativer Lern- und Wachstumsraum geschaffen, mit möglichst wenigen institutionellen Zwängen. Es reizt mich neue Formen von Lernen und neuartige Kursangebote kennen zu lernen. 

4. Das College hat einen posttrialogischen Ansatz, das heißt die Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Profis wird aufgehoben. Man begegnet sich als kompletter Mensch mit allen Rollen, die gegeben sind und mit denen, die hinzukommen. Die Distanz zwischen "Ihr" und "Wir" wird minimiert. 

5. Die Angebote richten sich an die gesamte Bevölkerung und haben deshalb auch einen starken inklusiven Charakter. 

6. Punkt 4. und 5. könnten von besonderen Bedeutung für meine eigene, persönliche Weiterentwicklung sein, da ich hier u. a. einen kleinschrittigen und machbaren Weg heraus aus meiner Psychiatrieblase sehe und vielleicht eine späte Verwirklichung von Inklusion für mich möglich wird. 

7. Mein bereits schon länger bestehender Wunsch Recovery als Haltung und Weg zur seelischen Genesung und Weiterentwicklung weiterzugeben, findet hier eine für mich überzeugende, konkrete und attraktive Möglichkeit dies zu verwirklichen. 

8. Das College verfolgt das Prinzip der Koproduktion, das heißt egal ob Angehöriger, Profi, Psychiatrieerfahrener oder sonstige Gruppenzugehörigkeit, es wird ein Ausgleich von Macht- und Verantwortungsniveaus angestrebt damit gleichberechtigt und auf Augenhöhe gemeinsam das College aufgebaut und geführt werden kann. 

9. Recovery könnte die alles übergreifende und zugleich verbindende Klammer aller meiner Psychiatrie-Selbsthilfe-Aktivitäten werden. 

10. Ich habe wieder das Gefühl für eine Idee wirklich neu zu brennen und dass ich wieder die Erfahrung machen darf Pioniersarbeit zu leisten. 


Das sind die ersten Vorstellungen zu "meinem" Recoverycollege angeregt durch das Gütersloher Recoverycollege. Der nächste Schritt wird sein, Menschen zu finden, die dieses Vorhaben mit Entschlossenheit und genügend Ressourcen gemeinsam angehen und zusammen in Diskussionen und Auseinandersetzungen unser ganz eigenes, individuell gestaltetes Recoverycollege realisieren. Denn kein Recoverycollege ist wie das andere. 

Freitag, 29. November 2019

Die Zeit ist reif

Ich zweifle immer wieder an meiner Arbeit. Einerseits macht sie mir teilweise Spaß und ich brauche sie. Aber sie erfüllt mich nicht mehr wirklich. Ich brenne für die Dinge nicht mehr so sehr wie früher. Und ich merke, dass ich nicht mehr so leistungsfähig bin. Die Ansprüche, die ich an mich habe, kann ich immer weniger erfüllen. 

Ich will ja nicht mit allem aufhören, aber es ist an der Zeit, dass ich meine Haltung zur Arbeit, zum Leben und zu mir selbst ändere. Ich will neue Prioritäten für mich setzen und neue Beschäftigungen entdecken. 

Mich nervt meine Bequemlichkeit, aber ich schaffe es bisher nicht sie zu überwinden. Ich spüre eine latente Unzufriedenheit und Bedrücktheit, auch wenn von außen gesehen alles gut scheint. Irgendwie ist aus einem förderlichen Stress ein schädlicher Stress geworden.

Ich möchte aus mir selbst heraus leben und nicht mehr dem Erfolg und der Anerkennung nachrennen. Ich spüre auch nicht mehr die Sinnhaftigkeit meiner Tätigkeit. Ich habe immer weniger das Gefühl, dass ich anderen mit dem helfe, was ich tue bzw. das Helfen hat für mich wohl an Bedeutung verloren. Ich möchte mich mehr um mich selbst kümmern. Mehr zu mir selbst finden. Diesen inneren Kampf reduzieren und nicht mit Aktivität zudecken.

Die Frage ist, werde ich die Kraft, den Mut und die Persönlichkeit haben, mich zu ändern und meinen Plan umsetzen oder den so leichten Weg wählen und einfach weitermachen wie bisher?

Montag, 11. November 2019

Dialog mit Dorothea Buck

Rainer Höflacher: Hallo Dorothea schön, dass du mit mir redest. Danke!
Dorothea Buck: Ja
RH: Ich weiß, dass du keine so gute Meinung von mir hattest. Aber jetzt siehst du ja, dass ich es ernst meine und gegen meine Schatten kämpfe. 
DB: Ja, stimmt. Du warst jemand, der meiner Vision einer gewaltfreien und humanen Psychiatrie entgegenstand. Ich lerne dich ja erst jetzt wirklich kennen. Aber ich lerne auch jetzt deine Schatten kennen und du hast deine eigene Gewalt tief in dir vergraben, sodass sie nach außen kaum noch spürbar ist. Aber sie wäre enorm, wenn sie ungebremst frei würde. Du trägst über deinen Vater das Erbe der Nationalsozialisten in dir. Sei froh, dass deine Mutter dir Gott nahe gebracht hat. Das hat deine Seele gerettet. Du weißt: "Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nehme doch Schaden an seiner Seele" oder "Nur meine Seele retten, das ist es was ich such. Wenn Sünder Welten hätten, was nützte es im Fluch".
RH: Ja, diese 2 Sprüche hingen bei meiner Oma in Herrentierbach im Wohnzimmer und ich war schon als Kind fasziniert davon. Diese Spruchtafel habe ich mir als Erbe von meiner Mutter ausgesucht. 
RH: Wie geht es dir eigentlich jetzt? 
DB: Ach, Rainer, mir geht es gut. Ich bin in so vielen Köpfen und Herzen. Führe so viele schöne Gespräche, dass ich kaum Ruhe finde. Aber das wird ja noch kommen. Mit den kommenden Generationen wird es weniger werden. Und das ist gut so. Aber ich bin auch in den Herzen solcher Menschen wie du, die noch um ihre Humanität kämpfen und noch Wege finden müssen zu ihrer Liebesfähigkeit zu kommen. Es ist schön, dass ich denen jetzt vielleicht besser helfen kann, als zu Lebzeiten.
RH: Ja mit deinem Tod habe ich mich entschieden deine Vision an eine gewaltfreie Psychiatrie zu übernehmen, allerdings nur halbherzig: "Versuche das Unmögliche, um das Mögliche zu erreichen". Tut mir leid, mehr schaffe ich im Moment nicht.
DB: Immerhin. 
RH: Ja, die Frage nach der Möglichkeit einer gewaltfreien Psychiatrie hinterlässt du mir als schweres Erbe. Mal sehen, ob irgendwann diese Frage wieder mehr in den Mittelpunkt meines Denkens kommt. Derzeit bestimmen mich andere Themen. 
DB: Nun lass uns unseren Dialog für heute beenden. Ich bin immee für dich da, wenn du mich rufst. Ich gehöre zu deinen zuverlässigen Stimmen, wie Klaus Laupichler und Gott und viele anderen. Du musst dich allerdings daran gewöhnen, das Jesus in dieser Hinsicht für dich nicht sicher ist. Er antwortete dir nur, wenn er es für richtig hält. Aber er freut sich trotzdem, dass euer Verhältnis viel besser geworden ist, als in früheren Jahren. Bis bald, Rainer. 
RH: Bis bald, Dorothea. Und danke für den Dialog.. 
DB: Bitte. Dank dir auch. Und pass auf dich auf. Du hast Glück, dass du ein Gotteskind bist, sonst wäre es schlecht um dich bestellt. Aber so bist du auf einem guten Weg, auch wenn mir dieser in der Vergangenheit nicht so gut gefallen hat. 
RH: Schön, dass du jetzt besser in mein Herz schauen kannst. Übernimm dich nicht und gönne dir die Ruhe und den Frieden, den du verdient hast. Bis zum nächsten Mal. 

Freitag, 8. November 2019

Realität

Die Realität könnte so schön sein, hat man mir erzählt. 

Vielleicht lerne ich sie ja mal kennen.

:-) 

Sonntag, 27. Oktober 2019

Die Psychiatrie, ich und Recovery

Was könnte ich eigentlich zur Psychiatrie schreiben, ohne dass man mir einen Titel vorgibt, ohne dass ich vorher lange überlege, sondern die Gedanken nehme, wie sie kommen:

Als erstes denke ich da an meine grundsätzliche Einstellung zur Psychiatrie. Vor vielen Jahren habe ich Schlimmes in der Psychiatrie erlebt: Fixierungen., Zwangsspritze, zuletzt 2009 Isolierung. Das hat aber alles nicht dazu geführt, dass ich ein Psychiatriegegner geworden bin. Lange Zeit habe ich an mir gezweifelt, dass ich deswegen nicht richtig sei, zu angepasst, zu unterwürfig. Jetzt sage ich, ich bin wie ich bin und ich bin eben eher psychiatriefreundlich. Die vielen Menschen, die sich um mich gekümmert haben, manche mit viel Herzblut. Die vielen netten Profis, die mir bei meiner langjährigen Selbsthilfearbeit begegnet sind. Sicher waren dabei nicht alle auf Augenhöhe, auch eingebildet, arrogant, sehr von sich eingenommen und überzeugt - aber meist finde ich auch bei denen etwas Nettes oder ich kann sie einfach lassen, wie sie sind. Bin ich deswegen ein schlechter Interessenvertreter? Vielleicht fehlt mir da schon das Gefühl für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Ich komme mehr vom System her und vielleicht weniger vom Menschen. Ich sehe, dass Psychiatrie nicht optimal läuft. Ich habe Ideen, wie es besser sein könnte, aber ich handle nicht aus Empörung und Entrüstung, sondern aus dem Wunsch heraus, es besser zu machen, um Psychiatrie weiter zu entwickeln.


Neben allen Modellen, Konzepten und Methoden ist für mich das Wichtigste, mit welcher Haltung die Profis den Patienten und den Klienten begegnen:

1.      Machen sie Mut oder demoralisieren sie?
2.      Nehmen sie ernst oder vermuten sie überall Betrug und Lügen?
3.      Glauben sie an die Genesung oder sprechen sie von austherapiert und chronisch?
4.      Spenden sie Trost und Hoffnung, wenn das Gegenüber keinen Sinn und keinen Ausweg mehr sieht oder schweigen sie dann hilflos?
5.      Haben sie selbst einen Sinn für sich gefunden, um auch anderen bei der Sinnsuche behilflich zu sein oder machen sie ihre Arbeit nach Vorschrift und Regeln ohne zu wissen weshalb?
6.      Können sie professionelle Nähe zulassen oder verstecken sie sich vielleicht sogar gleichgültig hinter der viel beschworenen professionellen Distanz?
7.      Glauben Sie an die Fähigkeiten des zu Unterstützenden, können sie diese erkennen und fördern oder sehen sie nur, was nicht geht, was defizitär scheint?
8.      Nehmen sie die Wünsche und Ziele ernst und fördern das Erreichen oder raten sie davon ab und reden von Fantasie und bemühen die in diesem Zusammenhang lähmende Vernunft?
9.      Verstehen sie sich als Berater und Assistent oder meinen sie genau zu wissen was richtig, falsch und besser ist?
10. Ist es ihnen die Befindlichkeit wicht oder denken sie nur an die Symptome unter denen gelitten wird?
11. Sind sie bereit Risiken einzugehen und an den Anderen zu glauben und bei Misserfolg es wieder zu wagen oder packen sie so in Watte, dass keine Entwicklung mehr möglich ist?
12. Sehen sie bei schwierigen Menschen das Liebenswerte, das jeder Mensch in sich trägt, deren Schrei nach Liebe und Anerkennung oder verurteilen sie das herausfordernde Verhalten, lehnen ab, grenzen aus, ja hassen sogar - selbst als bezahlte Helfer?

Das fällt mir zum Thema Haltung ein. Diese Wünsche an die Profis versammeln sich beim Recoveryansatz. Nicht dass das alles neu wäre, aber leider noch lange nicht überall umgesetzt. Mir ist klar, dass die Profis keine Übermenschen sind und genauso wenig perfekt sind, wie die von psychischer Erschütterung Betroffenen. Aber mit Recovery bekommen sie eine Leitlinie vermittelt und zwar nicht von ihren Chefs oder irgendwelchen Professoren, sondern direkt von den Betroffenen, denn der Recoveryansatz wurde von Psychiatrieerfahrenen aus den USA und Neuseeland entwickelt. 

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Sonntagmorgengedanken

Er liegt auf der Couch. Der Rolladen lässt etwas Licht des Morgens in das Zimmer. Er nimmt sein Handy, überlegt, legt es wieder hin und hängt weiter seinen Gedanken nach.

Zugleich Lust auf Aktivität und zugleich auch wieder nicht. Eine gedachte Möglichkeit nach der anderen, wird innerlich wieder von ihm abgelehnt. Zuviel Aufwand, keine Lust.

Er müsste viel mehr lesen. Sein Wissen vermehren, aber er produzierte nur Mails, WhatsApp-Nachrichten und Dokumente. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen. 

Auch sein schlechtes Gedächtnis trug dazu bei, dass er immer weniger vertieftes Spezialwissen parat hatte. Überall ein bisschen, aber wenn man mehr wissen wollte, musste er passen. 

Zudem verlor er immer mehr die Fähigkeit zu erzählen und zu berichten. Er hatte das Gefühl, er müsse sich kurz fassen, wie er es auch von anderen erwartete. Er setzte sich deswegen selbst unter Druck und das Ergebnis war, dass er nur knapp einen Gedanken an den anderen reihte und nicht die notwendige Breite der Informationen weitergab. So kam es, dass ihm relativ schnell die Gedanken ausgingen und er Notizen benötigte, um weitere Ideen für sein Sprechen zu bekommen. Es fiel ihm immer schwerer frei zu reden. Es fehlte ihm dazu auch immer mehr die Übung dazu. Seine Kommunikation verlief inzwischen im Wesentlichen schreibend: Mails, WhatsApp, Facebook. Kurze, knappe Statements waren dort gefragt, was ihm sehr entgegen kam. Einen längeren Text zu schreiben, war ihm kaum möglich.

Drei Stunden später liegt er im Bett und hört die zufällige Bestenliste seiner Songs bei Google. Ein guter Kompromiss zwischen Langeweile und gebremstem Schaffensdrang. Zeit totschlagen oder Genuss? Schwer zu entscheiden. 

Rosenstolz. Herbert Grönemeyer. Roger Cicero. Max Mutzke. Bap. Peter Maffay. Konstantin Wecker. Komisch. Wo sind die englischen Songs?

Langsam kündigt sich das Mittagessen an. Hähnchenschenkel gibt es heute. Mit Gemüse. Dann wird er ins gewohnte Tun in der Küche kommen. 

Nun gehen wir schon Richtung Nachmittag. Google Pay Music ist Spotify gewichen: Ray Wilson. 

Aufgegeben hat er zu suchen was gerade passen könnte und lässt einfach zu. Das Nichtstun, das nicht Freude haben, sondern das nur sein. Schwierig, das auszuhalten ohne das Gefühl Zeit zu vergeuden. 








Samstag, 26. Oktober 2019

Mahnungen

Meine Erkrankung mahnt mich immer wieder, nicht der Mensch zu werden, der ich vermutlich ohne sie geworden wäre....

Der liebe Gott mahnt mich, mich nicht so wichtig zu nehmen....

Spuren der Liebe hinterlassen

Und plötzlich kommen die Zweifel, die Scham. Schon wieder eine Veranstaltung vorzeitig beendet. Die Unsicherheit wird größer. Inwieweit kann man sich noch auf mich verlassen? Wann werden die Zustände wiederkommen? Hab ich mich richtig verhalten? Die Mail an Uwe Bening und Elke Atzpodien mit meiner Erklärung - war die nötig gewesen?

Wenn ich bedenke, dass in Syrien Krieg ist. Dass auf der Welt so viele Menschen gewaltsam sterben. DANN schäme ich mich noch mehr darüber wie wichtig ich mich mit meinem Leben nehme. 

Eine kleine Welt unter 7 Milliarden Welten. Ein kleines Leben unter 7 Milliarden Leben.

Vielleicht ist mein größter Fehler, dass ich mich für soooo wichtig halte.

Demut lernen. Die Not der anderen wahrnehmen und lindern angesichts der eigenen Erfahrung. Mitgefühl statt Verurteilung. Spuren der Liebe in die Welt bringen. Das sind doch die eigentlichen Ziele, die mich antreiben - sollten. 

Weg mit Scham und Schuld. Weiter machen. Besser machen. 



Lautstark

Es sind nicht immer die Lauten stark,
nur weil sie lautstark sind. 
Es gibt so viele, 
denen das Leben viel echter gelingt. 

Konstantin Wecker 

Offenlegung

Ist es der richtige Weg meine Zweifel, meine Irrungen und Wirrungen, meine Euphorie, meine Innerlichkeit so öffentlich zu machen - euch mitzuteilen?

Ist es der richtige Weg bei meiner Arbeit, bei meinem Auftreten meine Schwächen zu zeigen - euch zu informieren? 

Werde ich dann noch ernst genommen? Traut man mir dann überhaupt noch etwas zu? Redet man schlecht über mich? Was denkt ihr darüber?

Und vor allem: Warum mach ich das? 

Ich könnte jetzt sagen, um dem Stigma zu begegnen, um zu zeigen, das psychoseerfahrene Menschen mit den gleichen Nöten und Sorgen umgehen, wie alle. 

Aber das ist es nicht wirklich. 

Es macht mir Freude mich zu zeigen, mit meiner Person und mit meinem Leben Interesse zu wecken. Ein Stück weit als Narzist, ein Stück weit als Mahner, ein Stück weit als Beispiel, gerne irgendwann als Weiser. 

Ich habe mein Auskommen, eine Aufgabe und eine Wohnung, eine liebe Frau und einige wenige Freunde. Habe die Möglichkeit sehr selbstbestimmt zu leben. Darüber hinaus ein hohes Maß an Unabhängigkeit. 

Warum soll ich mich dann von eurem Urteil abhängig machen, der ihr nicht meine Frau oder meine Freunde seid?

Solange ich sicher auf menschlichem, geistigen und materiellen Boden stehe, muss ich überhaupt nichts fürchten. 

Und wenn ich das alles verliere, bleibt mir noch mein Glaube und dann wird es sich wirklich zeigen, ob mich dieser trägt. 

Deswegen mache ich weiter mit meinem Blog und mit meiner Offenheit. 

Denkt von mir, was ihr wollt. 






Über den Grenzen....

Musste heute den Selbsthilfetag des LVPEBW abbrechen. Hab die Mitgliederversammlung noch so recht und schlecht über die Runden gebracht. Hab mich gefühlt als stünde ich neben mir. In der Mittagspause wurde meine innere Unruhe so groß, dass ich gegangen bin. Jetzt bin ich schon 3h unterwegs und bin erst in Karlsruhe. Den DGPPN Kongress in Berlin Ende November habe ich abgesagt. Mir fehlt total die innere Energie. Bin emotional gebremst und gedämpft. So ist das eben, wenn man psychisch eingeschränkt ist, auch wenn ich es meist nicht wahrhaben will. Ich meine immer ich könnte alles irgendwie schaffen und gehe über meine Kräftegrenzen hinaus. Ich habe so langsam den Verdacht, dass ich oft mehr sein will, als ich bin. Und so langsam gehe ich auch auf die 60 zu. Immer mehr wächst der Wunsch mein Leben mit Karin und meinen Freunden zu genießen. Gibt es vielleicht auch ein Leben ohne LVPEBW Vorsitz?

Schade, dass ich die Vorträge von Uwe Bening und Elke Atzpodien nicht mitbekommen habe. Und die Frau von den Singenden Krankenhäusern ist bestimmt auch ein Erlebnis. 

Dienstag, 22. Oktober 2019

Lebendigkeit im Kopf

Herr Rüsch sagte mir als Gedanke in meinem Kopf, die Dialoge in meinem Kopf mit anderen Menschen, Gott und Jesus seien von mir selbst gemacht. Und es wäre gesundheitlich für mich am besten, das so zu sehen. Dämonen und der Teufel melden sich übrigens nicht mehr unverkleidet bei mir. 

Das mag sein. 

Aber die Möglichkeit, dass ich auf irgendeine unerklärliche Weise mit diesen helfenden Gedanken-Stimmen doch wirklich in Kontakt stehe, ist faszinierend und macht mein Leben viel spannender. Deswegen werde ich weiter diesen Spagat zwischen Selbst und Außen wagen. Mein Leben ist viel langweiliger und uninteressanter, wenn ich nur mit mir selbst denke.

Das Lebendige ist immer risikoreicher. 

Montag, 14. Oktober 2019

Freitag, 11. Oktober 2019

Freie Entscheidungen

Resümee des Filmes "Der Plan" mit Matt Daemon:
........
Freie Entscheidungen bekommen wir nicht geschenkt.
Dafür müssen wir kämpfen.
.........

Wie wahr...

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Dorothea Buck ist heute verstorben

Die ersten Gedanken, die ich hatte:

Dorothea: Glaubst du an Gott?
Ich: Ja
Dorothea: Warum glaubst du dann nicht an eine gewaltfreie Psychiatrie?

Montag, 23. September 2019

Kluger Verzicht

Ab fast 60 musst du nicht mehr jede Chance nutzen, die sich dir bietet.
Kluger Verzicht macht dann glücklicher und gesünder.

Spruch inspiriert durch Karl Lauterbach

Montag, 16. September 2019

Drei Auftritte

Donnerstag Stuttgart Waldau
15 Minuten reden vor 350 Personen. Vom PsychKHG. Erfolgreich. Oft Gelobt.

Sonntag Messe Freiburg
Unruhig und erschöpft dort angekommen. Sprechen kaum möglich. Nur 1 Teilnehmer da. Vortrag nicht gehalten. Von Recovery und EX-IN. Sehr erleichtert darüber. Abends dann direkt nach Ulm.

Montag Ulm Villa Eberhardt
Den Raum betreten und die Unruhe und Unsicherheit war da. Blockiert im Gespräch. Blockiert im Denken. Konzentration kaum möglich. Angst vor dem Auftritt. Dann der Entschluss. Bei Franz-Josef, Hermann, Frau Golob verabschiedet und unverrichteter Dinge wieder gegangen. Nachdem ich fast alle begrüßt hatte und mein Zustand auffiel. Erholung im Taxi. Im Zug war wieder alles gut. Schönes Wiedersehen mit Karin

Sonntag, 1. September 2019

Freundschaft

... ist eine Herzensangelegenheit, die auf Vertrauen und Zuneigung beruht, ein Band zwischen zwei Seelen, das weder Raum und Zeit trennen können. Freundschaft bedeutet, immer füreinander da zu sein und alles zu teilen - ob Träume, Gedanken Glücksmomente oder Sorgen. Es gibt kaum ein kostbareres Geschenk auf der Welt als Freundschaft

Geburtstagskarte 2019

Mittwoch, 28. August 2019

Coaching

Du solltest in dich einsteigen. Wege gibt es jede Menge.

Du musst dich auf Suche und Prüfung!! einlassen.
Also große Vorsicht walten lassen.

Für sehr wichtig halte ich, dass du alle deine Tätigkeiten weiter ausübst.
Du bist hier der richtige Mann, der dringend gebraucht wird.
Das Innere, dein Inneres, soll und muss dir dabei beistehen.
Gehe auf die Suche, was das bei dir sein könnte.

Mir hilft im Leben
meine persönliche Gottessicht,
der vorösterliche Jesus
und Zen.

Also. Aufbruch.

"FRISCH GEWAGT!"          

Samstag, 24. August 2019

Mich sein lassen

Hallo, meine lieben Leser,
kein Ahnung wieviele
Heute führen mich 5cm Whisky zu meinem Blog

Könnt ihr mir bitte sagen, wer ich bin?

Der engagierte Selbsthilfeaktivist?
Der untalentierte Smalltalker
Redegewandt in Arbeitsgruppen
Randfigur bei gesellschaftlichen Anlässen
Authentischer Vortragender
Antriebslos Leidender
Und vieles mehr....

Wie finde ich mich hier?
Wer und wie bin ich wirklich?
Randfigur oder Alphatier?

Ich sehe nur die Chance mich sein zu lassen
Den Kampf aufgeben zu sein wie Vater
Weniger Streben, mehr sein
Mich dem Inneren zuwenden
So schwer es mir auch fällt
Ich glaube, ich brauche Hilfe

Den ständigen inneren Kampf zu beenden
Endlich inneren Frieden zu gewinnen
Und ich habe noch keine Ahnung wie

Wer bin ich?
Wie bin ich?
Wie werde ich ruhig?


4 Jahre Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz

Fachtagung Psychiatrie (12.9.2019 in Stuttgart)
4 Jahre PsychKHG erste Zwischenbilanz – neue Entwicklungen 

Das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) wurde in einem beispielgebenden partizipativen Prozess erarbeitet und trat dann am 1.1.2015 in Kraft. In Arbeitsgruppen wurden Ideen gesammelt und in einem Eckpunktepapier dem Sozialministerium vorgelegt, das vieles davon in das spätere Gesetz übernahm. Ganz im Gegensatz zu Bayern, wo ebenfalls Vorschläge gemacht wurden, aber später im Gesetzentwurf ganz andere Aussagen standen. Hier ging es in Bayern dann in erster Linie darum, die Gesellschaft zu schützen, als Hilfen zu konzipieren und neu zu entwickeln. Aufgrund großem Protest der Fachverbände und auch der Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen musste in Bayern dann der Gesetzesentwurf wesentlich nachgebessert werden.

Im PsychKHG BW sind wichtige Neuerungen zum Schutz der Rechte psychisch erkrankter Menschen eingeführt worden: die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen (IBB-Stellen) mit Ombudsstelle, das Melderegister für Zwangsmaßnahmen, die Besuchskommissionen und der deutlich angehobener Schutz für Patienten in der Anwendung von Zwangsmaßnahmen.

IBB-Stellen

Besonders aus den Reihen der Psychiatrieerfahrenen und der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen kamen die Forderungen nach mehr unabhängigen Beschwerdeinstanzen nach dem Muster der schon existenten Beschwerdestellen. In der AG Patienten- und Angehörigenrechte wurde das Konzept der IBB-Stellen unter maßgeblicher Beteiligung der Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen erarbeitet und später von der Landesregierung flächendeckend auch so umgesetzt. Das heißt in jedem Stadt- und Landkreis wurde eine IBB-Stelle aufgebaut.

Ausdrücklich begrüßen wir die Realisierung der IBB-Stellen und in dieser Hinsicht sind wir gegenüber anderen Bundesländern weit voraus. Als verbesserungswürdig seien 3 Punkte genannt:

1. Die Zusammenarbeit von Patientenfürsprechern und den IBB-Stellen ist in etlichen Kreisen noch schlecht. Die alten Strukturen ließen sich nicht ohne weiteres in das neue Konstrukt überführen. Sei es aus organisatorischen oder personellen Gründen, hier sollten alle Beteiligten nochmals aufeinander zugehen und Lösungen finden, die das nicht unkomplizierte Zusammenspiel zwischen Patientenfürsprecher und IBB-Stelle im Sinne der Betroffenen zu verbessern.

2. In einigen Kreisen ist die sehr wichtige Unabhängigkeit der IBB-Stellen nicht wie geplant gegeben. Sei es, dass Träger die Geschäftsführung übernommen haben und Eigeninteressen verfolgen oder das zum Beispiel kommunale Vertreter die Berichte an die Ombudsstelle verfassen und nicht die IBB-Stellen-Mitarbeitenden.

3. Die Finanzen der IBB-Stellen werden den IBB-Stellen-Mitarbeitenden gegenüber intransparent geführt. Diese müssen die Möglichkeit haben, zu erfahren, wie die Fördergelder des Landes ausgegeben werden.

Wir weisen nochmals darauf hin, dass diese Kritik nicht grundsätzlicher Art ist, sondern der Weiterentwicklung der IBB-Stellen dienen sollen. Wir brauchen diese unbedingt und in vielen davon wird wertvolle Arbeit geleistet.

Besuchskommissionen

Besuchskommissionen sind im Grunde kein neues Konzept, wie die IBB-Stellen. Es gab diese schon länger in anderen Bundesländern und es war an der Zeit gewesen, diese auch in Baden-Württemberg zu installieren. Nach unseren Informationen erfüllen diese ihren Auftrag und sind eine wertvolle Ergänzung zum Schutz der Rechte von Patienten und dienen der Verbesserung der Behandlung in den anerkannten Kliniken. Die Besuchskommissionen müssen unbedingt weitergeführt werden, auch wenn der organisatorische Aufwand des Betriebs der Besuchskommissionen nicht unerheblich ist. Unserer Kenntnis nach haben schon viele Kliniken aufgrund der Bewertungen durch die Besuchskommissionen Nachbesserungen durchgeführt.

Melderegister

In dem Bericht der Ombudsstelle an die Landesregierung ist ausführlich über die Ergebnisse des Melderegisters zu lesen. Und wir sind der Meinung, dieses erfüllt auch seinen Zweck. Wir bemängeln allerdings, dass das Melderegister in der Fachwelt kaum wahrgenommen wird und dessen Konsequenzen nicht Gegenstand öffentlichen Interesses sind. Hier schlagen wir vor, eine Veranstaltung zum Melderegister durchzuführen, damit dieses größere Bedeutung gewinnt, auch wenn wir wissen, dass für die Kliniken die Daten des Melderegisters sensibel sind.

Zwang und Gewalt

Die mehrfachen Gesetzesänderungen bezüglich der Anwendung von Zwang und Gewalt in der Psychiatrie haben deutliche Auswirkungen auf die Situation auf den Akutstationen der psychiatrischen Kliniken gehabt bzw. haben diese immer noch. Die Behandlung ist dadurch wesentlich erschwert worden. Wir können dieses Problem der Kliniken nachvollziehen, aber trotzdem führt kein Weg daran vorbei, die Menschenrechte der Patienten zu wahren und da ist ein klarer, gesetzlicher Schutz der Patienten vor Gewalt und Zwang unverzichtbar. Es gibt in den Kliniken inzwischen Bewegungen hin zu Reformprozessen und Anstrengungen moderne Konzepte auch auf Akutstationen zum Einsatz zu bringen. Stichwortartig seien hier genannt: Recovery- und empowermentorientierte Haltungen, EX-IN-Genesungsbegleitung, Safewards, Weddinger Modell, Offener Dialog, Soteria. Endlich machen sich die Kliniken auf ihre Strukturen und Behandlungskonzepte zu modernisieren, nicht zuletzt, um die Gewalt auf den Stationen zu reduzieren. Dazu haben unseres Erachtens wesentlich die neuen Gesetze beigetragen. Teilweise sind die Kliniken dazu übergegangen privates Security-Personal auch auf den Stationen einzusetzen, was zu einer kurzfristigen Entlastung geführt hat. Dies darf aber keine Lösung für die Zukunft sein.

In Zuge dieser Entwicklung fällt auch auf, dass inzwischen die Patienten noch früher entlassen werden, als es schon üblich gewesen war – teilweise in noch ausgeprägten, akuten Krankheitsphasen. Dies lässt sich von zwei Seiten betrachten: einerseits werden Patienten in ihrem Recht auf Freiheit weniger eingeschränkt, andererseits ist es dadurch notwendig, die ambulanten Hilfen weiter auszubauen und zu verbessern.

Exkurs: Ambulante Hilfen

Neben der Verbesserung der Behandlung in der Klinik, wo für viele Patienten wichtige Weichen gestellt werden, ist eine gute ambulante Versorgung von enormer Bedeutung. Denn Genesung von psychischen Erkrankungen ist meist ein sehr langer Weg und dieser verläuft heutzutage nicht mehr in der Klinik, sondern zu Hause in der Gemeinde und oft eben auch mit Begleitung durch ambulante Dienste und Hilfen. Deswegen hier noch zwei Anmerkungen zu diesem Thema:

1. Wir begrüßen es sehr, dass das Sozialministerium nun eine Unterarbeitsgruppe (UAG) des Landesarbeitskreises Psychiatrie Baden-Württemberg eingerichtet hat, die sich mit dem Thema Krisendienste beschäftigen soll. Schon seit vielen Jahren setzen sich die Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen dafür ein, dass es angemessene Hilfe gibt, für Menschen, die vor allem außerhalb der Öffnungszeiten der bestehenden Hilfsangebote, in einer akuten Krise sind. Dies würde den Betroffenen viel Leid ersparen, Klinikaufenthalte vermeiden oder verkürzen und die Angehörigen entlasten, wie es auch entsprechende Studien nachweisen. Deshalb halten wir es für unbedingt notwendig, flächendeckend Krisendienste aufzubauen. Übrigens ist uns da Bayern diesmal voraus, da dort Krisendienste im neuen PsychKHG gesetzlich verankert sind.

2. Wir brauchen starke Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi)! Wir müssen den Baden-Württembergischen Sonderweg gut ausgestattete SpDis zu haben, weitergehen und diese weiter ausbauen. Die SpDi bewähren sich seit Jahren und sind niederschwellige Hilfen bei der Grundversorgung schwerer psychisch erkrankter Menschen. Deren Aufgabenspektrum hat sich mit den Jahren stark vergrößert und sie sind für uns Psychiatrieerfahrenen ein notwendiger Baustein im Gemeindepsychiatrischen Verbund. Vor allem, dass die meisten SpDis eine zugehörige Tagesstätte betreiben, ist eine enorme Hilfe für psychisch erkrankte Menschen, die Tagesstrukturierung benötigen und der Isolation entkommen möchten.

In Anbetracht der Zeit möchte ich es bei diesen 2 Punkten belassen und zum Beispiel nicht mehr auf die Stationsäquivalente Akutbehandlung im häuslichen Umfeld (StäB) und den Psychiatrischen Pflegedienst eingehen.

Es gibt inzwischen sehr viele unterschiedliche Hilfsangebote in der Psychiatrie – die für den Laien gar nicht mehr zu durchschauen sind. Eine der größten Aufgaben ist es derzeit die vielen Bausteine zu vernetzen und die Zuständigkeiten transparent zu machen – und vor allem, dass dann der psychisch belastete Mensch zu den Hilfen kommt, die er benötigt. Dazu soll das PsychKHG, aber auch unter anderem das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und letztendlich das geänderte SGB IX beitragen. 

Ich glaube, ich muss gar nicht mehr sagen: „Wir haben noch viel zu tun – bleiben wir dran!“

Rainer Höflacher am 24.8.19

Freitag, 16. August 2019

Ungeachtet euch

Schon nach 1
Trauriges in den In-Ears
Schmerz genießen mit Wortesuchen
Schicke Sehnsucht in die Welt
Lebensgier mogelt sich am Wächter vorbei
Anpassung weicht dem Dichter ohne Publikum
Kurz das Gefühl tief zu sein
Und dann:
Ich bin ich - lass es zu - auch morgen
Ungeachtet euch

Bist DU wirklich du?

Sonntag, 11. August 2019

Ratgeber Ehe 1

Wenn dich etwas nervt, was tust du dann mit dem Reißen in deiner Brust? Wie findest du zur Gelassenheit? 

Lass dir davon die Laune nicht verderben.

Der Ärger kommt nicht von außen. Er entsteht in dir und du hast die Verantwortung dafür wie du mit ihm umgehst, und auch die Möglichkeit ihn zu befrieden

Vielleicht sprichst du das Geschehene an, was nicht immer das Beste sein muss. Vielleicht verlässt du das Zimmer, um Zeit und Ruhe zu gewinnen. Die Rückkehr nach kurzer Zeit eröffnet meist eine neue Chance.

Selbsthilfe war die Rettung

Ich war im Jahr 1981 mit 19 Jahren zum ersten Mal in stationärer Behandlung in der Psychiatrie. Das sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Inzwischen habe ich 18 Psychiatrieaufenthalte hinter mir und noch mehr akute Zustände.

Meine seelische Erschütterung kennt Zeiten, in denen ich beeinträchtig bin und Zeiten in denen ich ein weitgehend „normales“ Leben führen kann. In akuten Phasen bin ich übermäßig aktiv und euphorisch und es kann sein, dass ich auch Gedanken habe, die nicht mehr dem entsprechen, was die meisten Menschen als Wirklichkeit definieren. Dann wieder gibt es bei mir auch Phasen der Antriebslosigkeit, der Bedrücktheit und der Freudlosigkeit. Es ist schwer sich dabei selbst zu finden. Die Ärzte nennen das schizoaffektive Störung.

Ich habe mit meinen psychischen Besonderheiten schon viel erlebt – auch gesetzliche Unterbringungen und Zwangsmaßnahmen in der Klinik. In den 90er Jahren war ich über Jahre hinweg schwer depressiv und sehr verzweifelt. Ende der 90er ging es mir langsam wieder besser. Ich fand eine Partnerin, mir wurde eine Erwerbsunfähigkeitsrente bewilligt, ich bekam ein neues, sehr hilfreiches Medikament und die Beziehung zu meinem Vater änderte sich grundlegend. Was mir aber nachhaltig half, war meine Entscheidung, mich in der Selbsthilfe seelische Gesundheit zu engagieren. Seit 1999 tue ich das bis heute sehr intensiv.

Zuerst in der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Stuttgart-Bad Cannstatt, dann in dem von uns Psychiatrieerfahrenen gegründeten und geführten Selbsthilfeverein Offene Herberge e.V. und auch im Landesverband Psychiatrie-Erfahrene Baden-Württemberg e.V., lernte ich andere Betroffene kennen. Durch die Zusammenarbeit und den Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, bekam mein Leben wieder einen Sinn und meine Isolation und Einsamkeit war beendet.

Als ich dann 2009 meine heutige Ehefrau kennen lernen durfte, machte ich nochmals einen großen Schritt nach vorne. Meine Frau wohnte 2 Jahr bei mir in Stuttgart und Ende 2011 zogen wir dann in ihre Heimat Teningen.

Ich hatte das große Glück, dass es in Freiburg bereits den Verein Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. gab. Gerade zu diesem Zeitpunkt wurde das Amt des Interessenvertreters im neu gegründeten Gemeindepsychiatrischen Verbund frei und ich durfte dieses Amt 2012 übernehmen, das ich in Stuttgart schon 10 Jahre lang inne gehabt hatte. Auch 2012 gründete ich die Selbsthilfegruppe Psychiatrieerfahrener Emmendingen, die bis heute die Basis meiner privaten Kontakte ist. Dort lernte ich andere Psychiatrieerfahrene gut kennen und es entstanden Beziehungen auf Dauer.

Es gibt in Baden-Württemberg kaum ähnlich gut aufgestellte Selbsthilfe-Regionalverbände wie Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. Dort sind ca. 10 Selbsthilfegruppen Mitglied. Unser inklusives Fußballteam ist nicht nur sportlich sehr erfolgreich, sondern es entstehen dort auch viele private Beziehungen unter den inzwischen ca. 30 Menschen, die bei uns Fußball spielen. Es gibt auch Frühstückgruppen je für Männer und Frauen. Achtsamkeitstraining und Freizeitangebote, wie Wandern und Kegeln können bei uns wahrgenommen werden.

Ein besonderes Projekt gelang uns 2018/2019: Selbsthilfe mit Köpfchen produzierte zusammen mit der Firma „Sandra Beuck│Medien“ das fünfminütige Video „Borderline verstehen“ und ein beeindruckendes Interview zu diesem Thema, das man auf www.smkev.de/borderline-video/ ansehen kann.

Jede und jeder geht bekanntlich seinen eigenen Weg. Für mich war die Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener die Rettung und inzwischen wurde das dortige Engagement zur Berufung. Man wird sehen, wie es weitergeht.

Rainer Höflacher, stellv. Vorsitzender Selbsthilfe mit Köpfchen e.V.

Wandle dich

Komm herunter
Sei demütig
Und jage nicht der Euphorie und Lebenslust hinterher
Sei froh, dass du gesund bist
Jeden Morgen aufstehen kannst

Lerne echte Hoffnung und Nächstenliebe
Damit du sie wirklich weitergeben kannst

Suche nicht nach dem Kick
Er ist es nicht, der dir Frieden gibt

Freue dich über die Wärme
Und über den Wind, der sie erträglich macht

Suche nicht nach den Schwächen deiner Mitmenschen
Finde ihre Stärken
Finde die Eigenschaften, die sie auszeichnen

Versuche bescheidener zu werden
Suche die Freude in den kleinen Dingen

Die großen Erfolge sind nicht von Dauer
Hänge nicht an ihnen
Lass sie hinter dir
Sie machen dich zu stolz und unnahbar

Du siehst
Du hörst
Du läufst
Du darfst denken
Du hast keine Schmerzen
Du darfst leben
Freue dich jeden Tag darüber

Samstag, 3. August 2019

Mehr geht gerade nicht

Nach der Krise auf der Suche
Eher wartend
Bis ich mich wieder finde

Im Sommerloch hat es der Arbeiter schwer
Schwächen zuzudecken.
Das Ich muss genesen ohne die übliche Flucht.

Ansprüche reduzieren
Lustlosigkeit zulassen
Vergeudete Zeit annehmen
Ein noch kleineres Leben leben

In mich hineinhören
Und die kleinen Freuden finden
Die Schwere schwer sein lassen
Die fehlende Energie hinnehmen

Irgendwann schickt mir Gott ein Licht
Dass es wieder heller in meinem Leben wird
So war es bisher immer
Warum sollte er mich verlassen

Bis dahin den Schmerz aushalten
Und mich sein lassen
Wie ich gerade bin.

Das ist alles
Mehr geht gerade nicht.

Sonntag, 28. Juli 2019

Dreimal Rainer

Die großen Fragen, die mich beschäftigen sind:
"Wer bin ich? Wie bin ich?

Es gibt Phasen in meinem Leben, da bin ich voller Kraft bei meiner Arbeit. Werde dabei anerkannt und respektiert. Bekomme hin und wieder klare Aussagen der Anerkennung.

Dann bin ich der Rainer, der sich kaum an erlebtes Erinnern kann. Der kaum Allgemeinwissen hat und sich außer für Psychiatrie für nichts interessiert und deshalb bei Begegnungen außerhalb des Psychiatrieumfeldes eine schweigende Randfigur ist. Das ist je nach Situation ok für mich, oft aber kaum zu ertragen.

Und dann bin ich der Rainer, der voller positiver Energie Projekte und Aufgaben angeht und eine allumfassende Sympathie und Zugewandtheit gegenüber allen Menschen empfindet. Ich wache dann mit Freude auf den Tag auf und gehe spät voller Zufriedenheit mit dem ereignisreichen Tag ins Bett. Das ist der Rainer, der mir subjektiv gesehen natürlich am besten gefällt.

Kurz gesagt:
1. Der zufriedene Rainer mit deutlichen Schwachstellen bei Gesellschaftsfähigkeit mit wechselndem Selbstwertgefühl.
2. Der depressive Rainer, der arbeitsmäßig eher Burnoutsymptome hat. Gesellschaftsmäßig kaum noch existiert und mit großen Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen hat. Das ist der Rainer, den ich gar nicht mag.
3. Der Rainer der in einer Art Manie voll aktiv sein Leben und seine Aufgaben gestaltet. Kaum schlechte Laune hat und sehr umfassend mit hohem Selbstwertgefühl im Leben statt, aber auch die erhöhte Gefahr besteht, psychotisch zu werden. Das ist der Rainer, der mein Leben lebenswert macht.

Samstag, 27. Juli 2019

Alternativlos

Lebst du auch ein alternativloses Leben?....



Ein Leben wie für dich gemacht
Dein Tun wurde zur Berufung
Materielle Unabhängigkeit nahezu
Du bist nicht allein
Hast eine liebe Frau und einen guten Freund
Kennst viele Menschen, noch mehr kennen dich
Keine ernsthafte körperliche Krankheit

Alles Erreichbare erreicht
Und jetzt?
Highlights werden zunehmend bedeutungslos
Ein alternativloses Trichterleben
Nicht gewürdigtes Geschenk
Neue Wege scheinen schaal
Nicht reizvoll genug, um Anfänger zu werden

Warten alleine genügt nicht
Die Zeit wird knapper



Schwebezustand

Eigenartiger Schwebezustand in dem ich da bin. Kaum Termine, keine Lust auf Psychiatriethemen, Zeit totschlagen und der schwierige Versuch trotzdem nicht zu leiden. Vergeudete Zeit hinnehmen, mich selbst sein lassen, wie ich bin. Wenig Freude, Leere im Kopf, gedämpfte Stimmung und trotzdem das Leiden an mir selbst begrenzen. Dem Wunsch widerstehen vorne dran zu sein.
Noch kein Lebenskünstler, aber gerade außerhalb des Hamsterrades. Es ging mir schon schlechter.

Samstag, 20. Juli 2019

Geleistet hab ich schon genug

Mich treibt eine Kraft, die schwer zu bewerten ist:

Sie will, dass ich größer werde, als ich bin.
Sie will Einfluss erlangen.
Sie will, dass ich Großes tue.
Sie bringt mir Zeiten des Zweifels, des Verzagens, wo gar kein Zweifel und Verzagen sein müsste.
Sie macht aus Freizeit Leidenszeit
Sie macht aus einfachem Nichtstun Quälerei.

Sein lassen. Die Gegenwart sein lassen.
Sich selbst sein lassen, von innen heraus.

Die Gier nach einem großen Leben, frisst mich auf.

Diese Kraft half mir schon Etliches zu bewegen.
Aber tut diese Kraft mir selbst wirklich gut?
Ansehen und Anerkennung in den Sinnen vieler.
Das darf nicht alles sein.

Aber immer dieses Ziehen und Reißen in mir.
Sie fordert ihren Preis
Will ich diesen wirklich weiter zahlen?

Es gibt kein Hundert oder Null im Leben.
Immer ist alles mit dabei.
Gesundheit, Krankheit
Streben oder sein.

Ich will nicht mehr unter mir selbst leiden.
Ich will gut Zeit mit mir selbst verbringen.
Das gilt es zu lernen.

Geleistet habe ich schon genug.

8 Tipps gegen Schwermut

1. Es sein lassen, wie es ist.

2. Sich selbst sein lassen.

3. Ansprüche auf große Gefühle reduzieren.

4. Nichtstun ertragen lernen.

5. Langeweile zu Chillen umdeuten.

6. Eigene Grenzen der Belastung erkennen und einhalten.

7. Kleine Erfolge sehen und würdigen.

8. Musik hören.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Freizeit = Leehrzeit?

Heute liegt der Tag wie ein leeres, mahnendes Blatt Papier vor mir. Die vielen leeren Stunden beunruhigen mich. Bemühe mich das alles positiv zu sehen. Platz wäre jetzt da für mich selbst. Mein Ich zu erkennen.


Wieder unten...

Monatelang auf der goldenen Seite der Gefühle. Leider den Bogen überspannt. Nicht genug bekommen, von guter Laune, von Euphorie. Die Psychose holte mich ein. Psychiatrie, Haldol, geschossenen Station, Intensivbereich.

Jetzt wieder mit jeder Menge Psychopharmaka in der Enge meiner Brust gefangen. Schlechte Laune, Lustlosigkeit, Depressionen halten mich unten.

Jetzt wissend, dass mich die Psychopharmaka von meinen Gefühlen trennen, ist die Abneigung gegen dieses Gift noch größer geworden. Jetzt weiß ich, was leben heißt. Jetzt weiß ich, welcher Rainer in mir wartet befreit zu werden.

Am besten ich wäre allein, dann wäre ich für meine schlechte Laune nur noch mir selbst gegenüber verantwortlich und würde nicht noch Karin damit belasten.

Was tun?

.......
Jetzt vor mir und meiner Schwere in die Eisdiele geflohen. Alter Lieder Konstantin Weckers bringen mich zum Nachdenken. "Genug ist nicht genug". Und für mich ist schon der alleinige Spaziergang zur Eisdiele ein kleines Abenteuer. Mal sehen, ob Karin später, nachdem mich der Friseur bearbeitet hat, noch zu mir kommt oder ob sie es mir übel nimmt, dass ich früher los bin. Man weiß ja nie genau....
.............
Jetzt habe ich den Tag also hinter mich gebracht. Heute Abend hab es noch ein tolles Abendessen. Karin hat einen Tomaten-Mozzarella-Salat gemacht und ich habe Fleischsalatbrot dazu gegessen. Das war echt lecker. Dann habe ich einen Teil von Mission Impossible angeschaut.

Ich will nicht weiter klagen. Andere müssen viel mehr ertragen. Wie sagte Klaus Obert oft? "Klagen auf hohem Niveau."

So, jetzt schaun mer mal, was morgen kommt.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Sein ohne Wollen

Über Monate hinweg gute Laune und Energie gehabt. Leider die Grenze nicht beachtet und in der Manie geendet. Jetzt jede Menge Psychopharmaka zu nehmen und auch wieder diese Lustlosigkeit und Bedrücktheit. Es wird wieder sehr lange dauern, um auf solch eine innerliche Freiheit zu kommen, wie vor der Manie. So liege ich auf dem Sofa und kann mich zu nichts aufraffen - und leide. Mist. Mist. Mist.

Wieder kreisen die Gedanken in meinem Kopf "Was tun? Was tun?".

Wieder ist meine innere Mitte unerreichbar in mir untergegangen. Was bleibt ist wieder diese bohrende Unzufriedenheit, diese Leere, diese quälende Unruhe.

Wie bin ich eigentlich? Dieses Hin und Herr zwischen den Extremen, macht es fast unmöglich einen gesicherten Wesenskern für mich selbst zu erkennen und anzunehmen.

Alles Äußere hat sich zum Guten gewandelt. Und trotzdem sitzt mir der Teufel im Genick und flüstert mir Schwere in die Brust. Und pflanzt mir die Freudlosigkeit in die Seele.

Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint, sitze mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon. Sogar ein Schmetterling fliegt vor mir seine Runden. Alles eins. Alles scheint gut.

So will ich meine schmerzende Tiefe annehmen und die schlechten Gefühle lassen. Das "Was tun?" beenden und eben leiden, weil es mir gerade zum leiden ist. Im Seelenschmerz loslassen. Mehr kann ich im Moment nicht tun.

Versuchen zu sein ohne Wollen.

Montag, 15. Juli 2019

Kursabschluss bei EX-IN Südbaden


Am 12.7.19 fand der erste EX-IN-Kurs in Südbaden offiziell seinen Abschluss. In der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg fanden sich die Kursteilnehmenden, die Projektbeteiligten und viele Unterstützende ein, um das erfolgreiche Ende der Qualifizierung zu feiern.
Egon Engler, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V., begrüßte alle Anwesenden und ging auf die sehr gute Kooperation der einzelnen Beteiligten bei diesem Projekt ein. Grußworte überbrachten Jochen Pfisterer, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Freiburg sowie Bernadette Sibler und Ingo Schlotter, Vorstände Selbsthilfe mit Köpfchen e. V. Gerd Keßler, EX-IN-Teilnehmer, gab Kurseinblicke und trug während der Feier selbstkomponierte Lieder vor. Der Höhepunkt des Abends, die Übergabe der Zertifikate und Teilnahmebestätigungen, wurde durch Projektleiter Ferdinand Holyba sowie durch Kurstrainer Stefan Schäuble übernommen. Ein Chor der Kursteilnehmer sang noch ein Lied, bevor Einrichtungsleiterin Susanne Schmid ein kurzes Resümee der vergangenen drei Jahre sowie ein Ausblick auf die kommenden zwei Jahre gab. Der Abschluss des Abends wurde mit einem gemeinsamen Imbiss und einem Glas Sekt gefeiert.

EX-IN ist eine Qualifizierung für psychiatrieerfahrene Menschen, die dann im Bereich der Psychiatrie als Genesungsbegleiterinnen und -begleiter arbeiten können. EX-IN steht für „Experienced Involvement“, übersetzt in etwa „Erfahrene beteiligen“. Menschen, die eigene Erfahrungen mit schweren seelischen Krisen haben, können andere psychisch belastete Menschen in ähnlichen Situationen besonders gut verstehen und unterstützen. EX-IN Südbaden bietet neben diesem EX-IN-Kurs mit Erweiterungsmodulen auch Recovery-Kurse an. Projektpartner sind der SpDi Freiburg – dessen Träger sind der Caritasverband Freiburg-Stadt und das Diakonische Werk Freiburg – und der Verein Selbsthilfe mit Köpfchen e. V. Finanziert wird das Projekt u.a. von der Aktion Mensch.

Im September 2016 war das Projekt "Erweitertes EX-IN für Südbaden" gestartet. Im Vorfeld hatten Ferdinand Holyba und Rainer Höflacher die Idee gehabt in Freiburg einen EX-IN Kurs in Freiburg zu realisieren. Nach einiger Zeit entschieden sich die Verantwortlichen des Caritasverbandes Freiburg-Stadt und des Diakonischen Werks Freiburg das Projekt durchzuführen. Projektträger wurde der Sozialpsychiatrische Dienst Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Verein Selbsthilfe mit Köpfchen e.V.  Susanne Schmid übernahm die Projektsteuerung, Ferdinand Holyba die Projektleitung und Maria Meier, Stefan Schäuble und Rainer Höflacher ergänzten das Projektteam. Insgesamt wurde bei Aktion Mensch 60%-Stellenanteil genehmigt.

Das Projekt hatte im Wesentlichen 4 Anliegem:

1. Durchführung eines EX-IN Kurses für Südbaden.
2. Entwicklung und Durchführung zweier Erweiterungsmodule.
3. Entwicklung und Durchführung von Recoverykursen.
4. Gewinnung von Arbeitgebern für die EX-IN-Idee

Neben dem standardisierten EX-IN Kurs mit 12 Modulen (jeweils 3 Tage, Freitag bis Sonntag mit insgesamt 413 Stunden) war es das Ziel in 2 Erweiterungsmodulen Personengruppen in den Blick zu nehmen, die für die Arbeit im Bereich der Psychiatrie von besonderer Bedeutung sind. Gemeinsam wurde entschieden, sich mit den Lebenswelten von psychisch erkrankten Eltern, psychisch erkrankten wohnungslosen Menschen, psychisch erkrankten Menschen mit einer Suchtproblematik und psychisch erkrankte geflüchtete Menschen vertraut zu machen. Dies erweitert die Qualifikation der späteren Genesungsbegleiter*innen. Dazu wurden externe Expert*immen eingeladen, die das notwendige Fachwissen einbrachten und zum Großteil die Konzeption und die Leitung der beiden Module 13 und 14 übernahmen.

Ebenfalls als Erweiterung gedacht, waren die Recoverykurse, die für Menschen konzipiert wurden, die den EX-IN Kurs nicht absolvieren konnten bzw. wollten. Ziel war es diesen Teilnehmenden das Recoverkonzept nahe zu bringen und positive Impulse für ihre weitere Entwicklung zu geben. Hoffnung, Sinn, Optimismus und Mut sind dabei zentrale Aspekte die vermittelt wurden. Es wurden in allen 4 Land- bzw. Stadtkreisen Recoverykurse von unterschiedlichen Referenten durchgeführt. Das heißt, in Emmendingen, Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg fanden Recoverykurse statt.

In Freiburg fanden 2 Recoverykurse statt, bei denen öffentlich eingeladen wurde. Ein Freiburger Kurs war den Klient*innen des Sozialpsychiatrischen Dienst vorbehalten. In Emmendingen fanden sogar nach den 3 Standardterminen noch 5 weitere Nachtreffen statt.

Die sehr positiv Rückmeldungen der Teilnehmenden führten dazu, sich verstärkt auf das Recoverkonzept einzulassen und zu der Idee in Zukunft auch Kurse für Fachkräfte zu entwickeln.

Während des Projektes wurde in der gesamten Projektregion EX-IN und EX-IN Südbaden vorgestellt.  23 Mal war ein Tandem dafür im Einsatz.

Der Kurs startete im Februar 2018 mit 22 Teilnehmenden, 4 davon beendeten den Kurs frühzeitig, so dass der Kurs mit 18 Teilnehmenden endete.

Die Menschen, die den EX-IN Kurs belegt hatten, wuchsen im Verlauf des Kurses immer stärker zusammen und es entstand eine wertschätzende und sich gegenseitig unterstützende Haltung der Teilnehmenden. Vereinzelte Spannungen konnte die Gruppe gut für sich lösen. Auch die Erfahrung bei anderen EX-IN Kursen zeigt, dass die gemeinsame Psychiatrieerfahrung und das gemeinsame Ziel zu einer sehr hohen Motivation, Solidarität und Achtsamkeit innerhalb der Gruppe führt.

Es ist erstaunlich zu beobachten, welche Entwicklung manche Teilnehmenden in den eineinhalb Jahren zeigten. Wahrscheinlich die drei größten Faktoren für den Erfolg von EX-IN sind, dass die Teilnehmenden aufhören Ihre Erkrankung als Defizit oder Makel zu empfinden, sondern lernen, dass die seinerzeit gemachten Erfahrung ein großer Schatz sein kann, der für eine positive Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit nutzbar ist - und nicht zuletzt häufig mit Hilfe der EX-IN Qualifikation zu einem Arbeitsplatz führt.

Der 2. Faktor ist, dass EX-IN den Teilnehmenden etwas zutraut. So oft begegnen psychisch erkrankte Menschen der Aussage, du musst dich damit abfinden ein Leben lang krank zu bleiben und du wirst nie wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. EX-IN gibt Psychiatrieerfahrenen eine greifbare Chance und vermittelt das Gefühl "Du schaffst das".

Und der 3. Faktor ist die Gruppendynamik, die den Teilnehmenden Kraft gibt. Einige der Teilnehmenden bestätigten dies und ssgten, ohne den Zuspruch und die Unterstützung der Gruppe, hätten sie den Kurs nicht bis zum Ende durchgehalten.

Ein Highlight waren die Selbsterforschungsgeschichten, bei denen fast alle Kursteilnehmenden ihre Problematik in einem 10 minütigen Referat vorstellten. Kaum in Worte zu fassen, welchen Schicksalsweg einige gehen mussten, bis sie jetzt hier in Freiburg bei EX-IN angekommen waren. Beim Vortragen der Geschichten war die hohe Konzentration und das Interesse im Raum fast körperlich spürbar. Diese Offenlegung sehr privater Details trug für die Gruppe noch verstärkt dazu bei, sich als eine sich stützende Gemeinschaft zu empfinden.

Das Gruppenerleben hatte seinen Höhepunkt beim Abschlussmodul, wo alle Teilnehmenden eine zehnminütige Präsentation halten mussten, in der in irgendeiner Form ein Rückblick auf die eineinhalb Jahre EX-IN Kurs vorgestellt werden sollte. Jede Präsentation, egal mit welchen Mitteln gearbeitet wurde, war überzeugend und beeindruckend - einige davon waren großsrtig. Es entstand in diesem Modul ein Gefühl der Einigkeit, wie man es nur sehr selten in Gruppen erlebt. Auch die Kurstrainer wurden Teil dieses Geistes.

Es wurde deutlich, wie die EX-IN Leitgedanken von Recovery, Empowerment, Salutogenese und Trialog auf die Teilnehmenden und ihre Haltung gegenüber Gesundheit, Genesung und Krankheit wirksam geworden waren. Fast alle Teilnehmenden berichteten, dass sie in den eineinhalb Jahren für sich selbst wichtige Entwicklungsschritte gemacht hatten.

Dss Abschlussmodul fand bei schönem Wetter in einem Freiburger Biergarten sein Ende.

Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen für den 2 Kurs. Auf der Interessentenlidte stehen über 50 Personen und der Antrag für das Aktion Mensch Förderprogramm "Erfolgreich weiter" ist nahezu fertig gestellt. Aufgrund der Erfahrungen aus den letzten 3 Jahren, wagt es das Projektteam in 2 Jahren wiederum dasselbe Programm anzubieten und zusätzlich Recovery-Schulungen für Fachkräfte zu entwickeln und durchzuführen. Darüber hinaus wird ein ganztägiger EX-IN Fachtag veranstaltet werden.

Schon jetzt sind alle Beteiligten auf das Folgeprojekt gespannt und freuen sich auf die neuen Herausforderungen und Erlebnisse, die sie erwarten.

Sicherlich ist auch bei EX-IN nicht alles Gold was glänzt. Es gibt Hürden, die zu nehmen sind und es stellen sich bei der späteren Arbeit Probleme ein, die gelöst werden müssen. Manches Anstellungsverhältnis scheitert sogar. Trotzem gibt es selten Konzepte, die so zwingend ein WIN-WIN-Ergebnis haben, das heißt, wo alle Beteiligten nur gewinnen können. Voraussetzung dafür ist neben einem respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander, die Offenheit Probleme anzusprechen und der Wille, diese dann gemeinsam zu lösen - dann birgt EX-IN ein enormes Potential für eine bessere Psychiatrie zum Wohle psychisch belasteter Menschen.

EX-IN macht Sinn - davon sind die EX-IN Aktivisten aus Südbaden überzeugt.

Sonntag, 14. Juli 2019

Eigeninitiative

Mir scheint es so, dass es 2 Arten von Menschen gibt. Solche, die Eigeninitiative ergreifen, wenn sie eine Idee haben oder auf eine Idee stoßen. Und solche, die man immer wieder ermuntern muss etwas zu tun. Letzteres kann eine sehr aufwendige und zähe Sache sein, wenn man bemüht ist, ehrenamtliche Mitarbeitende zu gewinnen. Oder liegt es einfach daran, dass die Mitarbeit im Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Baden-Würrtemberg für viele perse unattraktiv ist?

Donnerstag, 11. Juli 2019

ZfP-Gedankensplitter

Aus dem Üblichen wird das Besondere, wenn das Übliche rar wird.

Erstaunlich, wie ruhig ich bleiben kann, trotz Aufbewahrung in der Psychiatrie und dort als zurückgezogener Einzelgänger.

Montag, 1. Juli 2019

Wir sind alleine mit unserer Schuld

Gott ist weg, er hat die Menschheit vermutlich während des 2. Weltkrieges aufgegeben. Wir sind alleine mit unserer Schuld.

Ich bitte um Hilfe....

Kann mir bitte jemand dabei helfen, Tische, die ich sehe, die vor mir stehen und die ich anfassen kann wegzudiskutieren?

Freitag, 28. Juni 2019

EXINSB Modul14

1. Tag: Sucht

Was ich heute mitgenommen habe.

1. Der Begriff Sucht ist veraltet und wird nur noch umgangssprachlich verwendet. Man spricht jetzt nur noch von Abhängigkeit und Missbrauch.

2. Der Begriff Abhängigkeit eines Menschen wird von den Psychiatern speziell definiert, als eine Anzahl von Kriterien, von denen 3 innerhalb eines Jahres erfüllt sein müssen, damit eine pathologische Abhängigkeit vorliegt.

3. Ich habe versucht meine Abhängigkeiten zu erkennen und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

- ich habe keine stoffgebundenen Abhängigkeiten

- meine Abhängigkeiten sind:

a) Arbeit
b) Smartphone als Arbeits- und Kommunikationsmittel
b) Kontakte
c) Sex

Das nicht erfüllte Bedürfnis ist, zu mir selbst zu finden. Mit meinen Abhängigkeiten versuche ich diese Sehnsucht nicht zu spüren und mich damit nicht auseinandersetzen zu müssen.

Bisher war mein Leidensdruck nicht groß genug - eigentlich meist gar nicht spürbar - und die Sinnhaftigkeit dieses Zieles war für mich nicht überzeugend genug, als dass ich die nötige Motivation gehabt hätte, etwas zu ändern.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass es mir immer wichtiger wird, weniger fremdbestimmt zu sein und ich habe meines Erachtens inzwischen die nötige Reife und den Mut, den Weg zu gehen, den ich für den richtigen halte. Ich weiß, dass ich damit Risiken eingehe und Gefahr laufe vielleicht existentielle Verlusterfahrungen zu machen. Dies nehme ich sehr bewusst in Kauf.

Ich habe die meiste Zeit meines Lebens in Abhängigkeitsverhältnissen gelebt. Immer mit der Angst, dass ich es alleine nicht schaffe und das ich Hilfe brauche. Dies möchte ich nun mit fast 58 Jahren beenden.

4. Ich habe ein mir eigenes Verständnis von Abhängigkeit entwickelt, ausgehend von folgenden Aussagen der Kursleiterin:

- Abhängigkeit ist eine Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse
- Abhängigkeit ist ein Lösungsversuch
- wer belastet ist sucht Entlastung

5. Wie ich mir Abhängigkeit erkläre

Sich in stoffgebundene oder stoffungebundene Abhängigkeit zu begeben, ist der schädliche Versuch nicht erfüllte psychische Bedürfnisse zu ersetzen bzw. zu ertragen bzw. zu verdrängen. Das scheint kurzfristig bzw. immer wieder, ja teilweise sogar langfristig zu gelingen, führt den Abhängigen aber tatsächlich immer mehr von sich selbst weg und führt zu keiner für ihn hilfreichen Lösung. Dafür wird in der Regel ein hoher Preis bezahlt. Der erste Schritt ist es, die zugrunde liegenden unerfüllten Bedürfnisse zu erkennen. Im optimalen Fall kann es dann gelingen, diese Bedürfnisse zu erfüllen, wobei dann der Grund für die Abhängigkeit wegfällt. Oft jedoch müssen Lösungen gefunden werden, um mit den unerfüllbaren Bedürfnissen umgehen zu lernen. Dies kann ein langer und harter Weg sein.

Montag, 17. Juni 2019

Auf dem Weg

Es ist ein großes Geschenk, einen Menschen zu finden, den wir die große Liebe unseres Lebens nennen können. Manche Kulturen sagen, unser Lebenssinn ist es, unsere verlorene Hälfte unter Milliarden von Menschen wieder zu finden. Aber allein das Finden dieser Person ist für mich nicht die Erfüllung des Zweckes meiner Existenz. Es gibt die Liebe, die größer ist als es ein Mensch für mich sein kann. Die Liebe zu den Menschen, zu der Natur, zu den Tieren, zu jedem Stein über den wir stolpern. Ich bin noch nicht so groß, dass ich alles lieben kann, aber ich bin auf dem Weg dorthin.

Sonntag, 16. Juni 2019

Abschluss?

Ein magisches Wochenende
So viel Nahrung für die Seele
Der Verstand kann's nicht fassen
Botschaften speisen das Unbewusste

Menschen offenbaren sich
An den Grenzen der Wahrnehmung

Wer ist hier der Trainer?
Wer bittet um Aufnahme?
Wer wird gehört?
Die Richtung scheint klar
Wirklich?

Aus einem Punkt ein Universum
Wer besteht?
Ein Punkt klopft an

Niemand wird heute auf üblichen Skalen bewertet
Sind es die von mir oft beschworenen göttlichen?
Sind diese nicht nur final?
Wohlwollen, ja Liebe im Raum

Ich verstehe das Geschehene.
Wenn ich im geschenkten Buch lese:
Ich entpuppte mich in 17 Monaten
Zu einem Trainer?
Zu einem Schmetterling?
Was wurde ich?
Welche Energien waren im Raum gewesen?
Welche begleiten mich jetzt?

Ich war geerdet gewesen
Gott sei Dank!?
Ich bin immer noch geerdet
Aber anders

Ich entpuppte mich
und laufe über die Dörfer
Wer folgt mir?

Ich beginne zu verstehen
Wirklich? Wirksam?

Samstag, 15. Juni 2019

Unser Eigenes

"Durch die Aufgabe von Perfektion zeigt sich unser Eigenes und unser Eigenes ist helles Licht."

Gudrun Löffler

Mittwoch, 29. Mai 2019

Vor dem Urlaub in Stiefenhofen

Ab heute über meinem Bett:

Wut und Traurigkeit haben ihren Grund.
Ehe heißt Ausgleich von Bedürfnissen.
Wer kommt zu kurz?
Warum? Wozu? Wie?
Rücksicht nehmen, sein lassen.
Jede*r hat seine bzw. ihre Baustelle.

Donnerstag, 25. April 2019

Borderline verstehen - das SmK-Videoprojekt

Borderline verstehen - das Borderline/Selbsthilfe-Video

Freiburger Verein Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. produziert Video zu Borderline/Selbsthilfe

Am 22. Februar 2017 fand das Stadforum Inklusion Freiburg in Anwesendheit von Herrn Bürgermeister Ulrich von Kirchbach in Freiburg statt. Auf Anfrage eines SmK-Mitglieds betonte er, dass er ein Leuchtturmprojekt für psychisch erkrankte Menschen in Freiburg unterstützen würde. Dies stand dann auch in der Badischen Zeitung. 

Von dieser Aussage motiviert begann eine kleine Gruppe von vorwiegend SmK-Mitgliedern, sich ein entsprechendes Projekt zu überlegen. Nach einigen Diskussionen entschied man sich, ein Video zu produzieren, mit dem Ziel, die immer noch stark stigmatisierte Borderlinestörung dem Zuschauer nahe zu bringen und Verständnis und Verstehen dafür zu wecken - und gleichzeitig die förderliche Wirkung der Selbsthilfe auf die psychische Gesundheit darzustellen. 

Durch eine Empfehlung stieß die Gruppe auf die Hochschule Furtwangen mit ihrer Fakultät Digitale Medien - und da auf Sandra Beuck. Sie war sofort begeistert von der Idee und kam zweimal mit ihrem Filmteam zu einem Besuch nach Freiburg, um das Projekt zu planen. Als weitere wichtige Partnerin konnte Bernarda Deufel, die Leiterin des Selbsthilfebüros Freiburg gewonnen werden. Aber vor allem wurde mit Sigrun Mittmann eine borderlineerfahrene Frau gefunden, die es sich zutraute, die Hauptrolle im Film zu übernehmen. Und natürlich hätte das Projekt ohne die finanzielle Unterstützung der AOK Freiburg und der Stadt Freiburg nicht durchgeführt werden können. 

Mit großem Engagement und viel Freude wurde das fünfminütige Video dann gedreht und wurde an 24.4.19 mit einer kleinen Feier der ganzen Arbeitsgruppe zum ersten Mal gezeigt. 

Die Macher des Videos hoffen, dass sie einen Beitrag leisten können, die Borderlinestörung zu entstigmatsieren und damit weit verbreiteten Ängste, Irritationen, Befürchtungen und negativen Vorurteilen entgegen zu treten. 

Die Borderlinestörung ist eine ernst zu nehmende psychische Belastung und kann mit großem Leiden verbunden sein. Aber ein gutes, zufriedenes und aktives Leben ist damit möglich - wie letztendlich mit allen psychischen Störungen. Davon sind die Menschen bei Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. überzeugt. 

Und wenn Sie dieses Video teilen, es weiterleiten und empfehlen, tragen Sie indirekt zur Unterstützung borderlineerfahrener Menschen und dem Erfolg der Selbsthilfe bei. 

https://www.smkev.de/borderline-video/

Rainer Höflacher 

Selbsthilfe mit Köpfchen e.V. 






Sonntag, 21. April 2019

Christ sein wagen

Für mich gilt: Ich weiß, dass ich Gott im Herzen habe und seine Gebote einhalten will, auch wenn es mir nicht immer gelingt. Allerdings ist er mir oft nicht bewußt gegenwärtig. Er scheint weit weg. Es scheint, ich hätte ihn vergessen. Trotzdem wirkt er durch mich. Ich wage es, mich Christ zu nennen, auch wenn es mir schwer fällt, die Bibel zu verstehen bzw. auszulegen. Ich bin ein Anhänger der Botschaft Jesus Christus und denke, dass er eine außergewöhnliche von Gott beauftragte Person war. Ich bin unsicher, ob die Zuschreibung "einziger Gottes Sohn" wörtlich zu nehmen ist,. So geht es mir mit vielen Aussagen der Bibel. Trotzdem wage ich es, mich Christ zu nennen.

Dienstag, 19. Februar 2019

Reden ist silber,....

Dazugelernt

Nicht jeder gute Gedanke muss auch gesagt werden.
Redeimpulse beherrschen.

Nicht jede Aussage will kommentiert sein.
Analysen nerven oft.

Den Widerspruchsgeist im Zaum halten
Wieso den anderen überzeugen wollen?

Wieso das Gespräch steuern?
Der Andere will zu Ende denken.

Warum die bessere Formulierung finden?
Dem Anderen seine Sprache lassen.

Zurücknehmen
Raum lassen
Geduldig sein
Wenn schon reden, dann kurz

Warum unbedingt Lösungen finden?

Manche nennen es auch zuhören

Sonntag, 17. Februar 2019

Liebe

Ein wirklich liebender Mensch ist geschützt vor allen Gefahren des Lebens, selbst wenn er es dabei verliert.

Montag, 28. Januar 2019

Helfen aus eigener Bedürftigkeit

Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, mich mit schwierigen Menschen auseinander zu setzen, ohne auf meine nervlichen Grenzen zu achten. Vielleicht führt das dazu, dass ich von weniger Menschen gemocht und nicht mehr so gebraucht werde, aber ich bin damit authentischer. Ich weiß, dass solche Menschen oft einsam sind, Verständnis und Unterstützung brauchen. Aber mir wird immer klarer, dass mir die weitgehende Helferrolle nicht so sehr liegt. Dafür gibt es Menschen, die von ihrem Wesen her besser geeignet sind als ich. Ich habe andere Qualitäten mit denen ich mich für andere nützlich machen kann.

Zu dieser Erkenntnis zu stehen, habe ich sehr lange gebraucht.

Es ist problematisch, wenn der Wunsch helfen zu wollen aus eigener Bedürftigkeit heraus entsteht - oder ist das bei allen Helfern so?

Samstag, 5. Januar 2019

Sein - Momentaufnahme Sonntagmorgen

Kaum geschlafen
Schwarzes Fenster und Stille
Ich gehe leicht benommen in die Küche
Auch hier die Stille eines Sonntagmorgen
Das Blubbern der Kaffeemaschine belebt die Wohnung
Der Schlafmangel macht mich schwindelig
Dann wieder kein Laut
Außer dem leisen Ticken der Küchenuhr
Hab lange Queen gehört
Jetzt frage ich mich, ob ich sein kann
Ohne die Zeit füllen zu müssen
Ich versuch"s
Lege das Handy weg und beende das Schreiben
Erleben nur für mich
Geht das?

Let's go...

Bohemian Rhapsody - der Film
Noch gefangen vom Zauber Freddy Mercurys
Schon seit Stunden
Eigenartige Stimmung
Wohliges Glück, Melancholie, gebremster Rausch
Und mit nur kleinem Bedauern
Über ungelebtes Leben
Ein Leben als Beobachter und Begleiter
Alkohol, Drogen, Sex, Orgien
Reisen, leben, lieben
Ein Leben mit gezogenener Handbremse
Und das mit nur kleinem Bedauern

Was wird 2019 bringen?
Unbezahlte Berufung Psychiatriearbeit?
Oder mehr Leben?
Mehr Zeit mit Karin
Mehr Zeit mit Freunden
Mehr große Gefühle
Mehr Musik
Neue Erfahrungen, neue Erlebnisse

Let"s go...




Jede Hölle hat ihr Ende

Geht es dir schlecht? Was dagegen tun?  Den Tag planen? Neudeutsch: Action Plan erstellen Jemanden anrufen?  Rausgehen?  Gibt es was zu arbe...