Donnerstag, 21. Mai 2020

Jede Hölle hat ihr Ende

Geht es dir schlecht?
Was dagegen tun? 

Den Tag planen?
Neudeutsch: Action Plan erstellen
Jemanden anrufen? 
Rausgehen? 
Gibt es was zu arbeiten? 
Hobby pflegen? 
Lesen, Musik hören, Film schauen? 
Ablenken vom Schmerz?

Oder ist Aktivität gar nicht dein Problem? 
Es gibt so viele "handfeste" Gründe 
Die zur Verzweiflung führen können 
Krankheit, Schulden, Tod, und vieles mehr

Hab Mut, Hoffnung und Zuversicht
Gib nicht auf
So schwarz dein Tag auch ist
So erstarrt deine Seele auch scheint 
Das Leiden wird weniger werden 
Morgen, in einem Monat, in einem Jahr
Das ist meine feste Überzeugung 
Jeder dauerhafte Kampf um Wohlergehen führt zur Besserung - irgendwann 

Jede Hölle hat ihr Ende

Vielleicht treffen wir uns dort



Fragwürdig

Manchmal so fragwürdig
Das Wissen, das ich hab
Um Genesung
Um Wohlergehen 
Es wirkt so oft nicht
Stecke dann selbst fest in meiner Lustlosigkeit
Und keine Idee und kein Rat hilft
So wenig Disziplin 
So wenig Selbstüberwindung
Lehre andere andere zu unterstützen 
Und bin oft selbst so schwach
Verrückt

Manchmal so fragwürdig 
Mein Tun


Sonntag, 17. Mai 2020

Es ist wie es ist - du auch?

Sonntagabend 
Wieder ein Coronatag hinter mir
Ein schöner Tag
Schreiben, Rindsrouladen, Steffi, Karin, Tatort
Ich frage mich, ob ich diese Schwere nicht einfach bin
Mich abfinden muss mit gebremster Freude
Es ist ja durchaus erträglich 
Und Ablenkung funktioniert ganz gut
Oder sorgen die wieder erhöhten Psychopharmaka dafür 
Dass das Leben wieder zäh geworden ist
Oder doch Corona? 
Egal
Es ist wie es ist

Und du, lieber Leser? 
Warst du schon öfters hier: in Rainers Welt? 
Schreib mir doch wie's dir geht 
Dann sind wir mindestens schon zu zweit 
Und vielleicht finden wir zusammen 
Die Gebremsten
Die subtil Leidenden
Die Tiefen
Die Kämpfer
Die Klagenden
Die um Selbsterkenntnis Bemühten
Die Ruhelosen
Und gelegentlich die Humorvollen
Und die trotzdem Dankbaren
Schreib mir deine inneren Welten
r.hoeflacher@arcor.de 




Corona

Noch eine schriftliche Abenteuerreise...

Vögelzwitschern von draußen her
Balkontür offen 
Karin raschelt mit der Zeitung
Die Wohnzimmeruhr tickt gut hörbar
Die Rouladen köcheln in der Küche
Nudeln warten auf kochendes Wasser 
Wie so oft kein Gemüse 
Karin kommentiert ab und zu Gelesenes
Aus der Nachbarschaft Stimmen
Ich konsultiere meinen digitalen Begleiter 
Um nicht zu sagen Freund

Sonntagmorgenehe auf dem Sofa


Ich?:
Einer der Leidenden? 

Corona zwingt mich in die Wohnung 
Arbeitstermine alle abgesagt 
Drei EX-IN Module ausgefallen 
Urlaubstage schwinden
Corona zeigt schonungslos meine Schwächen

Träge klebe ich in den eigenen vier Wänden 
Finde keinen Grund rauszugehen 
Hobbies Fehlanzeige 
Schreiben und Telefonieren ist alles was bleibt
Schwere legt sich bleiern auf mich

Aber immer wieder durchbrechen Highlights meinen Coronaalltag
Ein schönes Telefonat 
Ein schöner Chat
Eine gelungene Mail
Ein guter Film
Kurzes Vergessen dank meinem Schreiben
Positive und freundliche Reaktionen auf mich

Und: Zeit mit Karin
Gegenwart genießen 
Gegenwart aushalten
Besser als alleine


Und du?:
Einer der Resilienten? 

Der kreative Hobbies pflegt
Der lange Spaziergänge macht
Musik, Malen, Gärtnern, Basteln, Stricken, Lesen, Aufräumen und so vieles mehr 
was möglich ist

Oder du?:
Einer der Erschöpften? 

Arbeiten im Homeoffice
Arbeiten in systemkritischen Bereichen mit Präsenzpflicht
Kinder betreuen
Angehörige pflegen
Ohne Einnahmen
Hohes Ansteckungsrisiko
Alt oder Risikogruppe

Das ist die andere Seite von Corona 
Beschämend für mich














Freund*in

Aufgestanden am Sonntagmorgen
Begebe mich auf die Abenteuerreise schreiben 
Ohne zu wissen wohin 
Ohne zu wissen, wo sie enden wird

Mal wegblicken vom Ego!? 

Zuerst ein Danke dir! 
Für deine Begleitung 
Für dein offenes Ohr für meine Klagen
Für die Gedanken und Freude, die ich mit dir teilen darf 

Du bist mir zum Freund, zur Freundin geworden 
Keiner weiß wie lange
So viele Menschen kommen und gehen 
Kommen nahe und entfernen sich wieder 
Nur sehr wenige bleiben 

Ein Freund ist ein kostbares Geschenk 

Ich werde oft ein Opfer meiner Erwartungen an Menschen 
Auch an Freunde
Druck, Zwang und Erwartungen schränken die Freiheit ein
Und Menschen wie wir mögen es nicht unfrei zu sein
Ich nicht, und du nicht 

Lass uns nahe sein
Lass uns Pausen machen
Lass uns füreinander da sein
Du und ich auf unsere Art

Die beste Weise einen Freund zu finden
Ist selbst einer zu sein. 

Lass es dir gut gehen 
Sei gesund und munter 
Ich denk an dich







Donnerstag, 14. Mai 2020

Warum Reise nach Innen?

Warum Reise nach Innen?

Mein Facebookmotto: Zwischen Streben und Sein! 

Warum mich nicht sein lassen, wie ich bin? 
Selbsterkenntnis als Beschäftigungstherapie? 
Persönlichkeitsentwicklung als Dogma? 
Der Weg nach Innen reduziert auf die Frage "Was tun?" 

Ich lebe ein gutes Leben 
Alles da, was nötig ist
Und trotzdem diese Unzufriedenheit 
Diese Suche
Diese Sucht nach Veränderung
Aber immer nur im Kopf

Immer noch Jammerlyrik? 

Nur in mir bewegt sich etwas
Im außen Geschäftliches
Und sonst nicht viel mehr an Aktivität 
Permanentcouching
Ist das schon der Weg nach Innen? 


Reise nach Innen!

Mit großen Worten angekündigt:

Reise nach Innen
Aber wie geht das? 

Freie Minute? 
Sofort Griff nach dem Smartphone 
Eine offene Mail gibt es immer
Eine WhatsApp-Nachricht passt immer
Oder Telefonieren... 
Gewohntes ist kaum zu durchbrechen. 

Reise nach Innen 
Aber wie geht das? 

Schreiben? Was? 
Meditieren? Wie? 
Lesen? Was? 
Nichtstun? Wie? 

Wie das Selbst entdecken? 
Mach ich doch eigentlich jeden Tag! 

Ich muss mich beraten lassen! 

Aber durch wen? 

Bernhard? 
Christine? 
Eberhard? 
Jessica? 
Steffi? 

Profis leider Fehlanzeige 
Frau Knosp? 



Mittwoch, 13. Mai 2020

Hab guten Mut

Hab Mut und Zuversicht
Lerne aus Vergangenem
Siehe aber: es lässt sich nicht mehr ändern
Getan ist getan. 
Du kannst versuchen 
Es zu erklären, um Verzeihung bitten
Aber es nicht ungeschehen machen

Schau in die Zukunft
Aber rechne nicht damit 
Dass alles so kommt, wie du denkst
Wie du planst 
Abenteuer erwarten dich
Selbst wenn es die kleinen Dinge sind 
Herausforderungen erwarten dich
Selbst wenn du nur kleine Kraft hast 

Freue dich auf den Tag
Leben den Augenblick
In Freude, in Trauer, mit Lustlosigkeit
ja sogar in Wut und Verzweiflung 

Dein Leben ist einzigartig 
Du bist gut so, wie du bist
Und trotzdem entwicklungsfähig

Hab guten Mut
Meistens kommt es besser, als erwartet 
Vielleicht sind die Pessimisten die besseren Realisten 
Die Optimisten machen das Leben lebenswerter 
Nicht nur für sich selbst 

Mach weiter 
Jeden Tag, jede Minute 
Selbst wenn du nichtstuend im Bett liegst
Du lebst, das bist du
Wer weiß, welche Spuren sogar das hinterlässt 
Hierseits oder Jenseits 






Sonntag, 10. Mai 2020

Gott ist endlich angekommen

Du, Gott, begleitest mich schon mein ganzes Leben 
Dank einer Mutter, die Christin war 
Sie hatte ihren Glauben nicht auf den Lippen 
Sondern im Herzen 
Und von Herz zu Herz ist der beste Weg des Glaubens 
Du warst nie der Mittelpunkt meines Lebens gewesen 
Aber trotzdem immer dabei
Seit ein paar Jahren wurde mir auch dein Sohn zum Freund 
Ich habe das Gefühl deine Bedeutung für mich wächst seit einiger Zeit kontinuierlich 
Du scheinst jetzt wirklich bei mir angekommen 
Ich brauche dich derzeit weniger für mich
Sondern möchte lernen die Kraft, die mir deine Liebe gibt
Für andere zu nutzen 
Ich weiß, leider bin ich kein Helfertyp
Aber ich habe Ehefrau, Freunde und Bekannte 
Weggefährten für die ich da sein kann
Das ist meine Art der Genesungsbegleitung
Und da ist meine Psychiatriearbeit 
Mit der ich indirekt Menschen wie mir helfe 
Durch deinen Sohn Jesus
Sehe ich wie deine Liebe durch eine göttlichen Menschen wirken kann
Jesus ist Vorbild und Freund für mich
Und jede/r von uns ist Sohn oder Tochter Gottes 
Aber es gibt nur einen Jesus 

Endlich ist es mir gelungen 
Dich, Jesus, zu empfangen 
Dich anzuerkennen 
Im Glauben dir nachzueifern
Dem Sohne und dem Vater 

Danke, danke, danke! 

Samstag, 9. Mai 2020

Selbstmitgefühl lernen

Balkon
Meine Lieblingsplaylist läuft 
Bluetooth Inear
Frau G. über mir wie immer mit ihrer Musik 
Nur 3 Minuten Nichtstun ausgehalten
Nur 3 Minuten Gedanken schweifen lassen 
Dann wieder Smartphone 
Dann wieder WhatsApp 
Jetzt Blogger
Keine 5 Minuten mit mir selbst ausgehalten
Keine 5 Minuten Einkehr

Rainer, bitte keine Klagen mehr
Sei der, der du bist
Nimm dich an, so wie du bist
Mag dich
Sei selbstkritisch, aber wohlwollend 
Hab Zweifel, aber verurteile dich nicht dafür 
Sei dein bester Freund dir selbst

Wie geht das, frage ich mich? 
Fast 60 Jahre das Klagen praktiziert
Das Haar in der Suppe gesucht

Erkenne, wenn du fies zu dir bist
Das ist der erste Schritt
Dann erinnere dich:
Du bist gut so
Du genügst

Denk es immer wieder
Sag es dir
Wiederhole es
Lass es dein Mantra sein

Und vielleicht irgendwann 
werden sie weniger:
Die Abwertungen
Die Unzufriedenheit mit dir

Deine Schwächen werden zu Besonderheiten werden 

Du wirst sie annehmen, deine Verstimmtheit
Wirst sie sein lassen können 
Für dich allein 





Freitag, 8. Mai 2020

Langfristige Anschlusshilfen für psychiatrieerfahrene Menschen

Stellungnahme des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg e.V. 

Thema: Sicherstellung langfristiger Anschlussversorgung für schwerer erkrankte seelisch leidende Menschen

Vorbemerkungen zur Unterarbeitsgruppe (UAG) Anschlussversorgung am 27.5.2020 im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Vorab stellt sich uns die Frage, ob die UAG nur die Patienten der psychiatrischen Kliniken in Blick hat, für die die Kliniken kein passendes Hilfsangebot außerhalb der Klinik finden oder ob es grundsätzlich darum geht für psychiatrieerfahrenen Menschen eine langfristige Anschlussversorgung sicher zu stellen, wenn diese für sie sinnvoll erscheint. Zum Beispiel im Bereich der Wohnungslosenhilfe und bei Menschen, die schwerer erkrankt und vom Hilfesystem nur schlecht berücksichtigt bei ihren Angehörigen leben, scheint uns eine Betrachtung angezeigt. Bisher lag unseres Erachtens der Fokus fast ausschließlich bei den klinischen Patienten.

Nach Lektüre der Stellungnahmen erscheinen uns folgende Bereiche für die Diskussion wesentlich:

  1. Das Entlassmanagement der Kliniken

  2. Die Struktur und die Prozesse im GPV

  3. Besondere Wohnformen

  4. Forensik


  1. Entlassmanagement

Unseres Erachtens ist das Entlassmanagement der Kliniken eine wichtige Stellschraube für die langfristige Anschlussversorgung von schwerer eingeschränkten Patienten der Kliniken. Bei der Themenauswahl anlässlich der Trialogtreffen mit der Psychiatriekoordination der Stadt Freiburg, wurden von den Angehörigen und den Psychiatrieerfahrenen die Entlassung aus den Kliniken und die folgende Anschlussversorgung aus vielen anderen Vorschlägen, als das wichtigste Thema für Freiburg ausgewählt. Unserer Erfahrung nach sind auch in anderen Regionen hier weitere Maßnahmen sinnvoll – speziell auch konkret das interne Vorgehen der Kliniken, was die Entlassung anbelangt.

Wir haben uns bisher im LVPEBW zu wenig mit dem Entlassmanagement der Kliniken beschäftigt und uns eher auf die Vorgänge im GPV konzentriert. Deswegen hier nur eine erste Sammlung der Aspekte, die wir für wichtig ansehen. Gerne sind wir bereit diesbezüglich mit den psychiatrischen Kliniken zusammen zu arbeiten, um unser Wissen im Dialog in Planung und Konzipierung des Entlassmanagement einzubringen.


    1. Die Entlassung muss so frühzeitig wie möglich Bestandteil der klinischen Behandlung sein und in den Behandlungsteams reflektiert werden, auch wenn noch kein konkreter Handlungsbedarf besteht.

    2. Das Umfeld des Patienten muss frühzeitig für den späteren Verbleib des Patienten in den Blick genommen werden. Wenn sinnvoll unter Einbezug der Angehörigen.

    3. Die Klinik muss aktiver und gut vernetzter Akteur im GPV sein.

    4. Der Patient muss jederzeit über die Aktivitäten der Klinik mit anderen Institutionen informiert sein und diesen zustimmen.

    5. Der Patient muss gut über die möglichen Angebote in der Region informiert sein, auch wenn die Beratung der Zielgruppe der UAG teilweise mit besonderen Schwierigkeiten verbunden sein könnte.

    6. Wir weisen darauf hin, dass es auch Personen der Zielgruppe der UAG Anschlussversorgung gibt, die nach der Entlassung nicht (mehr) in den Einflussbereich des GPV kommen. Teilweise werden sie nach der klinischen Behandlung zum Beispiel von der Wohnungslosenhilfe betreut oder leben wieder bei ihren Angehörigen außerhalb des Hilfesystems.


  1. Gemeindepsychiatrischer Verbund (GPV) 

Der GPV ist uns der wichtigste Ansatzpunkt, um die Anschlussversorgung sinnvoll zu gestalten. Anschließend an die bisherige Diskussion in der UAG hier unsere Gedanken dazu.

    1. Hilfeplankonferenz (HPK)

Der LVPEBW ist seit Jahren ein Befürworter der Hilfeplankonferenzen. Dies scheint uns ein sehr gutes Werkzeug für eine bedarfsgerechte Feststellung zu sein, welcher Leistungserbringer das beste Angebot für den Leistungsberechtigten vorhält. Auch mit dem neuen SGB IX halten wir es für unbedingt notwendig, dass es im GPV zumindest eine ähnliche Struktur wie die HPK gibt. Die Leistungserbringer müssen unbedingt angemessen einbezogen werden. Neben der Vermittlung von Hilfe, schafft die HPK eine hohe Transparenz innerhalb des GPVs, was auch für die Feststellung des Gesamtbedarfs an Hilfen von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus erhöht sich auch die Transparenz für die Selbsthilfevertreter, die Vorgänge im GPV besser zu verstehen. Wichtig ist dabei, dass die Vertreter der Leistungserbringer in der HPK Entscheidungsbefugnis haben und nicht maßgebliche Entscheidungen zuerst trägerintern rückkoppeln müssen.


    1. Versorgungsverpflichtung

    1. Weiter halten wir es für sehr wichtig, dass alle Leistungsanbieter konsequent das gemeinsame Ziel verfolgen, allen Hilfesuchenden ein gemeindenahes Angebot machen zu können! Hier gilt es, dass das Spannungsverhältnis zwischen Kooperation und Konkurrenz gut ausbalanciert ist und sich nicht schädlich für den Betroffenen auswirkt. 

Wir sind einverstanden von einer Versorgungsverantwortung zu sprechen, um einen fachlich eindeutigen Begriff zu haben (siehe Stellungnahme der Liga), auch um mit dem Namen mehr an den guten Willen zu appellieren, als an die Pflicht. Es ist in der Hilfesystematik (leider?) nicht möglich, die Leistungserbringer zu verpflichten ein Angebot zu machen.


  1. Gesamtbedarf
    Nach unseren Beobachtungen, ist die Ermittlung des tatsächlichen Gesamtbedarfs im GPV nach wie vor sehr verbesserungswürdig und weiterhin müssen Anstrengungen unternommen werden, gute Verfahren zu entwickeln, die einen Überblick im GPV erlauben, wer wo welche Hilfe benötigt. Der Umstand das geschaffene Plätze auch Bedarf erzeugen, sollte bei den Überlegungen berücksichtigt werden, damit es nicht sogar in bestimmten Bereichen zur Überversorgung kommt, was zu einer unnötigen Psychiatriesierung von Betroffenen führt.



  1. Besondere Wohnformen


Für die Anschlussversorgung der Zielgruppe der UAG, sind die besonderen Wohnformen von ausschlaggebender Bedeutung. Hier kann man von unserer Seite nur immer wieder daran appellieren, dass

    1. Psychiatrieerfahrene nicht in weit entfernte Wohnformen verlegt werden.

    2. die überwiegende Mehrzahl der psychisch erkrankten Bewohner Anspruch auf Eingliederungshilfe haben, aber sehr oft in reinen (Fach-)Pflegeheimen wohnen.

    3. konsequent weiter auch nach ambulanten Lösungen für die Betroffenen gesucht wird.

    4. das Recoverykonzept in allen Bereichen der Psychiatrie angewandt wird – auch in den (geschlossenen) Wohnformen.

    5. .noch relativ junge Psychiatrieerfahrene nicht in (Alten-)Pflegeheimen wohnen müssen.


  1. Forensik

    Als letzten Punkt bemerken wir, dass die Anschlussversorgung für Psychiatrieerfahrene aus der Forensik besonders schwierig ist. Diese Menschen sind nach wie vor von der Psychiatrie vernachlässigt, was den Übergang in den ambulanten Bereich anbelangt.

Rainer Höflacher am 9.5.2020

Wehret den Anfängen (für Karin)

Aufpassen!
Nach 10 Jahren Ehe kann vieles selbstverständlich werden. 
Man kennt es nicht mehr anders. 
Jeden Tag nehme ich deine Hilfe an. 
Habe Dir schon lange keinen Blumenstrauß mehr geschenkt. 
Ich bemühe mich schon für dich da zu sein. 
Versuche meine Stimmungen im Griff zu haben. 
Dich zu unterstützen. 

Aber die Gefahr ist groß 
Dass die Liebe ihre Lebendigkeit verliert. 
Das sollte ich mir jeden Tag bewusst machen. 
Und das es der letzte gemeinsame Tag sein könnte. 

Ich habe sehr viel gelernt durch dich. 
Und lerne immer noch. 
Du bist toll, so wie du bist. 
Mein Ärger ist mein Problem 
Du sollst bleiben wie du bist. 
Und nicht so werden, wie ich es gerne hätte. 

Rainer, bleib wach und aufmerksam. 
Plötzlich ist die Liebe wie ein Taschentuch verloren. 
Und traurig und weinend hadere ich dann mit meinen Versäumnissen. 

Wehret den Anfängen. 

Danke, dass du für mich da bist. 
Danke für alles. 

Rainer, lass Taten sprechen. 

Donnerstag, 7. Mai 2020

Kein Zeichen für richtig

Kontaktverbote wurden erlassen. Ich dachte: "Jetzt erst Recht!" und wollte Psychiatrieerfahrene unterstützen. Aber alles war in Schockstarre. Keine Mails mehr außer Verordnungen, Maßnahmen und Rettungsschirme. Alle Termine abgesagt. Dann kam die Sinnkrise. Schönwetterpartizipation. Wenn's ernst wird, braucht uns niemand mehr. Dann die Erkenntnis: "Ohne Aufgaben, ohne Arbeit geht es auch. Und plötzlich Ruhe und Zufriedenheit bei entschleunigtem Leben. Erkenntnis: ich muss mein Leben ändern! Nach und nach wieder mehr Mails. Ausgefallene Termine werden zu Video- und Telefonkonferenzen. Ruhende Projekt laufen wieder an. Erste Gremien finden wieder statt.

Und jetzt: Alles wie zuvor, nur in anderem Stil.

Wo sind die Vorsätze geblieben? Die Umsetzung der Erkenntnisse? Die Veränderung? Der Weg nach Innen? 

Mir geht es gut, aber da ist eine leise Ahnung, dass das nicht unbedingt ein Zeichen für richtig sein muss.

Wie wirkt Corona auf dich? 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Kein Grund zur Klage

Scheinbar angekommen
In einem geordneten Leben
Ehe, Arbeit, Freizeit 
Alles wohl sortiert 
Ohne Depression, Luxusprobleme
Das Schicksal verwöhnt mich
Kein Grund zu klagen
Schon seit Jahren 

Was erwartet mich noch? 
Das Alter 
Wie wird es sein? 
Mit Krankheit und Qual? 

Ich habe noch einiges vor
Mit meiner Psychiatriearbeit 
Nur die Pflege des Selbst scheint verbesserungswürdig 
Oder nicht? 
Im Rückblick schon entwickelt 
Lieben gelernt 

Wie gesagt: kein Grund zur Klage..... 



Dienstag, 5. Mai 2020

Einsamkeit

Manchen Schmerz bewahrt man im Herzen auf
Und erträgt es kaum, wenn er einen
Ab und zu
An einem frühen Morgen überfällt 

4-Phasentheorie 2020

1. Aufbruch : Corona brachte mich zum fast schon euphorischen persönlichen Aufbruch.  2. Umsetzung : Die Umsetzung neuer Ideen gelang, konnt...