Samstag, 23. September 2017

Brauche ich ein 4. Leben?

Wie erwartet schaffe ich es nicht täglich abends zu meditieren, Tagebuch zu schreiben und dankbar zu sein. So muss ich es eben machen wann und so oft es geht.

Gestern haben Stefan und ich zum ersten Mal unseren Recoverykurs in Emmendingen geleitet. Es war gut und hat großen Spaß gemacht, einerseits mit den Teilnehmern, andererseits auch mit Stefan. Ich habe den Eindruck, ich habe das ganz gut gemacht. Das gibt mir auch Mut für den EX-IN-Kurs. Ich fühle mich eben einfach wohl mit "meinen" Psychiatrieerfahrenen.

Ansonsten geht es mir zur Zeit ganz gut. Ich bin gut beschäftigt und bin relativ ausgeglichen.

Nächste Woche geht es nach Villingen-Schweningen in die Polizeihochschule - Karin geht mit bummeln in Schwenningen. Und den Tag drauf fahre ich für eine Nacht nach Darmstadt.
Ich lasse es zur Zeit einfach so laufen, ohne großen Änderungswillen. Ich habe ja keinen großen Leidensdruck und so schiebe ich den Beginn meines 4. Lebens vor mir her.

Brauche ich überhaupt ein 4. Leben in dem ich mich mehr um mich kümmere, mehr zu mir selbst und zur Ruhe finde und neue Dinge ausprobiere? Die Motivation und der Wille dazu haben wieder abgenommen.

Die 4 Leben sind:

1. Kindheit und Jugend (1961-1981: 20J)
2. Psychische Leidenszeit (1981-1999: 18J)
3. Selbsthilfearbeit (1999-2017?: 18J)
4. Selbstfindung und Neues (?2017-2035: 18J)

Ich denke, es macht keinen Sinn komplett mit der Selbsthilfearbeit aufzuhören. Dazu liegt mir zuviel daran. Aber zu reduzieren und Neues ausprobieren wäre sicherlich gut.

Donnerstag, 7. September 2017

Liebe ist...

Liebe ist
... ein ganz tiefes positives Gefühl für jemanden oder etwas.
... ein Lebewesen oder eine Sache immer wieder wichtiger nehmen zu können, als sich selbst.
... Rücksicht zu nehmen.
... zu teilen.
... ein Lebewesen an das ich oft denke und das ich vermisse, wenn es länger nicht da ist. Kann auch eine Sache sein.
... wenn ich froh bin, wenn es dem Lebewesen gut geht, das ich liebe. Kann auch eine Sache sein.

Liebe als Heilmittel

Heute mal auf der Suche
Nach Optimismus
Nach Stärkung
Nach Hoffnung
Um dies weiterzugeben
Denn auch das ist in mir
Gute Sätze finden
Nicht auswendig gelernt
Nicht nachgesprochen
Originale schreiben, die soeben geboren
Das ist schwer

Meine erste Frage gilt Gott
Bist du gläubig?
Hat Gott dich verlassen?
Dann sei gewiss, dass du dich irrst

Denk an die Liebe
Entdecke wieder diese Bejahung deiner selbst
Du bist wertvoll
Gehe liebevoll und gnädig mit dir um
Sei dein bester Freund
Entdecke dein Herz für dich
Du bist es wert

Denk an die Liebe
Entdecke herzliche und wohlwollende Gefühle für die Menschen
Für die in deiner nächsten Nähe
Sie freuen sich über ein gutes Wort
Über eine gute Tat
Sie sind es wert, auch wenn es dir anders erscheint
Deinesgleichen zu unterstützen gibt Kraft

Suche ganz tief nach der Liebe in dir
Sie ist sicher da
Suche das warme Gefühl
Für dich
Für die Anderen
Für die Welt

Folge dem Prinzip Liebe
Die Selbstliebe
Die Nächstenliebe

Auch wenn du sie nur in der Ferne erahnst
Auch wenn ihr Licht erloschen scheint
Sie existiert
Glaube an sie
Und es wird besser!

Dienstag, 5. September 2017

Beim Schreiben bist du bei dir

Du bist nicht zum Meditieren gemacht
Du bewegst dich nicht gerne
Wenn du keinen Termin hast
Verbummelst du deine Zeit in der Wohnung
Hörst Musik
Liest
Schreibst
Schaust Video
Redest mit deiner Frau
Oder pflegst deine schmerzende Lustlosigkeit

Aber alle Welt sagt
Ohne Meditation
Ohne Bewegung
Ist alles nichts

Du setzt dir Ziele
Für die dir der Wille fehlt
Die vielleicht gar nicht deine eigenen sind

Wenn du schreibst, bist du bei dir
Keine langen Texte
Kein Buch
Du erzählst keine Geschichten

Du schreibst über Befindlichkeit
Reflektierst stichwortartig
Du öffnest dich und zeigst dich
Sogar der ganzen Welt

Wen interessiert's?
Ein paar Leser wären schön

Jesus - dran bleiben

Jesus brachte uns die Liebe
Die eigentliche Stärke der Schwachen
Die Feindes- und Nächstenliebe
Die Seligkeit der Leisen, Behinderten, Demütigen, Bescheidenen
Jesus war ein friedlicher Revolutionär
Mit Wort statt Schwert
Aber er wusste auch, was er nicht wollte
Er konnte zwischen richtig und falsch unterscheiden

Ich wünsche mir, dass Jesus mein allgegenwärtiger Freund wird
Gott begleitet mich schon ein Leben lang
Aber der Zugang zur menschgewordenen Liebe Jesu scheint mir oft verwehrt

Gerne folge ich deinem Weg
Aber es braucht präsenten Willen, Offenheit und Entschlossenheit
Es geht nicht ohne eigenes Zutun
Ich will dran bleiben

Montag, 4. September 2017

Sei's drum

Du liest meine Fachartikel
Du hörst mich am Rednerpult
Du weißt von meinen Aktivitäten
Vereins- und Gruppengründungen jede Menge
EX-IN Trainer
Vereinsvorstand hier und da
Peer mit Minijob
Da ist ein Macher
Eine Persönlichkeit

Doch was weißt du wirklich von mir?
Die Zweifel in langen Stunden
Genervtsein, schlechte Laune
Das kleine Leben, das ich sonst so führe
Abhängigkeit und Unselbstständigkeit
Eingeschränkte Belastbarkeit

Jetzt öffnen sich deine Augen?
Du fühlst dich abgestoßen?

Sei's drum

Du richtest mit gelernten Werten
Nur wer mit dem Herzen sieht ist offen für die Liebe
Die uns alle retten könnte
Dich
Mich
Die Welt

Sonntag, 3. September 2017

Gewiss es ist in Ordnung

Glück umgibt mich
Ehefrau, Wohnung, Essen
Wunscherfüllung überall
Frieden im Land

Noch schenkt uns das Leben viele Möglichkeiten
Auch wenn es kleine Leben sind

Doch dieser ruheloser Dämon
Macht Genuss zu Seltenheit

Doch Stopp
Wieder eines dieser zahlosen Klagegedichte?

Raus auf den Balkon
Den Abschied des Sommers miterleben
Den Dämon sein lassen
Nicht bekämpfen
Nicht verjagen
Ihn spüren und annehmen
Ihn anhören und sprechen lassen

Und plötzlich sehe ich kurz den Schmetterling hoch über mir dahinflattern
Sie sind so selten geworden
Und plötzlich höre ich die Stimmen aus dem Radio des Nachbars
Und plötzlich nehme ich das leise Rauschen der Blätter wahr

Ein heller Tag im September
Schon merklich kühler

Der Dämon zieht sich zurück in seine Feuerhöhle
Ich weiß, er wird wiederkommen
Vielleicht schon heute Abend

Ich bin gerade nicht glücklich
Auch nicht frei von Schwere
Trotzdem ruhig und gewiss es ist in Ordnung


Sonntag, 20. August 2017

Sonntagmorgenblues

Gestern noch voller Mutmacherworte
Heute schwere Last auf der Brust
Doch wer misst das Gewicht?

So viel wäre möglich
Doch nichts lockt

Gestern noch Lachen und Reden mit dem Bruder
Heute Leere im Kopf und keine Worte
Sonntagmorgen mit seinem besonderen Flair

Einfach warten und da sein

Gefühle fühlen
Und nicht bekämpfen
Die Schwere schwer sein lassen

So viele gute Ideen in Büchern
Kluge Sprüche, kluge Tipps
So viel gelesen, geredet und gedacht

Und nichts gelernt...?

Immer einwenig beschwert
Immer einwenig gebremst
Mal mehr, mal weniger

Grund für mehr Psychopharmaka?

Ich wehre mich
Es ist noch auszuhalten
Trotz allem ich bleiben
Unvernünftig?

Freitag, 18. August 2017

Einfach nur warten und da sein

Er weinte
Hatte "Der Rabe Nikosch" gelesen
Er dachte an seine Selbsthilfegruppe...

An's Vorlesen

Auch das wollte er noch lernen:
Einfach nur warten und da sein

.......................................................
"Der Rabe Nikosch" aus "Deinem Kinderherzen zugeschrieben" von Ulla Schmidt im Ulla Schmidt Verlag

Mittwoch, 16. August 2017

Lass den Großen das Große

Du bist um 6 aufgestanden
Und hast dich mal wieder gefragt:
Was tun?
Was könntest du noch Großes tun in deinem Leben?
Endlich dein Buch schreiben!
Eineinhalb Stunden geplant und gedacht
Dann frustriert beendet
Dein Leben ist klein und du willst groß sein
Du bist bequem und willst erfolgreich sein
Erwache!
Freunde dich mit dem Kleinen an
Sehe dort das Wunderbare
Lass den Großen das Große
Finde alltägliche Wege zum Glück
Und lebe ruhig und geduldig
Vielleicht wird dir irgendwann doch wieder ein großes Geschenk gemacht
Wenn nicht, dann eben nicht



Donnerstag, 10. August 2017

Für meine Freunde

Hallo, mein lieber Freund
Hallo, meine liebe Freundin

Darf ich dich so nennen?
Von mir aus
Von dir aus

Du bist gekommen
Wahrscheinlich wirst du wieder gehen
Wie so viele Menschen in einem langen Leben

Trotzdem bist du ein Schatz
Der Licht in mein Leben bringt

Dein offenes Ohr
Dein Verständnis
Deine Geduld
Eine Heimat für meine Gedanken
Eine Heimat für meinen Schmerz
Ein Echo für mein Lachen
Ein Gegenüber in lichten und dunklen Stunden

Ich bin kein Mensch für's Alleinsein
Bin froh, über unsere Begegnung
Will Erwartungen klein halten
Genießen was ist
Sein lassen, was nicht ist

Wünsche mir, dir auch ein Unterstützer zu sein

Lass uns gemeinsame Wege gehen
Lass uns frei miteinander sein
Wir begleiten uns im wechselhaften Sein und Tun
Und tun uns gut

Ich will dir ein herzliches Danke sagen
Es ist schön, dass es dich gibt

Sei dir dein bester Freund

Sei dir dein bester Freund
Mach Schluss mit den hohen Ansprüchen an dich
Sei wie eine Mutter zu dir
Die bedingungslos liebt
Verurteile dich nicht, sondern sehe deine Schwächen als Besonderheit
Streichle dich in Gedanken
Flüstere dir zärtliche Worte zu
Zeige Verständnis
Akzeptiere deine Schwere, deine Mittelmäßigkeit, deine Blockaden, deine Sprachlosigkeit, deine Bösartigkeit
Vergleiche dich nicht schädlich für dich
Sei wachsam gegenüber deinem Teufel in dir
Der dich klein macht und leidend
Lausche den Stimmen, die dich quälen
Und sage: Stop!
Pflege die Stimme, die dich wohlwollend begleitet
Die dich lobt und dir rät
Hör ihr zu
Lade sie ein
Heiße sie willkommen
Suche ihre Nähe
Lächle den Schmerz weg
Indem du ihn lässt
Er wird gehen wie er gekommen ist
Solange du dir ein Freund bist

Mittwoch, 9. August 2017

Heilung der Seele ist immer möglich

Ich weiß es sicher
Glück ist möglich

Bei allen Tiefen
Bei aller Zerrissenheit
Bei all den quälenden Stunden
Ich weiß es sicher

Es gibt Licht
Auch für dich

Wenn dich das Leben niederdrückt
Wenn die Dämonen in dir spucken
Dich foltern
Der Schmerz unaushaltbar scheint

Dann wisse
Seelenfrieden ist möglich
Auch für dich

Gib nicht auf
Wirf dein Leben nicht weg
Es gibt offene Ohren
Offene Herzen
Suche sie
Kreise nicht um dein Selbst
Um dein Leid
Um dein Schicksal

Deine Qual scheint unendlich
Aber wisse
Heilung ist möglich
Heilung der Seele ist immer möglich

Soviel Deshalb im Angebot

Wo bist du nur?
Wenn ich suche
Wenn ich richtig sein will
Wo bist du nur?
Wenn ich unsicher dem Nachbar begegne
Wenn ich wieder besser sein will

Du hast soviel Deshalb im Angebot

Ich verbanne dich an den Rand
Wie dumm von mir
Ich höre dich nicht
Wenn ich meine Alltagskämpfe kämpfe

Ich verzichte auf deine Geschenke
Für mich
Für die Menschen

Ich wünsche mir ein wacheres Ohr
Für deine Stimme
Für deinen täglichen Rat

Deine Gegenwart heilt

Blick über den Zaun am Morgen

Früher Morgen lockt das Besondere
Michael Jackson hüllt dich ein
Fordert Bewegung
Wieder mal zwischen Suchen und Sein
Die Emotionen sein lassen
Ohne Ergebnis, ohne Fixierung
Dich sein lassen im Eins
Unmöglich
Aber immerhin ein kleiner Blick über den Zaun

Montag, 24. Juli 2017

Ein neuer Tag

Gestern noch schwermütig im Zweifel
Aber heute erwacht der Tag mit neuen Chancen für dich
Auch heute nicht froh gestimmt
Aber doch etwas Hoffnung
Dass du findest was du suchst

Sogar die Sonne findet einen Weg durch die Wolken
Und erhellt für kurze Zeit dein Zimmer

LICHT ist das Ziel deines Strebens
Verbindung zur unendlichen, ewigen Welt
Voller reiner Erfüllung und Freude

Schritte machen hin zur deiner Entwicklung
Ehrgeiz, Geltungssucht, Anerkennung, Euphorie verlieren ihre treibende Kraft
Was bleibt ist Leere und Dunkelheit
für deine suchende Seele

Aber ein göttlicher Funke in dir gibt dir Orientierung
Nicht konkret
Nicht thematisch
Aber deine Werte sind fest verankert

Aktivität
Freiheit
Selbstbestimmter Fortschritt
Wohlwollen den Menschen gegenüber
Alles Kinder der Liebe

Gestern noch schwermütig im Zweifel
Heute ein Hoffnungsschimmer am Horizont
Nicht wirklich froh, immer noch beschwert

Aber ein weiterer Beginn am Morgen des neuen Tages
Nur ein Kompass​, keine Landkarte

Sonntag, 23. Juli 2017

Das Leben, das du dir wünscht

Führst du das Leben, das du dir wünscht?
Wenn ja, warum klagst du dann?
Wenn nein, warum lebst du nicht anders?

Du hast alle Möglichkeiten und änderst nichts

Verloren die Ziele
Kein Brennen mehr für eine Sache

Gefangen
In deinen Gewohnheiten
In deiner Bequemlichkeit
In der Krankheit?

Mit 56 liese sich doch noch was bewegen und gestalten

Wo findest du nachhaltige Motivation
Und nicht ein Strohfeuer nach dem anderen?

Was wollen dir deine Gefühle sagen?

Zeit für ein 3. Leben?
Was? Wo? Wie?
Die letzten 18 Jahre kleben an dir

Führst du das Leben, das du dir wünscht?
Wohl nicht mehr.

Sonntag, 16. Juli 2017

Gelungenes Leben

Es beschäftigt mich immer wieder: Was ist ein gelungenes Leben? Ist es wirklich so, dass letztendlich jeder und jede für sich entscheidet, wann sein oder ihr Leben gelungen ist, oder gibt es verallgemeinerbare Antworten?

Letztendlich hängt das wohl von der Kultur und von den Werten in einer Gesellschaft ab. Wenn Menschen Interesse haben, andere auszubeuten, dann ist für diese ein gelungenes Leben, wenn ihnen dies gelingt. Sowie man ein Leben bewertet setzt man Werte dafür ein. Oder ist jede und jeder davon überzeugt, dass sie oder er zu den Guten gehört? Das kann ich mir angesichts der Unmenschlichkeiten, die geschehen kaum vorstellen.

Sind Werte immer relativ? Sind zum Beispiel die Menschenrechte universell? Leicht haben es die Gläubigen. Sie beziehen ihre Werte aus ihrem Glauben.

Ist es euch wichtig, dass die Gesellschaft nach euren Werten funktioniert oder ist das für euch etwas ganz Individuelles? Wenn ersteres für euch gilt, ist immer ein gewisses Maß an Unsicherheit damit verbunden, wie eure Werte letztendlich wirken. Aber diesem Dilemma kann sich wohl kein Mensch entziehen. Höchstens man hat zu gar nichts eine Meinung.

Ich orientiere mich an den christlichen Werten und vertraue auf Gott. Ansonsten hoffe ich, dass andere Menschen aufgrund meines Lebensstils und meinen Äußerungen meine Werte als attraktiv ansehen. Mit allen Zweifeln, die damit verbunden sind.

Meiner Meinung nach geht kein Weg an der Liebe vorbei - Liebe für sich selbst und Liebe für die Menschen. Alles andere führt zu Schaden und zu Unglück.

1. Meine Großeltern hatten folgenden Spruch an der Wand: Was nütze es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne. Wenn Sünder Welten hätten, was nützten sie im Fluch.

2. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

3. Der Volksmund sagt: Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.

Ich gehe davon aus, dass es keinen Menschen gibt, der nicht bewertet. Unser Gehirn ist so programmiert. Entscheidend ist, dass wir diesen Bewertungsvorgängen gegenüber aufmerksam sind, diese immer wieder hinterfragen und eventuell ändern. Anderen ihre Freiheit zu lassen, solange sie niemandem schaden und sie nicht zu verurteilen, das wäre optimal.

Also bewerten wir automatisch die Leben der Anderen. Es ist jedoch sehr individuell, wie stark dies beim Einzelnen ausgeprägt ist. Es gibt Menschen, die sehr enge Bewertungskriterien anlegen und die gesellschaftlichen Normen und Gesetze stark verinnerlicht haben und Menschen, die viele Lebensentwürfe als gelungen ansehen können.

Übergreifende Werte, die von vorne herein für alle Menschen Gültigkeit haben, gibt es meines Erachtens nicht. Auch die Menschenrechte müsen erkämpft werden und sind nicht aus der Natur des Menschen, sondern aus der Vernunft geboren.

Die Bewertung eines Lebens ist ein Wechselspiel zwischen dem Selbst und der Gesellschaft. Und da gibt es aus Sicht des Selbst und aus Sicht der Gesellschaft gelungene und weniger gelungene Leben. Inwiefern man für nicht gelungene Leben Verständnis hat, ist eine andere Frage.

Für die Gläubigen allerdings, wird das Leben auf göttlichen Skalen gemessen - was bei falsch verstandenem Glauben zu viel Leid führen kann.






Samstag, 8. Juli 2017

Klassentreffen

Kaum geschlafen
6 Uhr morgens
Noch wirkt das Klassentreffen in mir nach
Meine Worte passieren Revue
Habe ich gerade das gemacht, was ich vermeiden wollte?
Meine Frau, meine Erfolge, meine Rente
Alles andere als cool
Leider hatte ich das wohl nötig
Und dann die Schwärmereien der jungen Jahre
Immer noch attraktiv
Alte ungeliebte Erfahrungen erwachen
Selbst nach 45 Jahren
Aber auch echte Freude über manches Wiedersehen
Ein Erlebnis
So oder so

Beim nächsten Treffen mache ich es besser

Sonntag, 25. Juni 2017

Schreiben sagt Es

Mich zieht es zum Schreiben
Kein Buch
Nur ein paar Sätze
Gedanken festhalten
Kennst du das auch?

Du tauchst ein in eine andere Welt
Dich erfüllt ein Thema
Du suchst Ideen
Du spürst dich nicht mehr
Und trotzdem bist du ganz nah bei dir

Er sieht zu und hofft
Auf seine Fähigkeit zu finden
Auf seine Fähigkeit Neues auszuprobieren

Sie ist sein ganzes Glück
Sie gibt ihm Sicherheit und Struktur
Aber auch sehr viel Alltag
Sie würde sich freuen
Aber auch bremsen

Was schließen wir daraus?
Da wartet ein Potential auf uns!?
Lockt uns da ein neues Ufer
Das Heimat gibt für unser suchendes Ich?

Wohin treibt ihr?
Werdet ihr auch zukünftig Erfüllung finden?

Was sie wohl tun werden?
Oder doch ein Buch?
Oder eine Sammlung "The best of"
Werden sie gut auswählen?!

Ich-du-er-sie-wir-ihr-sie
Es ist wie es ist, sagt Es
Schreiben, sagt Es.

Sonntagnachmittag wie immer, mal anders

Wieder ein Sonntag ohne Außentermin
Die Seen, die Wälder, die Restaurantterassen
Müssen ohne mich auskommen
Keine Lust mehr über meine Häuslichkeit zu klagen
Es ist wie es ist

Ein Sonntagnachmittag auf der Couch
Es ist wie es ist

Keine Selbstverurteilung
Kein schlechtes Gefühl verdrängen
Die Botschaften von Andreas Knuf

Annehmen, nicht Schönfärben
Das Gefühl sein lassen nimmt ihm die Macht über mich
Wie es gekommen ist, wird es wieder gehen

Genießen war noch nie ein leichtes Spiel

Schaffen wir 'psychisch krank' doch einfach ab

In großen Teilen der Selbsthilfe seelische Gesundheit findet sich die Haltung "ich bin nicht psychisch krank, sondern mich zeichnen seelische Besonderheiten aus". Der Begriff psychische Erkrankung wird sehr kritisch gesehen, weil es eine Zuschreibung von außen sei, die sich aus gesellschaftlichen Normen und aus der Definitionsmacht anderer ergebe. Das Konstrukt Psychische Erkrankung sei ein Mittel zu Ausgrenzung und eine Einschätzung, die nicht beweisbar ist. Jemand als psychisch krank zu bezeichnen sei eine Stigmatisierung. 

Sollen wir also die Bezeichnung "psychisch krank" einfach abschaffen?

Die Definition von psychischer Erkrankung, dass der Mensch aufgrund seiner psychischen Verfassung einen erkennbaren Leidenszustand haben und in seiner Alltagskompetenz wesentlich gestört sein muss, scheint auf den ersten Blick ganz brauchbar, vermeidet sie es doch, dass der betroffene Menschen nicht nach seinen Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen beurteilt wird, sondern nur nach seinen Äußerungen und seinem Verhalten. Hier ergeben sich aber Widersprüche. Wer definiert eine funktionierende Alltagskompetenz und ist Leiden nicht eine sehr subjektive Wahrnehmung? Letztendlich scheinen wir akzeptieren zu müssen, dass Psychiater, Richter und Polizisten sowie die Gesellschaft definieren, was psychisch krank ist.

Diese kritische Haltung der Selbsthilfe, kann sich im individuellen Fall als sehr hilfreich erweisen, drückt sie doch aus, ich wehre mich dagegen als krank bezeichnet zu werden, weil ich mich gar nicht so fühle. Meine "Krankheit" ist nichts anderes, als ein psychisches Phänomen, das von der Norm abweicht. Ja meine Erkrankung ist kein Defizit, kein Makel, für den ich mich schämen muss, sondern eine wertvolle Erfahrung, die ich nutzen kann, bis dahin, dass ich in der Psychiatrie als GenesungsbegleiterIn arbeiten kann, um bei anderen psychisch belasteten Menschen mit diesem Erfahrungswissen hilfreich zu wirken. Diese Sichtweise kann sich in hohem Maße gesundheitsfördernd bei dem zu Unterstützenden und auch bei dem Genesungsbegleiter selbst auswirken. Übrigens nennen die Leute aus der EX-IN Bewegung ihre Zielgruppe "Menschen mit seelischen Erschütterungen" - auch eine fast schon poetische Möglichkeit.

Oder können Menschen, die sich gegen "psychisch krank" wehren nur ihre Erkrankung nicht annehmen und akzeptieren, und setzen sich unter für sie schädlichen Druck? 

Vielleicht ist auch der Begriff "seelische Behinderung" gar nicht so schlecht, wenn wir ihn so verstehen, dass Menschen nicht seelisch behindert sind, sondern von spezifischen Barrieren behindert werden. Leider ist das Wort Behinderung sehr negativ belegt, so dass sich viele Menschen mit psychischen Besonderheiten dagegen wehren bzw. sich vielleicht gar nicht durch Barrieren behindert fühlen.

Das ganze Thema hätte sich erledigt, wenn Krankheit ganz allgemein als etwas Selbstverständliches angesehen werden würde. Also wenn ein Erkrankter denselben gesellschaftlichen Wert hätte, wie ein Gesunder - wobei ich diese Polarität zu Veranschaulichung wähle, denn DEN Gesunden und DEN Kranken gibt es in dieser Ausschließlichkeit gar nicht. In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft führen das geringere Leistungsvermögen, dass einen Kranken ausmacht und die Kosten, die er für die Gesellschaft erzeugt, zu einer Abwertung, zur Ausgrenzung und nicht selten zum sozialen Abstieg. Wäre das nicht so, dann hätte vermutlich auch niemand Probleme damit, sich als psychisch krank zu bezeichnen. 

Die Haltung "ich bin nicht krank, ich bin nur anders" finden wir aber nicht bei allen Menschen mit seelischen Belastungen. Einige haben überhaupt kein Problem damit, sich psychisch krank zu nennen oder sich so nennen zu lassen. Für einige von Ihnen bedeutet dies eine Entlastung und eine Orientierung. Für sie bedeutet psychische Erkrankung nicht, dass sie weniger wert sind als andere und genau deswegen macht es ihnen auch nichts aus, sich so zu nennen. 

Eine andere Frage ist, wie gelange ich zu medizinischer Behandlung, wenn ich mich nur als Mensch im psychischen Ausnahmezustand betrachte? In unserem Gesundheitswesen ist Krankheit die Eintrittskarte für Kostenerstattung durch die Krankenkasse. Welche Kategorie soll man wählen, um Behandlung zu rechtfertigen? Es ist doch paradox, dass ein Nichtkranker zum Arzt geht. Oder aber ich lehne aufgrund der Einschätzung meiner psychischen Befindlichkeit jede Behandlung ab, wo wir dann in bestimmten Situationen zu der Problematik der Zwangsbehandlung und Zwangsunterbringung kommen. 

Übrigens ist es nicht so, dass psychisch erkrankte Menschen ständig und lebenslang eingeschränkt sein müssen. Manche haben irgendwann dauerhaft keine Symptome mehr oder ihre Erkrankung wird nur hin und wieder akut. Oft werden diese Menschen ein Leben lang als psychisch krank bezeichnet, nach dem Motto "einmal psychisch krank, immer psychisch krank". Da zeigt sich daran, dass ich - wenn schon - lieber die Bezeichnung "ein psychisch erkrankter Mensch" gebrauche und nicht "ein psychisch Kranker". Dies drückt nämlich die Möglichkeit aus, dass die Symptome nicht ständig auftreten und ich in ihm zuerst einmal den Menschen mit einer Erkrankung sehe und ihn nicht nur auf darauf reduziere.

Eine andere, ganz interessante Möglichkeit ist es, die Begriffe Psychiatrieerfahrener oder Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose zu gebrauchen. Dies bedeutet, dass für diesen Menschen nur ausgedrückt wird, dass er in psychiatrischer Behandlung ist oder war bzw. dass er eine psychiatrische Diagnose hat. Über sein Wesen und seine Besonderheit wird dabei gar nichts ausgesagt. Allerdings werden dabei die Menschen, die psychische Problem haben und mit der Psychiatrie nicht in Kontakt gekommen sind nicht erfasst. Die Aktivisten der Selbsthilfe haben sich Anfang der 90er Jahre selbst den Namen Psychiatrieerfahrene gegeben. Dies hat sich mit den Jahren durchgesetzt, obwohl Psychiatrie-Fachpersonen ja Psychiatrieerfahrung durchaus nicht abgesprochen werden kann, worauf diese immer wieder, meist scherzhaft, hinweisen. Allerdings versuchen in der Gegenwart manche Selbsthilfeaktivisten sich von dem Begriff "Psychiatrieerfahrener" wieder zu verabschieden.

Eine in der Selbsthilfe engagierte Frau hatte vor Jahren auf ihrem quasi geschäftlichen Briefbogen die Bezeichnung "Phänomenerfahrene" stehen - auch eine Lösung.

Wie gehe ich nun selbst mit der ganzen Problematik um? Zunächst einmal sehr inkonsequent. Immer wenn ich von psychisch erkrankten Menschen rede oder schreibe, meldet sich bei mir ein innerer Widerstand - das ist einfach das Resultat aus 18 Jahren Selbsthilfearbeit. Meistens nehme ich diesen ernst und suche nach anderen Worten für "psychisch krank". Manchmal aber ignoriere ich diesen Widerstand der Einfachheit halber und weil ich in diesem Moment die Sache doch nicht als so wichtig ansehe. Wenn ich in mich hineinschaue, kann es schon so sein, dass ich in Wirklichkeit nach 36 Jahren Psychoseerfahrung immer noch nicht akzeptieren kann, dass ich psychisch krank bin. Das zeigt sich vielleicht auch in meinem Ehrgeiz leistungsfähig und belastbar zu sein und dabei auch über die eigenen Grenzen zu gehen. Obwohl ich es besser wissen müsste, halte ich mich nach wie vor an die Regeln unserer Leistungsgesellschaft. Und dann bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht doch noch selbst eine stigmatisierende Haltung gegenüber Krankheit habe und meine Erfahrungen mit schweren seelischen Krisen doch als Makel und Defizit sehe. Und zuletzt habe ich das Glück nach schweren Zeiten in meinen Leben doch wieder relativ symptomfrei geworden zu sein, denn es fällt auf, dass sich über diese sprachliche Probleme vor allem Menschen Gedanken machen, die psychisch wieder relativ fit geworden sind. Die anderen, die wirklich noch schwer leiden, kommen vielleicht gar nicht auf die Idee, sich nur als "besonders" zu bezeichnen, weil ihre Symptome so stark sind, dass für sie das Wort Krankheit einfach am besten passt.

Als ich in unserer Selbsthilfegruppe das Thema einbrachte, antwortete eine Mitglied "das Ganze ist nur etwas für Leute, die sich wichtig machen wollen. Ich nenne mich psychisch krank. Punkt.". 

Es stellt sich nämlich wirklich die Frage, wie wichtig die ganze Thematik eigentlich ist. Hat sich etwas geändert, nur weil wir jetzt dunkelhäutige Menschen statt Neger oder Menschen mit Migrationshintergrund statt Ausländer sagen? Wie wichtig ist nichtstigmatisiernde Sprache wirklich? Ist es nicht sinnvoller sich anzustrengen, die Zustände zu ändern, als wenig effektiv Energie zu verschwenden, die richtigen Namen zu suchen und durchzusetzen? Ich denke das Eine tun, heißt nicht das Andere lassen. 

Ich bin der Überzeugung, dass ein Namen Wirklichkeit schafft und diese beeinflusst. Allein schon die Überlegungen dazu erzeugen ein anderes Bewusstsein und eine andere Haltung. Deswegen halte ich es schon für wichtig, ob ich von "psychisch krank" spreche oder mir eine der vielen anderen Bezeichnungen aussuche. Ich habe allerdings dabei für mich noch nicht die eine, allein gültige Lösung gefunden, also variiere ich. Und ich habe (leider) schon immer das Problem, die einzig richtige Wahrheit zu finden und zu vertreten. 




SeelenChat ist gestartet

Vor 2 (11.6.17) Tagen habe ich nun den SeelenChat gegründet. Ein WhatsApp-Chat mit mir, den ich kostenlos anbiete. Dazu habe ich die Website www.seelenchat.de und die Facebookseite SeelenChat@Hoeflacher erstellt. Bisher haben sich 3 Personen gemeldet. Eine Bekannte aus Ulm, ein Heilpraktiker, der als Partner einsteigen will und eine Angehörige. Meine Befürchtung, dass ich mit vielen Nachrichten überbelastet werde, hat sich bis jetzt nicht bewahrheitet. Es geht doch ganz langsam los.
Bisher macht es mir großen Spaß WhatsApp zu schreiben. Ich weiß nicht, ob das bloßer Zeitvertreib oder vielleicht doch eine sinnvolle Beschäftigung ist. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, dass sich auch durch wenige Sätze - im Vergleich zum Gespräch - eine doch sehr persönliche Beziehung aufbauen lässt.
Warten wir's ab....

Stillstand statt Entwicklung

So viele Ideen, um Dinge zu ändern. Selbstmitgefühl, Lebensfreudekurs, Big Five For Live und andere Vorsätze. Und was wird draus? Ich lebe weiter wie zuvor. Nichts wirklich Neues. Keine Inspiration für einen Text, keine Energie zum Selbststudium. Kurzes Aufwachen durch das Projekt SeelenChat. Aber schon wieder zurück in der Lethargie des Nichtstun.
Seit Jahren dieselben Kämpfe, seit Jahren derselbe Stillstand. Bei mir ist Entwicklung ein sehr zäher Prozess, der für mich unmerklich fortschreitet.
WhatsApp als neue Heimat für meine Unruhe. Nur Zeitvertreib oder wirklich eine sinnvolle Sache? Kaum ein Moment ohne Smartphone in der Hand. Alles andere wird bedeutungslos. Wieder eine Phase, wieder ein Strohfeuer?

Pro & Contra WhatsApp

Pro WhatsApp
- ich kann in Beziehung treten, wann immer ich will, auch wenn direkt niemand antwortet.
- der einzelne Gedanke gewinnt Bedeutung, weil das Schreiben deren Anzahl begrenzt
- ich kann lesen, welche Informationen bis jetzt ausgetauscht wurden - Schutz vor dem Vergessen.
- ich kann mit mehreren Menschen gleichzeitig einzeln kommunizieren.
- es ist möglich, sich frei zu entscheiden, wann kommuniziert wird.
- es kann schnell ohne große Verzögerung kommuniziert werden.
- man sieht, ob die Nachricht gelesen wurde.
- man kann Fotos und Videos austauschen.
- manchen Menschen fällt es leichter, sich schriftlich auszutauschen. Sie haben zum Beispiel das Gefühl besser verstanden zu werden.
- die Qualität des Austausches erhöht sich, da vor einer Äußerung in der Regel mehr nachgedacht wird, dadurch kann der Austausch auch an Tiefe gewinnen.
Contra WhatsApp
- es handelt sich um ein informationell eingeschränkter Austausch. Nur der Kommunikationskanal Schreiben-Lesen wird genutzt. Hören, Sehen, Riechen, Berühren sind nicht möglich, höchstens durch übermittelte Sprach-, Bild- oder Videonachrichten sowie Emojs.
- es entsteht eine virtuelle Persönlichkeit des Kommunikationspartners, die sich von der wirklichen Persönlichkeit stark unterscheiden kann.
- es wird weniger telefoniert.
Alexandra, Birgit, Rainer

Sommerfrieden auf dem Balkon

Ein frischer warmer Wind kühlt meinen schweren Kopf
Die Markise schütz mich vor der strahlenden Sonne
Vögel zwitschern
Die Blätter der Bäume rauschen
Sonntag, früher Nachmittag, Sommer
Kurze Hose, T-Shirt
Eine kalte Cola Light steht neben mir auf dem Tisch
Einzelne Mücken summen in meiner Nähe
Nur ein Zug in der Ferne kurz hörbar
Sonst kaum Verkehrslärm
Keine Schwere
Keine Unzufriedenheit
Ruhe
Die Gedanken fließen friedlich
Suchen zwanglos nach Worten
Die Brust ist leicht
Flüchtiger Augenblick
Die Zeit steht still
Kein Druck zum Finden
Kein strenger Ruf des Tuns
Doch schon flüstert eine Stimme drohend
Wie lange noch?

3-Sätze-Lyrik

Bedarfslyrik für alle
..................................
1. Lyrik verfassen
2. Zeit und Freude für sich selbst finden
3. Der Prozess ist der Gewinn
---> 3-Sätze-Lyrik
...........................
Bedarfslyrik: Verdichtetes bei Bedarf

Dienstag, 13. Juni 2017

SeelenChat ist gestartet

Vor 2 Tagen habe ich nun den SeelenChat gegründet. Ein WhatsApp-Chat mit mir, den ich kostenlos anbiete. Dazu habe ich die Website www.seelenchat.de und die Facebookseite SeelenChat@Hoeflacher erstellt. Bisher haben sich 3 Personen gemeldet. Eine Bekannte aus Ulm, ein Heilpraktiker, der als Partner einsteigen will und eine Angehörige. Meine Befürchtung, dass ich mit vielen Nachrichten überbelastet werde, hat sich bis jetzt nicht bewahrheitet. Es geht doch ganz langsam los.

Bisher macht es mir großen Spaß WhatsApp zu schreiben. Ich weiß nicht, ob das bloßer Zeitvertreib oder vielleicht doch eine sinnvolle Beschäftigung ist. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck, dass sich auch durch wenige Sätze - im Vergleich zum Gespräch - eine doch sehr persönliche Beziehung aufbauen lässt.

Warten wir's ab....

Sonntag, 28. Mai 2017

Zum Thema Tagesstruktur

Alle sprechen von der Wichtigkeit der Tagesstruktur für den Menschen. Auch bei psychisch erkrankten Menschen sei es von hoher Bedeutung, dass der Tag nicht nach Belieben verbracht werden soll. Alle bemühen das Wort Tagesstruktur, aber wie ist diese definiert? Wann besteht eine Tagesstruktur und wann nicht? Bei Menschen, die keiner regelmäßigen Beschäftigung nachgehen ist das gar nicht so leicht zu sagen. Wenn ich morgens um 6:30 Uhr aufstehe, um um 8 Uhr in der Werkstatt für behinderte Menschen zu sein, dann gibt es da gar nichts zu diskutieren. Wenn ich jeden Montag, Mittwoch und Freitag zum Mittagessen in die Tagesstätte gehe, dann sind das regelmäßige Termine, die meinen Tag strukturieren. Und tatsächlich trägt das wesentlich dazu bei, dass sich meine psychische Befindlichkeit verbessert. Also ist alles ganz einfach. Ich nehme mir jeden Tag vor aus dem Haus zu gehen, organisiere mir verbindliche Termine außer Haus und ich habe meinen Tag strukturiert. Aber oft funktioniert das eben nicht. Es fällt mir gar nicht so leicht mich aufzuraffen die Wohnung zu verlassen. Dagegen spricht eine Trägheit und Lustlosigkeit, die kaum zu überwinden ist oder/und die Symptome meiner psychischen Erkrankung verhindern das Rausgehen und Aktivitäten ganz allgemein.

Einer meiner Freunde kann aufgrund seiner Angstzustände nur in Ausnahmefällen ins Freie gehen. Nun hat er das Glück, dass er sich für digitale Bildverarbeitung interessiert. Aus diesem Hobby hat er eine Arbeit gemacht. Er sitzt jeden morgen zu einer bestimmten Uhrzeit an den PC und lernt Methoden und Verfahren der Bildverarbeitung bis abends. Dies ist eine Tagesstruktur, die sich in der eigenen Wohnung vollzieht. Ich bewundere diesen Freund. Woher nimmt er diese Disziplin? Woher nimmt er diese Begeisterung für seine Arbeit, dass er über Jahre hinweg sich seine Motivation erhalten konnte?

Aus meinen schwierigsten Lebenszeiten kenne ich das auch. Ich hatte jahrelang keine Arbeit, hatte schwere Depressionen und wußte nicht, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen sollte. Ich ging regelmäßig in die Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Somit hatte ich einen Grund mich außerhalb der Wohnung aufzuhalten. Aber der Tag ist lang. Das genügte mir nicht. Was tun?

Ich kultivierte meine Neigung zum Schreiben. Ich setzte mich fast jeden Tag für mindestens ein halbe Stunde an den PC und schrieb. Einfach meine Reflexionen festzuhalten, Jammerlyrik zu verfassen, wie ich die Gedichte selbstironisch nannte, war ein Ausweg für mich, der Bedeutungslosigkeit meiner langen Stunden zu entfliehen. Und das Eigenartige war, dass ich mir über dieses Schreiben eine Art Identität schaffen konnte. In dieser Zeit fühlte ich mich, wie ein Schriftsteller, ein Dichter, obwohl meine Texte alles andere als hohe Qualität hatten. Die Frage, was bin ich, konnte ich somit beantworten. Eine große Hilfe für mich am Leben zu bleiben.

Es stellt sich mir die Frage, ob ein Aspekt der Tagesstruktur die Regelmäßigkeit ist. Aber ich selbst bin ein Gegenbeispiel. Sicher habe ich auch Termine die regelmäßig statt finden. Einmal im Monat eine Vorstandssitzung freitags, zweimal im Monat die Selbsthilfegruppe auch freitags oder jeden Mittwoch meine Bürozeit für meinen Minijob. Aber das genügt nicht die vielen Stunden eines Lebens zu füllen. Der Großteil meiner Termine ergibt sich von Mal zu Mal im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit in der Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener.

Tagesstruktur ist für mich eine Folge von zeitlich definierten und abgegrenzten Aktivitäten, die dem Betroffenen das Gefühl geben im Tun zu sein. Im optimalen Fall handelt es sich um wiederkehrende Aktivitäten außerhalb der Wohnung. Weiter verstärkend wirkt die Regelmäßigkeit.

Es gibt also folgende Bewertungskriterien einer Tagesstruktur:

1. zeitlich grob definiert und/oder abgegrenzt (hinreichende Bedingung)
2. regelmäßig (hinreichende Bedingung)
3. außerhalb der Wohnung (hinreichende Bedingung)
4. subjektiv als bewusste Aktivität empfunden (notwendige Bedingung)
5. wiederkehrend (notwendige Bedingung)

Besonders wichtig ist der Aspekt der Wiederholung. Eine einmalige Aktivität tut mir gut und könnte als einmalige Strukturierung des Tages angesehen werden, aber dies führt den Begriff Tagesstruktur ins Absurde und macht ihn überflüssig. Deswegen sehe ich die Wiederholung der Aktivität als notwendige Bedingung für das Vorliegen einer Tagesstruktur.

Ebenso sehe ich die Notwendigkeit, dass der Betroffene das Gefühl haben muss aktiv zu sein. Es gibt nur wenige Zustände, die unter keinen Umständen als Aktivität empfunden werden können. Darunter verstehe ich das Schlafen oder das Ausruhen. Allerdings kann ein täglich durchgeführter Mittagsschlaf tagesstrukturierend wirken. Selbst das Nachdenken über ein gewisses Thema kann als Aktivität bezeichnet werden. Zur Tagesstruktur wird es, wenn es wiederkehrend, zeitlich abgegrenzt und bewusst durchgeführt wird.

Für die Lebensqualität kann ausschlaggebend sein, dass ich mir auch regelmäßig Zeiten einplane, die ich bewusst nur mir selbst widme. Zeiten in denen ich strukturiert über mich, mein Verhalten und meinen Platz in der Gesellschaft nachdenke.

Bisher habe ich von Aktivitäten geschrieben, ohne diese zu bewerten. Ich möchte abschließend darauf hinweisen, dass es von Bedeutung ist, wie der Betroffene die Aktivität emotional erlebt. Es ist ein Unterschied, ob ich meine Aktivitäten mit Freude tue oder ich nur weiß, dass es mir ohne sie noch viel schlechter ginge.

Den meisten Menschen geht es ohne Tagesstruktur schlecht, aber eine Tagesstruktur, die einen mit Freude erfüllt ist optimal. Leider wird dies bei psychisch belasteten Menschen oft durch deren Leiden erschwert.

Samstag, 27. Mai 2017

Du lebst

Du bist allein. Spotify präsentiert dir Alexandras Lieblingsmusik. Ein langer Tag neigt sich dem Ende zu. Ohne große Events. Trotzdem Wechselbäder, wie so oft. Die Höhen deiner sprachlichen Fantasien wechselten mit lustloser Schwere. Nun das Resümee eines weiteren Samstags, der dich 24 Stunden kostete. Entwicklung, Stillstand oder Rückschritt. Ist da was, was bleibt? Dein demenzartiges Gedächtnis wird den Tag schrumpfen lassen. Er wird tausenden anderen folgen, die sich auflösten. Vielleicht wird er versinken in den Weiten deines Unbewussten, vielleicht wird er wie ungelebt verschwinden.

Du greifst an dein Herz. Du lebst.

Deine Nahrung sind die Daten deiner schwindenden Erinnerungen. Aber du lebst. Jetzt. Die Gegenwart. Absolute Null zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Deine Brust hebt und senkt sich. Das ist es was wirklich zählt.

Noch.

Alle Lust will Ewigkeit

Die Welt ist in deinem Kopf. An einem ruhigen Samstagnachmittag kann dein Geist explodieren. Ohne Alkohol, ohne Drogen, alleine. Die Wirklichkeit kann sich mit Farben füllen in einem abgedunkelten Zimmer. Nur das Display deines Tablets leuchtet dir entgegen. Laute Rockmusik aus deinem Kopfhörer begleitet deinen Ausflug in die Höhen der Emotionen. Du brauchst gerade kein Gespräch mit Gott, um im Fließen zu sein. Kraft deines Willens hebst du ab. Keine Ziele, keine Ablenkung, keine Psychologie. Du spürst die Kraft des Universums. Du strebst den höchsten Höhen entgegen. Allein durch die Macht des Wortes. Flucht? Vielleicht. Aber das schmälert nicht die Macht des Moments. Dein Atem geht ruhig, aber dein Herz will springen. Deine Fantasie als Mittel zum Glück. Deine Sprache als Himmelsleiter. Von Oben schaust du herab und verstehst nicht mehr die Wehen des Alltags. Depression und Angst treiben tief unten von dir unberührt ihr Unwesen. Das Ende aller Sehnsucht. Das Ende allen Begehrens. Unvollstellbare Kraft bricht in dir auf. Bricht durch die Zeit. Füllt den Raum. Überflutet dich von Innen. Ein Ausflug ins Paradies des reinen Ursprungs. Nichts hält, nichts bremst, nur dein Körper verhindert deine Auflösung. Auf den Wogen der Euphorie treibst du der Erfüllung entgegen.

Alle Lust will Ewigkeit.

Neue Wege aus der Depression?

Du bist mit guter Laune aufgewacht und aufgestanden. Hast viel Whatsapp geschrieben. Deine Serie auf DVD geschaut. Hast dir Cordon Bleu mit Pommes gemacht. Hast dich am Tag und an dir erfreut. Und dann?
Jetzt wäre es an der Zeit, unter die Dusche zu gehen. Raus zu gehen und das schöne Wetter nutzen.
Aber es gelingt dir nicht. Deine Stimmung sinkt, dein Herz wird schwerer und du fragst dich lustlos, was tun.
Wie gehst du mit dieser Situation um? Fühlst du dich wie immer schlecht, weil du Zeit vergeutest, weil du nicht Herr deiner Handlungen bist, weil du sowieso nicht ganz normal bist? Oder versuchst du neue Wege zu gehen?
Sag dir doch, dass es ok ist, wie es gerade ist. Dass du auch NICHTS tun darfst, ohne dass es dir schlecht gehen muss. Schreib doch auf, wie es dir gerade geht. Verarbeite es so und gehe freundlich mit dir um.
Draußen scheint die Sonne und du liegst im abgedunkeltem Zimmer. Na und? Sicher würde es dir gut tun, jetzt einen Spaziergang zu machen, aber deine Unlust ist eben größer. Du könntest Musik höten, lesen, telefonieren, aber genaugenommen willst du das nicht wirklich, sonst würdest du es tun. Dein Geist verlangt das, was du gerade tust. Nämlich deine Gedanken in deinem Blog aufschreiben.
Mag dich deswegen trotzdem. Es wird so nicht tagelang gehen. Schon heute Abend wirst du mit Alexandra und Lothar das DFB Pokalfinale anschauen.
Willst du jetzt in Depression verfallen oder die Gegenwart so akzeptieren, wie sie eben nun mal gerade ist? Wenn du traurig und schwermütig bist, dann hat das auch seinen Sinn, seine Berechtigung.
Deine Bequemlichkeit jetzt ist ein Teil von dir, der angenommen werden will.
Übe dich in diesem Denken. Vielleicht überwindest du deine Selbstanklagen und dein Selbstmitleid.

Sonntag, 21. Mai 2017

Hoffnung statt Verzweiflung.

Muss es eigentlich so sein, dass du immer deinen Schmerzen auf den Grund gehst und sie anderen mitteilst? Suche nicht nur die Schmerzen in dir, sondern nutze eine Lupe, um die in dir versteckte Freude zu finden. Nutze deine Energie nicht viele Worte um dein Leid zu machen, sondern beschäftige dich mit positiven Worte. Sonne, Natur, Freude, Lachen, Humor, Urlaub, Liebe, Hoffnung, Glaube, Zuversicht, Zuneigung, Verständnis, Mitgefühl, Achtsamkeit... Diese Worte programmieren dich auf das Positive hin.

Warum schreibst du fast immer nur Gedichte, wenn es dir schlecht geht? Verstärken diese Gedichte nicht nur deine negative Befindlichkeit? Nimm dir doch mal vor, Gedichte zu schreiben, die Mut machen, die anderen Menschen nutzen könnten und nicht nur deren Interesse an deiner komplizierten Persönlichkeit und Mitgefühl wecken - oder sogar Mitleid.

Also abgemacht!

Hoffnung statt Verzweiflung. Mut statt Aufgeben. Positiv statt negativ. Freude statt Schwermut.

Und ein bisschen Klagen ist ja ok. ;-)

Samstag, 20. Mai 2017

Strebe nicht, sondern sei

"Strebe nicht, sondern sei"
Dieser Spruch von mir beschäftigt mich schon seit Jahren. Ist es wirklich sinnvoll das Sein dem Streben vorzuziehen? Ist es dem Menschen - oder soll ich sagen dem Deutschen - nicht naturgemäß nach etwas zu streben? Wo kommt all unser Wohlstand, aber auch unsere persönliche Entwicklung her, wenn nicht durch das Streben? Ein Leben ohne Streben scheint sinnlos. Sind das Sein und das Streben Lebensformen, die nie isoliert existieren? Kein Sein ohne Streben und kein Streben ohne Sein. Auf jeden Fall verfolgt mich dieser scheinbare Widerspruch schon fast mein ganzes Leben. Eher weil mir der Zugang zum Sein schwer fällt, das Streben nimmt man hierzulande ja mit der Muttermilch auf.

Montag, 1. Mai 2017

Donauschifffahrt 5. Tag (Linz)

Samstag, 22.4.17: Morgens ging es mir wieder sehr schlecht. Wir werden erst um 17 Uhr in Linz ankommen. Für Karin ist das eine sehr schlechte Zeit, da sie um 18 Uhr essen muss. Also wird sie nicht nach Linz gehen und ich vermutlich auch nicht. Morgenfrüh müssen um 7 Uhr die Koffer vor der Tür stehen. Um 9:30 Uhr findet am Sonntag unser Transfer zum Bahnhof statt und um 10:25 Uhr fährt unser Zug.
Heute werden wir den Tag also auf dem Schiff verbringen.

Donauschifffahrt 4. Tag (Bratislava)

Freitag, 21.4.17: Um 11 Uhr liefen wir in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei ein. Es war der erste Tag an dem wir die Sonne sahen. So konnten wir auch etwas länger in der Stadt bummeln. Die Innenstadt ist rausgeputzt für die vielen Touristen. Sehr viele beeindruckende, große alte Häuser. Alles sehr schön hergerichtet. Hat uns sehr gut gefallen.
Dann gingen wir in das Cafe Mayer, was scheinbar ein Geheimtipp ist - na ja, so geheim auch wieder nicht. Aber ein wirklich sehr schön eingerichtetes Café. Wir haben auch nur einen schönen Platz bekommen, weil wir früh dran waren. Gegen 15 Uhr waren alle Plätze besetzt.

Sonst ist an diesem Tag nichts weiteres von Bedeutung passiert. Ich habe den Kriminalist angeschaut und mir den Restabend mit Lesen und Musikhören vertrieben. Schreiben ging nicht. Gegen 1 Uhr bin ich eingeschlafen.

Mittwoch, 19. April 2017

Heile Welt

Eigentlich unglaublich

Hier Folter, Brutalität, Mord
Menschenhandel
Frauen werden gequält und vergewaltigt
Kinder dazu gezwungen ihre Eltern zu töten
Unvorstellbare Grausamkeiten

Die Guten sind kaum geschützt

Hier die heile Welt der kleinen Rädchen
Ein schöner Urlaub
Dicke Bäucher
Schöne Musik, schöne Bilder
Kleine luxuriöse Fluchten

Aufrichtig herzliche Begegnungen
Der irre Wunsch anständig zu bleiben
Das unerklärliche Festhalten an der Moral
In Wahrheit nur Ausdruck von Angst?

Unvorstellbarer Reichtum
Unter sich
Unvorstellbare Armut
Unter sich

Nur die Machtlosen können sich die Liebe leisten
Solange sie die Mächtigen gewähren lassen

Volle Tische, volle Bäuche
Nebenan
Hunger, Durst und Krankheit
Nachbarschaft heißt Stacheldraht
Und schnell Rechtfertigungen parat
Oder Rückzug in die Gleichgültigkeit

Die Gnade der glücklichen Geburt
Sensible Menschen verzweifeln
Geben lieber ihr Leben auf
Als Teil dieses Wahnsinns zu bleiben

Eigentlich unglaublich

Donauschifffahrt 3. Tag (Budapest)

Donnerstag, 20.4.17: Lesen. Schreiben. Musikhören. Seit 4 Uhr. Heute geht es nach Budapest. Der Tag beginnt in guter Laune, wenn auch wieder mal mit Schlafdefizit. Dann um 7 an die Bar. Kaffeetrinken, Nachzügler-Postkarten schreiben. Die Donau vorbeifließen lassen. Mal sehen was heute der Tag so bringt. Karin schläft noch. Wir treffen uns 8:30 Uhr zum Frühstück. Würde gerne schlaue Sachen schreiben. Leider ist mein Kopf leer.

Leider haben wir es in Budapest nur 300 m geschafft. Der Regen und der Sturm war so stark, dass wir gerade noch zur Markthalle gekommen sind. Diese war aber schon ein Erlebnis. Eine riesige Halle. Im ersten Stock eine Rundgang voll mit Ramschläden für Touristen. Und alles voll mit Menschen. Wir wollten dann noch einen Kaffee trinken gehen, aber in nächster Nähe gab es nichts. Selbst im Burgerking bildete sich eine lange Schlange. Zudem glich der Burgerking eher ein dreckigen Bahnhofshalle als einem Restaurant. Dann haben wir uns entschlossen zurück auf das Schiff zu gehen. Der Schirm wurde fast zerissen und war kaum zu halten. Wir waren beide froh, als wir wieder im warmen und trockenen Schiff waren.

Donauschifffahrt 2. Tag (Wien)

Mittwoch, 19.4.17: Es ist schon sehr edel auf diesem Schiff.
Leider fühle ich mich nicht so sehr fit. Ich bin total verschleimt in der Nase und vor allem meine Bronchitis macht mir Probleme. Manchmal geht es, aber manchmal rasselt meine Lunge total und ich muss heftig husten. Dazu kommt, dass ich immer wieder sehr erschöpft bin. Heute nach dem Frühstück musste ich mich unbedingt nochmal hinlegen und ich habe glaube ich sogar geschlafen.

Trotz stürmischen Regens sind wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt von Wien gefahren. Immerhin ein kleiner Eindruck. Viel gesehen von Wien haben wir leider nicht. Aber immerhin waren wir in einem Wiener Cafe gesessen und haben eine Melange getrunken - kleine Tasse für 3,60 €.

Dann wieder auf dem Schiff bei üppiger Völlerei - all inklusive. Postkartenschreiben an der Bar. Champignonsleague am Abend. Die Highlights sind Frühstück, Mittagessen und Abendessen - wie in der Psychiatrie. Kein Biking. Keine Stadtrundfahrt.

Was soll die Selbstanklage? Genieße dein Sosein. Bereuen ist sinnlos. Getan ist getan. Nicht getan ist nicht getan. Was soll die Selbstquälerei?

Wie war das? Schluss mit der defizitären Sicht! Neue Wege gehen hin zur Zufriedenheit. Schwierig Jahrzehnte aufzugeben. Der Verzicht auf Klagen hinterlässt ein Vakuum.

Dienstag, 18. April 2017

Donauschifffahrt 1. Tag (Engelhardszell bei Passau)

Dienstag, 18.4.17: Relativ problemlos sind wir um 5 aufgestanden. Wir haben beide zügig unsere restlichen Sachen zusammengepackt und waren 6:30 Uhr am Bahnhof Teningen. Der Zug kam pünktlich und alles schien seinen guten Gang zu gehen.
Als dann allerdings die Nachricht kam, dass unser Anschlusszug 40 Minuten Verspätung hat, kamen wir kurz in Panik, weil wir nicht wußten was die beste Alternativverbindung ist. Wir standen schon auf dem Bahnsteig, als wir doch wieder in den Zug stiegen und nach Offenburg weiterfuhren. Dort hatten wir 1 h Aufenthalt. Jetzt sitzen wir im IC nach Nürnberg und sind wieder ruhiger. Wenn wir unseren Anschluss bekommen, sind wir immer noch rechtzeitig in Passau.
Zuerst wurde ich ziemlich müde und konnte kaum die Augen offen halten. Jetzt bin ich fit und Karin schläft. Typisch antizyklisch - wie so oft.
Der Transfer vom Bahnhof Passau nach Engelhardszell lief problemlos - natürlich im ständigen Regen. Im Schiff angekommen, staunten wir nicht schlecht wie luxuriös und groß das Schiff war. Natürlich nicht vergleichbar mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Meer, aber für die Donau sind 126 m schon ganz schön, finde ich.
Es war auch ein tolles Erlebnis von der schönen Kabine aus auf die vorbeifließende Donau zu blicken. Und im Speisesaal durch große Fenster den Fluss zu sehen.

Montag, 17. April 2017

Mit Lungenrasseln und Hysterie zur Donauschifffahrt

Ich hatte mir ja vorgenommen nicht mehr zu klagen und liebevoll mit mir selbst umzugehen. Trotzdem liegt mir daran, es mitzuteilen, wenn es mir schlecht geht. Also versuche ich einen Mittelweg und versuche möglichst sachlich zu bleiben und nicht pathetisch meinen Zustand zu überzeichnen:

Mir geht's schlecht. Seit etlichen Tagen habe ich es auf der Lunge. In den letzten 2 Tagen ist es schlimmer geworden. Inzwischen rasselt meine Lunge bei jedem Atemzug, den ich tiefer mache. Wenn ich beschäftigt bin, atme ich flach und es fällt mir kaum auf. Wenn ich aber tief atme oder im Bett liegt wird es fast zu einem Röcheln. Das führt dazu, dass ich Angst bekomme und eine Art Hysterie bei mir ausbricht. Und zu guter Letzt verreisen Karin und ich morgen.

Wir machen unseren bisher größten Urlaub. Wir fahren mit dem Zug nach Passau und von da über Wien nach Bratislava und weiter nach Budapest - und dann wieder zurück. Meine unbewussten Ängst vor dieser Reise kommen noch erschwerend dazu. Es ist bei mir immer schon so, dass ich große Ereignisse im Vorfeld nicht verarbeite und sie ohne spürbare Angst auf mich zukommen lassen. Dann aber plötzlich wenn sie da sind, dann wehrt sich meine Seele und ich werde psychisch - und jetzt auch noch körperlich - krank.

Nicht umsonst bin ich vor dem Abitur psychotisch geworden und auch zweimal vor der Abschlussprüfung zum staatliche geprüften Informatiker. Ich habe mich bisher gedanklich auch noch kaum mit unserer großen Reise auseinandergesetzt.

Diese Art und Weise, wie ich mit Life Events umgehe ist schädlich und ich muss da was ändern. Aber heute ist es zu spät. Heute muss ich erst einmal mit den Auswirkungen klar kommen.

Ich bin vorher verzweifelt in der Wohnung auf uns ab gerannt und wusste mir nicht mehr zu helfen. Dann hatte ich die Idee Karins Freundin, die auch Karin heißt anzurufen. Die will mir ihr selbst gemachtes pflanzliches Antibiotika geben. Zuerst hatte ich Bedenken, aber dann habe ich mich entschlossen um 14 Uhr zu ihr zu fahren und mich von ihr behandeln zu lassen. Und endlich habe ich es dann auch geschafft zu duschen und mich zu richten. Auch das hat etwas beruhigt. Aber vor allem das Schreiben jetzt lenkt mich gut ab und ich kann ruhig bleiben.

Es war auch sträflich, dass ich jetzt den 3. Tag in der Wohnung bin. Außer einem Gang an die Mülltonne, war ich überhaupt nicht draußen und habe die Stunden in unserer dunklen Wohnung verbracht. Auch das hat dazu geführt, dass ich mich in alles immer mehr hineingesteigert habe und sogar überlegt habe in die Notfallambulanz des Kreiskrankenhauses zu gehen. Allerdings habe ich mich jetzt für Karin B. entschieden. Ich möchte den Urlaub morgen auf keinen Fall gefährden.

Ich hatte dann vorsorglich auch eine Tavor genommen, was eher dazu geführt hat, dass sich wieder eine nervöser Zustand angemeldet hat - auch eine Problem unter dem ich jetzt schon seit einem Jahr leide. Ein Zustand der mich stark bis komplett blockiert und den ich als sehr quälend empfinde. Gott sei Dank ist es heute nicht zum Endstadium gekommen, da ich mich ablenken konnte.

Spirituell gesehen, könnte es sein, dass sich alles in mir gegen die Entwicklung wehrt, die sich seit längerer Zeit abzeichnet. Immer wieder werde ich damit konfrontiert, dass ich meine Leben ändern will. Das begann mit meiner Kündigung vom Landesverband Psychiatrieerfahrener BW, mit dem ich viel vertrautes und lieb gewonnenes hinter mir lassen musste. Der Streit mit Gabriele hatte solche Ausmaße angenommen, dass ich mich zurückziehen musste. Seitdem bin ich auf der Suche nach eine beruflichen Heimat.

Aber parallel dazu habe ich immer mehr hinterfragt, was für mich wirklich wesentlich ist und inwiefern ich mich als Person weiterentwickelt habe, trotz aller Erfolge, die ich erreicht hatte. Denn bis 2015 war ich derselbe, wie ich 1999 mit meinem Engagement begonnen hatte. Vielleicht nicht mehr so ganz ehrgeizig und vorsichtiger geworden, was meine Risikobereitschaft anbelangt - und auch mit weniger Energie ausgestattet, aber meine Lebensenergie und meinen Lebenssinn bezog ich nach wie vor über meine Arbeit für andere Psychiatrieerfahrene, auch wenn ich nicht direkt als Genesungsbegleiter arbeite.

Noch etwas absurder gedacht, könnte das Böse versuchen zu verhindert, dass ich weiter auf dem guten Weg vorankomme. Es werden mir Knüppel in den Weg gelegt an denen ich scheitern soll. Nicht nur Krankheit, sondern auch Zweifel und Depressionen.

Aber ich will diesen Weg weitergehen, auch wenn ich manchmal beinahe nicht mehr weiter weiß, vor Missempfindungen. Irgendwann kommt wieder eine bessere Stunde und ich kann stolz darauf sein, dass ich die Leiden durchgestanden habe, um nicht zuletzt wieder einen Schritt weiter gemacht zu haben. Hin zu meinem Ziel mit mir selbst ins Reine zu kommen und der Liebesfähigkeit für mich und die Anderen näher gekommen zu sein. Und das ist es, auf was es ankommt.

Stationen der Arbeit


  1. Schule (1968-1982)
  2. Ausbildung (1982-1988)
  3. Normales Berufsleben (1988-1992)
  4. Rehabilitationszentrum Rudolf-Sophien-Stift (1994-1995)
  5. IPE Stuttgart (1999-2011)
  6. Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart (1999-2005)
  7. Offene Herberge (2000-2011)
  8. Landesverband Psychiatrieerfahrener BW (2002-2015)
  9. EX-IN (2008-heute)
  10. Selbsthilfe mit Köpfchen (2012-heute)
  11. Außerstationäre Krisenbegleitung (ASK) (2012-2016)
  12. Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015-2016)
  13. EX-IN Baden-Württemberg (2016-heute)
  14. Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016-heute)
  15. Bundesnetzwerk Selbsthilfe sselische Gesundheit (NetzG) (2016-2017)
Minijobs
Wein-Handelsagentur Holzwarth (1997, 4 Monate)
1. Landespsychiatrietag (2006, 6 Monate)
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener BW (2010, 5 Jahre)
Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015, 1 Jahr)
Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016, bis heute)

Die 4 Phasen meines Lebens


  1. Normale Kindheit und Jugend (bis 1981)
  2. Leidenszeit (bis 1999)
  3. Zeit des Engagements (bis 2009)
  4. Karin "Langsam vom Streben zum Sein" (bis heute) 

Sonntag, 16. April 2017

Kontakt. Danke dafür.

Schaue einen Film mit jenseitigem Inhalt an. Plötzlich erlebe ich das typische Frösteln und weiß, ich habe Kontakt. Ihr seid da. Ich gebt mir Botschaften und Hilfestellungen. Beantwortet mir meine Fragen. Nicht aus der Ferne, sondern ganz nah. Ich bitte euch, bleibt bei mir. Geht nicht wieder weg. Es ist so schön, wenn ihr mir nahe seid. Aber ich weiß, der Zustand wird nicht lange dauern. Ihr werdet mich wieder verlassen, nachdem ihr mir einen weiteren Schritt gezeigt habt. Und ich werde die Begegnung, wie die vielen anderen, bald wieder vergessen haben. Aber mein Bewusstsein vergisst sie nicht. Ich bin so froh, dass es euch gibt und dass ihr mir auch im Alltag zur Seite steht, wenn ich es will, wenn ich es brauche. Kommt ihr von außen oder von innen aus meinem Herzen? Seid ihr von mir selbst gemacht oder existiert ihr irgendwo wirklich? Aber ist das so wichtig? Ihr seid da, das ist wichtig. Danke für eure Hilfe!

Eigene Sinnsprüche


  1. Wer nie für etwas gebrennt hat, ist zu bedauern.
  2. Strebe nicht, sondern sei.
  3. Fäuste zu Händen. Steine zu Herzen.

Recovery - kurz und bündig

Seit etlichen Jahren begegne ich immer wieder dem Begriff Recovery. Habe sogar etwas darüber gelesen, was ja untypisch für mich ist. Was ist das also, dieses Recovery? 

«Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess der Haltung, Werte, Gefühle, Ziele, Fertigkeiten und Rollen. Es ist ein Weg, um trotz der durch die psychische Krankheit verursachten Einschränkungen ein befriedigendes, hoffnungsvolles und konstruktives Leben zu leben. Recovery beinhaltet die Entwicklung eines neuen Sinns und einer neuen Aufgabe im Leben, während man gleichzeitig über die katastrophalen Auswirkungen von psychischer Krankheit hinauswächst.»
William Anthony (1993)

«Der Begriff „Recovery“ lässt sich hier in etwa mit „Genesung“, „Wiedererstarken“ oder „Gesundung“ übersetzen. Bei diesem sehr individuellen Prozess verändern sich die eigenen Vorstellungen, Haltungen, Emotionen und Lebensziele. Jeder Mensch mit einer psychischen Belastung hat unabhängig von deren Schwere die Chance auf ein gutes und zufriedenes Leben, selbst wenn manche Symptome andauern sollten. Der Erhalt von Hoffnung und Sinn ist dabei besonders wirksam. Alle Menschen mit Erfahrungen mit schweren seelischen Erschütterungen haben grundsätzlich das Potential zur Genesung. Diese Erfahrungen sind ein Schatz, den es zu würdigen gilt.»
Rainer Höflacher (2017)

Hatte im Netz nach der Definition von Recovery von Anthony gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen, dass sogar komplett digital vorliegt. Also wer wissen möchte, was Recovery ist, der schaue mal den Link Pflege in der Psychiatrie - Recovery an. Wer das liest, der weiß theoretisch was Recovery ist.

Aber was habe ich aus eigener Erfahrung zu Recovery zu sagen? Eigentlich nur, dass die Beschäftigung damit mir sehr geholfen hat hoffnungsvoll und zuversichtlich zu bleiben oder wieder zu werden, wenn ich mal wieder schlecht drauf war. Ich kann Recovery nur formelhaft beschreiben, was ich im Folgenden versuchen will:
  • Hoffnung und Sinn sind zu erhalten. Ohne sie ist die Bewältigung psychischer Probleme schwierig.
  • Es kommt nicht darauf an symptomfrei zu werden, sondern ein gutes Leben zu führen, trotz anhaltender Symptome.
  • Nicht die Behandlung ist das Entscheidende, sondern die Befindlichkeit.
  • Recovery ist eine innere Haltung und kann nicht verordnet werden. 
  • Recovery ist ein lebenslanger Prozess, der auch Stillstand und Rückschritt beinhaltet. Aber wer nicht aufgibt, kann meines Erachtens sicher sein, dass es auf Dauer aufwärts geht.
  • Jeder Recoveryweg ist einzigartig. Es gibt nur Leitregeln dafür. Wie diese umgesetzt werden bleibt jedem selbst überlassen. Jeder muss seine eigenen Lebensprioritäten setzen.
  • Recovery wurde von Betroffenen für Betroffene gemacht. Auch deswegen ist es überzeugend.
Soviel aus meiner Sicht zum Thema Recovery


Achtung! Plaudern...

Heute ist also Ostermontag - ein Tag nach der Entscheidung für Zuversicht und Optimismus.
Ein bisschen mulmig ist es mir schon, ob ich den Vorsatz nicht mehr über meine Zustände zu klagen durchhalten kann. Ein großes Ziel muss ich sagen.
Elke meinte, wer das schafft ist kein Mensch mehr. Das wäre schon für Gesunde ein zu hoher Anspruch. Egal, ich werde es einfach versuchen und dran bleiben. Habe das Gedicht "Ostersonntag" ausgedruckt und über mein Bett gehängt. Man wird sehen....

Übrigens ist mir gestern etwas Komisches passiert., Ich dachte, ob es nicht möglich sei, diesen Block komplett in ein PDF umzuwandeln. Also macht ich mich mit Google auf die Suche. Ich merkte, dass das gar nicht so einfach ist. Aber dann bin ich auf die Website BlogBooker gestoßen. Ohne zu zahlen kann man dort aber nur 1 Jahr zurückliegende Beiträge umwandeln. Also schaute ich, wann ich meinen Blog begonnen hatte. Und ganz überraschend sah ich, dass ich meinen Block exakt ein Jahr zuvor, also im Mai 2016 begonnen hatte. Komisch, dass ich gerade jetzt nach dieser Funktion gesucht hatte. Wie wenn es eine innere Uhr diesen Wunsch bei mir ausgelöst hätte. Es gibt im Leben immer wieder erstaunliche Vorfälle, die nicht zu erklären sind.
Das Tool BlogBooker macht übrigens ein super Buch aus dem Blog. Mit schönem verlinkten Inhaltsverzeichnis und schönen Überschriften für jeden Eintrag. Jetzt kann ich also meine Beiträge komplett an jemand als PDF verschicken, wenn sich jemand dafür interessieren sollte, was ich bezweifle.

Und dann ist mir noch was Peinliches passiert! Ich habe vielen Leuten gesagt, wie würden morgen von Passau nach Wien mit dem Schiff fahren. Ich habe mir über die Geografie keine Gedanken gemacht und hatte gar keine Ahnung wie die Donau fließt. Jetzt wurde mir klar, dass wir bist Budapest fahren und dass das in Ungarn liegt. Zuvor kommen wir in Bratislava vorbei in Slowenien. Da zeigt es sich wieder, dass ich von der Welt keine Ahnung habe. Es ist eigentlich eigenartig, dass ich da so gut wie keine Wissen habe. Ich kann mir einfach nicht merken, wo die ganzen Städte und Länder liegen. Peinlich, peinlich, peinlich. Wie sagte Christine immer: "Und so was hat Abitur".

Jetzt ist es also morgen so weit. Der große Event steht an. Wie immer habe ich auf Vorfreude verzichtet und die Sache einfach auf mich zukommen lassen. Muss heute unbedingt noch lesen, was da auf mich zukommt. Karin hat akribisch alle Infos ausgedruckt und in einem Ordner abgeheftet. Auch sinst hat sie sich im Wesentlichen um das Ganze gekümmert. Auch ausgesucht und gebucht. Ich freue mich für Karin, dass sie mal was Besonderes erleben darf. Ich selbst bin da eher leidenschaftslos. Kann es sein, dass meine Krankheit bzw. die Medikamente dazu führen, dass ich so eine eingeschränkte Erlebnisfähigkeit habe? Ganz selten freue ich mich mal richtig auf etwas oder über etwas. Aber ich habe gelernt mit diesen kleine Gefühlsausschlägen zu leben.

Bin mir unsicher, was ich alles mitnehmen soll. Tablet, Kamera und Smartphone sind gesetzt. Aber das Ultrabook? Eigentlich blöd in einen Urlaub die ganze mobile digitale Ausstattung mitzunehmen. Das sollte doch eine Zeit sein, in der man ausspannt und alles Alltägliche hinter sich lässt. Aber für mich ist der Umgang mit Smartphone und Co. eine Krücke, meiner Langeweile zu entgehen. Traurig, aber wahr.

Sonst gibt es eigentlich nichts mehr zu berichten. Schon weder gehen mir die Gedanken aus. Sollte ich mal einen fachlichen Beitrag bloggen? Zum Beispiel über Recovery? Ganz gute Idee, oder?


Ostersonntag 2017: Der erste Tag meines neuen Lebens

Ostersonntag, den 16.4.2017

Heute ist der erste Tag meines neuen Lebens
Verbannen will ich die Sucht nach dem Klagen
Beenden will ich das Jammern über den Schmerz

Suchen will ich die Liebe in meinem Herzen
Für mich
Für andere

Ganz fest diesen Gedanken in mir verankern
Dass er mir hilft, wenn das tiefe Dunkel droht

Finden will ich die Liebe in meinem Herzen
Damit mein Leben Licht wird
Damit es den Menschen hell wird

Nie mehr vergessen will ich diesen Vorsatz
Ich bin mir sicher, dass das hilft
Ich glaube fest daran, dass mir das gelingt

Wenn mir Gott beisteht
Wenn Jesus mit mir spricht

Liebe im Herzen suchen - nicht das Leid!

Es ist heute Ostersonntag 14:00 Uhr. Ich habe mich bis jetzt von Stunde zu Stunde gequält. Seit 2 Tagen nicht gewaschen, nicht aus dem Haus gewesen und kaum eine Beschäftigung gefunden. Jetzt sitze ich also hier und schreibe in meinem Blog.
Ich bin gespalten. Einerseits ist es mir peinlich, dass ich in aller Öffentlichkeit solch private Gedanken zum Besten gebe, aber andererseits motiviert es mich, dass ich das Ganze nicht für mich alleine machen, sondern dass der jemand vielleicht sich doch die Mühe macht, meine Schrieben zu verfolgen - was mich ehrlich gesagt verwundern würde. Trotzdem, die Möglichkeit besteht.
Wo waren wir in meinem letzten Eintrag stehen geblieben? Ah ja, beim Selbstmitgefühl.
Das ist ein für mich neuer Begriff, dem ich bei meiner jüngsten Beschäftigung mit Recovery begegnet bin. Ferdinand hat mich auf die Website von Andreas Knuf aufmerksam gemacht, wo dazu eine kurzer Text steht. Ich war ganz begeistert, von diesem Ansatz. Nämlich nicht dass das Selbstwertgefühl das Ziel aller therapeutischer Bemühungen sein sollte, sondern der mitfühlende und achtsame Umgang mit sich selbst. Wenn jemand lernt, sich anzunehmen wie er ist und seine Schwächen sich selbst verzeihend akzeptieren kann, dann hat er eine Stärke, die ihm selbst inne wohnt. Das Selbstwertgefühl hat mit Wertigkeit zu tun, wie der Name schon sagt. Und Wertigkeit ist eine unsichere Sache, weil ich diesen Wert am Außen festmachen muss. Wenn ich einen Wert haben will, muss ich Leistung bringen, um mir diesen Wert zu erarbeiten. Bin ich schwach und krank, habe ich kaum eine Chance einen hohen Wert zu erlangen. Ich laufe Gefahr ständig unerfüllbaren Zielen hinterher zu eifern.
Anders ist es, wenn ich versuche meine psychischen Einschränkungen anzunehmen und trotz dieser liebevoll und freundlich zu mir zu sein. Mich nicht in das Hamsterrad der Suche nach Erfolg und Bedeutung - also Wert - zu begeben, sondern mich mit meinen psychischen Schmerzen anfreunde.
Bisher habe ich mich geweigert, meine Probleme als Folge meiner psychischen Behinderung anzuerkennen. Ich habe mit aller Gewalt versucht den Begriff krank für mich abzulehnen und den Problemen als scheinbar Gesunder zu begegnen. Ich weiß nicht, ob mir das gut getan hat. Sicher habe ich so manches erreicht, auf  das ich heute auch stolz bin, aber habe ich mich als Mensch weiter entwickelt? Ich bin immer noch abhängig von Erfolg, Anerkennung und Leistung. Wenn ich nicht funktioniere bin ich unglücklich. Wenn ich keine Aufgabe habe, werde ich lustlos und gelangweilt. So kann es nicht weitergehen.
Ich möchte zu einer inneren Zufriedenheit gelangen, die stärker ist. Die in meiner Person begründet ist. Oder bin ich hier auf dem Holzweg und es ist immer so, dass ein Mensch nur zufrieden sein kann, wenn er möglichst viele Aktivitäten verfolgt? Es ist ja nicht so, dass ich nichts mehr tun will. Aber ich will nicht mehr so abhängig von diesem Tun sein. Oder bin ich unausweichlich meinen Zerissenheiten ausgeliefert, weil sie eben zu meiner Person gehören?
Ein weitere Punkt ist es, dass ich dadurch, dass ich meine seelischen Schmerzen wortreich ausdrücke und immer wieder diese zum Thema mache, diese auch an mich binde. Ich sollte die Leiden annehmen, aber auch wieder gehen lassen. Nicht wie in den 90er Jahre eine Experte im Ausdrücken von Schmerz zu werden und mir nachdrücklich auch ein entsprechendes Vokabular anzueignen, sondern versuchen positiv zu bleiben. Um gute Laune zu ringen. Das Schöne, das Positive sehen und nicht den Blick auf meinem Leiden lassen. Versuchen Freude zu finden, auch in der dunkelsten Dunkelheit. Das ist die Kunst. Nicht zum klagenden Poeten und Experten Seelenschmerz zu werden, wie ich es bisher gemacht habe. Mit diesem Trick habe ich Menschen gesucht, die sich von meinen scheinbaren Qualen beeindrucken lassen und Interesse an solchen Zuständen haben - meist auch, weil sie sie selbst kennen.
Wird mir die Umkehr gelingen? Das Glas halb voll zu sehen und nicht weiter halb leer? Mich dem Licht zuzuwenden und nicht im schmerzvollen Klagen zu verharren. Ja, manches auch mit mir selbst auszumachen und nicht jedes psychisches Problem mit anderen besprechen zu müssen. Ist es wirklich so hilfreich immer auf ein offenes Ohr zu hoffen? Werden die Probleme dadurch weniger?
Sicher ich will weiterhin über meine Gefühle reden, weil es wichtig ist, sich über Gefühle auszutauschen, weil sie ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins sind und das Zusammenleben nur möglich ist, wenn Wissen darüber vorhanden ist, wie es dem Anderen geht. Nur so ist gegenseitiges Verständnis möglich. Aber man kann dies von einer negativen oder positiven Weltsicht aus tun und das ist das Entscheidende. Ich möchte gute Stimmung bringen und Mut machen und nicht die Traurigkeit der Welt mit meinen Klagen noch fördern. Mein Zweck der Existenz ist es, ein liebender Mensch zu werden und zu bleiben. Das geht aber nur, wenn man auch Liebe in die Welt bringt. Und was ist freudiger als jemand wirklich zu lieben. Lieben ist Freude. Und wer es schafft sich selbst und andere zu lieben, der spendet Trost und Hoffnung.
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ein kurzer Satz der alles auf den Punkt bringt. "Glaube, Hoffnung Liebe, aber die Liebe ist das Größte unter ihnen". Noch ein kurzer Satz, der die Prioritäten klärt.
Wenn ich es schaffe mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich Liebe im Herzen trage - für mich und für andere - dann gelingt mir die Umkehr. Dieser Text ist ein Schritt in diese Richtung.

Wäre Schreiben eine Lösung?

Ich habe jetzt genug von meinem Seelenschmerz und meinen Klagen. Ich will mich anstrengen, dass ich wieder Zuversicht gewinnen und optimistischer werde. Ich möchte den Kampf gegen die Depressionen aufnehmen und bis Februar 2018 den Teilnehmern des EX-IN-Kurses Mut machen können. Sicherlich kann ich nicht mit dem Willen plötzlich wieder froh werden, aber ich kann der Freudlosigkeit den Kampf ansagen und intensiv Wege suchen, damit es wieder aufwärts geht. Mein Recoveryweg soll nach oben zeigen und nicht nach unten verlaufen, wie es die letzten Monate der Fall war.
Der erste Schritt hin zu psychischer Ausgeglichenheit ist es, trotz dem Willen nach Besserung die schlechten Gefühle anzuerkennen. Vielleicht sogar eine Stück weit akzeptieren, dass ich tatsächlich psychisch krank bin. Bisher habe ich mich immer geweigert mit meinen psychischen Erkrankung mir selbst gegenüber zu argumentieren. Das Ergebnis war eine enormer Leistungswille und daraus folgend auch gewisse Erfolge, die ich errungen habe. Doch welchen Preis habe ich dafür gezahlt?
Ich bin abhängig von meiner Arbeit geworden. Es ist sicherlich nicht schlecht etwas zu tun, aber die Persönlichkeit sollte von innen heraus stabil sein und nicht in diesem Maße von Äußerlichkeiten abhängig sein. Ich brauche ständig eine berufliche Aufgabe, der ich nachgehen kann und wenn ich keine habe, dass versuche ich mit aller Gewalt mir selbst eine auszudenken. Ich sollte unbedingt wieder zu häuslichen Beschäftigungen kommen, die nichts mit Psychiatrie und Arbeit zu tun haben.
Wenn ich mich zurück erinnere, was mich in meinen schwersten Zeiten Mitte der 90er Jahre gestärkt hat, dann war das das Schreiben. Sei es in Restaurants mit meinem Oktavheftchen gedichtartige Texte zu verfassen oder zuhause am PC jeden Tag mindestens eine halbe Stunden irgendetwas zu schreiben, auch wenn ich nichts hatte, was ich gerade unbedingt los werden musste. Das tägliche Schreiben gab mir eine Identifikation, wie es heute vielleicht meine Arbeit ist. Obwohl ich von der Qualität her nichts besonderes schrieb und die Ergebnisse teilweise nur auf meiner Festplatte versteckt noch existieren, war der Prozess des Schreibens heilsam. Ich sah mich als eine Art Schriftsteller und das half mit ungemein.
Ist es nicht möglich hier wieder anzuknüpfen? Ich habe immer wieder mit der Idee gespielt eine Buch zu schreiben, aber dazu fehlt mir die Fantasie und das Durchhaltevermögen. Auch fachlich ist meine bisher längster Text 9 Seiten. Mehr bekomme ich nicht zusammen. Also bleibt mir nur weiter in kurzen Texte schriftlich zu reflektieren. Und vielleicht gelingt es mir auch mit meinen Themen von meiner Person wegzukommen und über allgemeinere Sachverhalte zu schreiben. Ich vermute aber, dass das Interesse an meinem eigenen Ego das ist, was mich am meisten beschäftigt. Mal sehen, welche Entwicklung das Ganze nimmt und ob mein Vorhaben wie so oft ein Strohfeuer ist. Auf jeden Fall habe ich mich jetzt im Moment gerettet und das ist ja schon was, oder?

Bin ich zu offen ...?

Habe gestern seit langem mal wieder einen Eintrag in meinem Tagebuch gemacht. Ich bin mir inzwischen unsicher, ob es gut ist, dass ich hier so freizügig über meine privaten Gedanken und Probleme schreibe. Wenn ich im Februar 2018 den EX-IN-Kurs leite, dann erwarten die TeilnehmerInnen wohl einen gefestigten Trainer und nicht jemand der immer wieder zweifelt und belastet ist. Ich möchte den TeilnehmerInnen ja Mut machen und Optimismus weitergeben. Und wie soll das gehen, wenn ich selbst so unsicher und oft auch negativ eingestellt bin. Wenn ich die letzten Einträge lese, so kommt mir das gerade wie eine einzige Klage vor. Ich möchte Recovery lehren und bin doch teilweise selbst noch so weit davon entfernt. Also, was soll ich tun? Kann ich bis Anfang 2018 wieder Zuversicht und innere Stärke gewinnen. Wie führt der Weg dorthin? Ich als EX-IN-Trainer sollte es ja wissen. Darüber aber mehr im nächsten Post.

Sonntag, 2. April 2017

Zeitvertreib?

Sonntagnachmittag
Keine besondere Freude
Aber auch kein Leiden
Nichtstun
Bisschen Whatsapp
Bisschen Musik hören
Bisschen PC

Zeit vergeudet?

Kein Highlight
Kein Kick
Aber auch kein Leiden

Versuch eines Gedichts
Doch ohne Schmerz kein Thema
Zeitvertreiblyrik

Welch Luxus!

Aus der lustlosen Rumhängerei
Eine Qualität machen

Die Frage ist was am Ende bleibt

Irgendwann werde ich innehalten
Und Fazit ziehen
Bereuen oder bejahen?
Zeitvertreibleben?

Doch dann könnte es zu spät sein

Samstag, 1. April 2017

Seelenschmerzen

Ich klebe fest
An schlechten Gewohnheiten
An schweren Stimmungen
Freudlosigkeit

Keine Kraft für neue Wege
Keine Neugierde mehr auf das Leben
Alles eine Last
Antriebslosigkeit

Gefangen in einer Sackgasse
Aus selbstgewählten Pflichten und Strukturen
Aus Gleichgültigkeit
Aus Sinnverlust
Kraftlosigkeit

Das Leiden bejammern
Andere belasten
Selbstmitleid pflegen
Gelähmt verharren
Verantwortungslos
Hilflos

Freudlose Zeiten

Würde gerne gerade jemand mein Leid klagen. Ist vielleicht besser so, dass gerade niemand da ist.
Mir geht's es schon seit Wochen nicht mehr gut. Mir ist immer so schwer und da ist kaum noch Freude in meinem Leben. Richtig ausgelassen fröhlich war ich schon lange nicht mehr. Ich habe oft zu nichts Lust und wenn ich über mich nachdenke, bin ich sehr unzufrieden mit mir. Ich überlasse im Haushalt viel zu viel für Karin. Pflege mich nicht mehr richtig und liege viel im Bett. Ich treibe so durch mein Leben ohne meine vielen Möglichkeiten nutzen zu können. Und dann bemühe ich immer wieder den Recoverygedanken und bin doch selbst so hilflos meinen Stimmungen und schlechten Gewohnheiten gegenüber. Vielleicht sollte ich hier mehr schreiben, um so Klarheit zu bekommen. Schreiben strukturiert, ordnet und entlastet. Wie soll ich anderen Menschen eine Stütze sein, wenn ich selbst so freudlos und so instabil bin.
Heute sind Karin und ich auf einen Geburtstag des Mannes von Karins Freundin eingeladen. Mir graut wieder vor den vielen fremden Menschen und meiner Sprachlosigkeit. Aber Karin legt großen Wert darauf, dass ich mitgehe, also tue ich mir das eben an - Karin zuliebe. Aber ich weiß jetzt schon, welch unangenehme Stunden da auf mich zukommen.
Shit, mir geht's schlecht.

Samstag, 25. März 2017

Neuorientierung

Wieder nur ein Strohfeuer oder schaffe ich es wirklich grundsätzlich in meinem Leben etwas zu verändern?

Meine Ziele:

1. Karin unterstützen
2. Arbeit reduzieren (außer EX-IN)
3. Zu mir selbst finden
4. Tiefe Beziehungen leben

zu 1.
- mehr im Haushalt machen
- aufmerksamer werden
- mehr auf mich selbst achten

zu 2.
Aktuelle Aktivitäten:
1. NetzG 🙁
2. AG Partizipation 🙁
3. Auftritte ☺️
4. LVGPBW 😑
5. SmK 😑
6. Leuchtturmprojekt ☺️
7. Androidkurs 😑
8. IPE 🙁
9. SHG PE EM ☺️
10. LPT 😑
11. EX-IN SB ☺️
12. EX-IN BW ☺️
13. EX-IN Forum LPT ☺️
14. Regio AG Peerarbeit 😑
15. PeerCom 🙁
16. AG SsG 😑

zu 3.
- Neues unternehmen (Kultur, Spaziergänge, Menschen treffen)
- Beschäftigungen zuhause finden
- den Weg nach Innen gehen
- Spiritualität leben

zu 4.
- Beziehungen pflegen
- anderen wohlwollend begegnen
- hilfsbereit und unterstützend sein
- andere sein lassen

Wendepunkt

Neuorientierung:

1. Karin unterstützen
2. Arbeit reduzieren (außer EX-IN)
3. Zu mir selbst finden

Sonntag, 12. März 2017

Pendler zwischen den Weltsichten

Bin wieder auf dem Boden. Zurück von meinem Esoterik Trip. Ich denke, ich muss mich damit abfinden, dass ich mich immer zwischen den Polen Sichtbares/Beweisbares und Magisches/Unbeweisbares aufhalten werde. Ich bin nicht stabil und abgehoben genug auf Dauer an Geister und Dämonen zu glauben, aber andererseits habe ich eine Neigung dazu. Als Pendler zwischen Weltsichten komme ich meinem Wesen am nächsten, auch wenn es oft unbefriedigend ist.

Dienstag, 28. Februar 2017

Psychiatriepolitik ade?

Wieder eine lange Nacht
Gedanken kreisen wieder
Zwischen Dämonen und Wissenschaft
Tränen fließen bei Nightwish
Stuttgart abgesagt
Trotz Pflichtgefühl
Trotz Verena
Musik bringt mich zurück in meine Mitte
Zeit für Auszeit
Zeit für Neues
Rückzug in die Innerlichkeit
Hin zur Begegnung, zur Beziehung
Psychiatriepolitik ade?

Text an Karin B.: Zweifel

Liebe Karin B.,

bei mir hat sich in den letzten Wochen viel getan. Durch mehrere Erlebnisse bin ich gerade dabei mich auf Esoterik/Spiritualität einzulassen. Und ziemlich genau, als ich mich dafür entschieden hatte, bekam ich zuerst sehr schöne Stimmungszustände und seit gestern habe ich es mit Depressionen zu tun.

Wehren sich jetzt die bösen Mächte oder bin ich nur in einer psychischen Krise und muss aufpassen, dass ich nicht psychotisch werde - oder beides?

Ich habe heute Nacht kaum geschlafen und habe meinen Termin morgen (heute) in Stuttgart abgesagt - was mir angesichts meines Pflichtgefühls schwer gefallen ist. Ich spüre so eine Müdigkeit und Ausgebranntheit, was mein psychiatriepolitisches Engagement betrifft - ausgenommen EX-IN.

Ich bin gewarnt worden, dass die Esoterik ein gefährliches Terrain ist für den Geist. Soll ich das wagen, oder nicht? Zuerst hatte ich eine große Erleichterung als ich mich für den "Pfad des Geistes" entschlossen hatte, aber nun bekomne ich Zweifel.

Montag, 27. Februar 2017

Gestürzter Luzifer, besiegter Widersacher oder verfluchter Rebell?

Liebe in die Welt schicken. Kann ich das? Das geht nur, wenn ich das Leid der Menschen wirklich spüre. Ich fühle aber eine deutliche innere Unbeteiligtheit in mir. Gewiss, ich habe mir Empathie antrainiert, aber nur, um diese vorzuspielen. In vielen Jahren habe ich zwar dazugelernt und fühle mehr, aber immer noch nicht so viel wie es meiner Ansicht nach sein sollt. Manchmal denke ich, es ist ein unerreichbares Ziel ein empathischer Mensch zu werden und ich sollte mich eigentlich so akzeptieren, wie ich bin. Ich tue ja nicht wirklich schlechtes. Ich lüge und betrüge nicht und bin auch nicht gewalttätig. Also, weshalb kann ich mich nicht als ausreichend mitfühlend anerkennen. Ich nehme einfach einen Mangel war; dass mir etwas fehlt, was ich gerne hätte. Ist es an der Zeit einzusehen, dass meine Wunsch nach Empathie nicht erfüllt werden kann. Dass Empathie ein Geschenk Gottes ist, dass er jemand in die Wiege legt und damit die Weichen für das gesamte Leben stellt. Die große Frage: Ist Empathie lernbar? Ist Empathie für einen Menschen wie mich erlernbar? Egal ich werde dran bleiben. Allein mein Streben nach Empathie hält mich wach für meine Problematik des mangelnden Mitgefühls. Und wenn ich mich anstrenge dieses zu vermitteln, auch wenn es keine Basis in meinem Herzen hat, ist ja ehrenwert - oder?

Ich bin mir immer sicherer, dass ich in früher Zeit ein mächtiges Böses Wesen war. Entweder war ich Luzifer selbst oder ein starker dämonischer Widersacher Luzifers, der den Machtkampf gegen ihn verlor und nun verdammt nach gutem Karma streben muss. Oder aber ich war ein wichtiger Untertan Luzifers, der in Ungnade gefallen ist, weil er Luzifers Befehle nicht erfolgreich ausgeführt hat und/oder sich widersetzt hat. Letzteres würde mir persönlich am besten gefallen.. Das würde bedeuten, dass ich aus eigener Entscheidung mich vom Bösen abgewandt habe.

Wie bekomme ich heraus,welche der drei Annahmen die richtige ist? Nochmal zusammengefasst. Ich war vor langer Zeit...
  1. ... Luzifer selbst, der von einem anderen Dämon gestürzt wurde und nun verflucht in meiner Gestalt vergeblich gutes Karma sammeln muss. (Luzifer)
  2. ... ein mächtiger dämonischer Widersacher Luzifers, der den Machtkampf gegen Luzifer verloren hat und nun verflucht vergebens gutes Karma sammeln muss. (Widersacher)
  3. ... Luzifers stärkster Dämon, der dessen Befehlen nicht mehr gefolgt war und sich vielleicht sogar entschieden hat, sich vom Bösen zu distanzieren. Er ist nun von Gott unterstützt auf dem Pfad des Geistes und auf einem langen Weg hin zu einem Lichtwesen. (Rebell)
Also gestürzter Luzifer, besiegter Widersacher oder verfluchter Rebell?

Ich bin gespannt, ob meine spirituelles Erwachen jetzt ein lebenslanger Weg ist oder nur eine Phase, die bald wieder enden wird. Egal, ich werde mich bemühen Liebe in die Welt zu bringen und meinen Weg zur Vervollkommnung weiter gehen. Ich möchte eine guter Geist werden, denn der Zweck meiner Existenz ist es ein liebender Mensch zu werden und das dann auch zu bleiben.

Arkus

Sonntag, 26. Februar 2017

Meine Selbststärkungssätze

Gottes Liebe wirkt durch mich.
Gott ist auch im Leiden bei mir.

Nachrangigkeit des Egos

Was bedeutet es, dass ich jetzt ganz bewusst den Pfad des guten Geistes gehe?

Es bedeutet vor allem, dass ich mich von meinem Ego löse. Der Mittelpunkt meiner Bemühungen muss in Zukunft meine Mitmenschen sein. Mein Ziel muss es sein, dass es den Menschen gut geht, dass Liebe in der Welt ist und nicht mein Wohlergehen. Meine Gedanken sollten um meine Nächsten, meine Freunde und Bekannte kreisen und nicht nur um mich.

Meine Gebete sollen nicht Ausdruck meiner Sorge um mich sein, sondern Fürbitte für die Menschen, um mich herum.

Leider bin ich noch nicht so weit, um mich um die ganze Schöpfung einzusetzen. Vielleicht werde ich es nie sein und ich muss mich damit abfinden nur ein Förderer und Beschützer der Menschen zu sein.

Ich muss mir ein Mantra suchen, dass dieses Streben nach Nächstenliebe ausdrückt.

Euer Arkus

Unschuld verloren

Macht es Sinn zu fragen, wie weit ich auf meinem Pfad des Geistes bin? Meine Wahnvorstellung 1984 der Teufel zu sein, war traumatisch.

Zur Erklärung: ich dachte damals, die Seinsenergie wäre fast vollständig verbraucht. Die Wesen der Geistwelt leben von dieser Energie. Während dieser Vorstellung war ich Patient der geschlossenen Station in Winnenden. Ich dachte, ich sei der Teufel und für alles Böse in der Welt verantwortlich - und mir ging es sehr schlecht mit diesem Glauben. Nun hatte sich das Gute vorgenommen, das Böse, also mich, so lange zu pflegen, bis das Gute selbst aus Mangel an Seinsenergie sich auflösen müsse. Ich sah in den Ärzten und im Pflegepersonal die Vertreter des Guten. Das würde bedeuten, dass ich nach dem Tod des Guten bis zu meinem Ende mit meiner Bösartigkeit alleine wäre - unendliche Einsamkeit. Ich litt unsäglich.

Heute Nacht hatte ich einen Traum, dass ich wirklich in der Geistwelt Luzifer sei bzw. gewesen sei.

Ich bin total verunsichert.

Ich weiß, ich bin auf dem Weg hin zur Liebe. Aber ich war schon ein mächtiges, böses Wesen, das irgendwann umgekehrt ist. Nun hat ein anderes Wesen meinen Platz als Luzifer eingenommen - vielleicht hatte es mich auch gestürzt. Oder ich war ein mächtiger Dämon, der von Luzifer verstoßen wurde. Auf jeden Fall war ich mit meinen Energien schon sehr weit oben gewesen in den Hierarchien des Bösen, auch wenn ich in diesem Leben noch nicht wirklich böse Taten vollbracht habe. Ich habe viel schlechtes Karma abzuarbeiten. Deswegen auch meine Psychose? Der Gang durch die tiefen Horrorwelten des menschlichen Geistes.

Ich bleibe auf dem Pfad des guten Geistes, aber ich habe meine Unschuld verloren.

Euer Arkus

Weniger Ego, mehr Liebe im Tun

Ich will mir immer wieder klar werden, dass der eigentliche Grund für mein Engagement die Liebe ist bzw. sein sollte. Die Liebe zu den Menschen und im Speziellen zu meinen Freunden, den Psychiatrieerfahrenen. Meine Reife genügt noch nicht, die Liebe zu der Schöpfung und allem Leben zu erfüllen. Zu stark ist noch mein Ego und meine Blockade. Ich muss sehr aufpassen, dass nicht mein ganzes Tun von Selbstverwirklichung und der Suche nach Anerkennung bestimmt wird. Liebe in die Welt zu bringen und Andere zu unterstützen ist mein Ziel. Nicht ich, sondern der Geist Gottes wirkt in mir und durch mich.

Samstag, 25. Februar 2017

Mein Name ist Arkus

Wie kann ich den neu entdeckten Pfad des Geistes gehen? Wie kann ich meine geistigen Kräfte schulen? Wie kann ich die neue Welt kennen lernen? Ich möchte mir eine eigene Philosophie dazu entwickeln. Ich möchte mich aufmachen, die Dämonen zu bekämpfen. Ich habe mir den spirituellen Namen Arkus gegeben. Der Name erschien einfach so in meinem Kopf.

Ich will euch, meine Leser, direkt ansprechen. Was haltet ihr von meiner Entwicklung? Macht ihr euch Sorgen um mich? Haltet ihr mich für psychotisch? Oder wollt ihr meinen Weg mitgehen?

Ihr werdet wieder von mir hören.

Euer Arkus

Dienstag, 21. Februar 2017

Teil von etwas Großen

Ich bin ein Teil von etwas ganz Großen. Ich spüre es ab und zu ganz deutlich - ein wohliger Schauer durchströmt mich dann und ich weiß, dass ich dann im Kontakt bin. Ich weiß nicht genau, was es von mir will, aber ich weiß, dass ich da sein muss, wenn ich gebraucht werde, um mich für das Gute einzusetzen. In einem Kampf, der nicht mit Waffen geführt wird, sondern mit der Energie des Geistes. Vielleicht bin ich jetzt schon ein Teil davon mit meiner transzendenten Kapazität. Mit der Stärke meiner Gedanken und der Kraft meines Willens dem Bösen nicht die Herrschaft zu überlassen. Menschlichkeit, Mitgefühl, Rücksichtsnahme und Liebe sind die Werte, die wir verteidigen müssen. Gedanken der Liebe in den Äther senden, damit sie sich mit Millionen anderen ähnlichen Gedanken verbinden und in der Welt wirken. Ich glaube daran, dass der menschliche Geist Zugang hat, den wir zwar nicht verstehen können, aber der trotzdem wunderbar wirkt. Wie nannte ich es früher? Energie 2. Ordnung.

Bin ich alleine mit dieser Vorstellung oder gibt es Menschen, die ähnlich wie ich denken?