Dienstag, 30. Januar 2018

Große Gefühle

Wo spielt sich das Leben ab? Woher kommen die großen Gefühle, die wir manchmal haben dürfen - das Leiden, das Glück? Können nur Menschen, die ein großes Leben leben, wirklich große Gefühle erleben? Können nur Menschen, die die Welt sahen, die alle Spielarten der Liebe genossen, die beruflichen Erfolg ernteten, die Kinder großzogen, die höchsten Höhen und Tiefen erreichen? Muss sich der alternde Mensch mit Durchschnittserleben abfinden?

Was meinst du?

Sind diejenigen, die jagen müssen nach dem Kick, die nie zufrieden sind, mit dem Mittelmaß, zu bedauern oder diejenigen, die im Alltagsgrau ihren Weg gefunden haben?

Erwartest du jetzt eine Antwort von mir?

Mich würde deine interessieren.

Montag, 22. Januar 2018

Nicht-Wollen oder Nicht-Können

Ich glaube zu entscheiden, ob ich nicht will oder ob ich nicht kann, ist für jeden selbstkritischen Psychiatrie-Erfahrenen ein Thema. Ich selbst bin an dieser Frage schon beinahe verzweifelt.
Es gab Zeiten, da verbrachte ich mein Leben im Wesentlichen vor mich hindämmernd auf dem Sofa, nur unterbrochen von Besuchen der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Dienstes Cannstatt. Mir war es unsäglich schwer, ich redete kaum noch und kannte keine Freude mehr. Von jedem höheren Ort spielte ich mit dem Gedanken herunter zu springen. Ich war verzweifelt und jeder Handgriff war eine große Überwindung für mich. Da beschäftigte mich auch intensiv das Rätsel von Nicht-Wollen und Nicht-Können, das ich nicht lösen konnte. Ich fühlte mich minderwertig, weil ich kaum noch aktiv war. Das ging ca. 3-4 Jahre so mit kleinen Schwankungen.
Erst Ende der 90er ging es mir langsam besser und ich fand die Selbsthilfearbeit für mich. Sie sollte meine Rettung sein und stabilisiert mich bis heute. Mein Selbstwertgefühl und meine Stimmung ist in hohem Maße davon abhängig.
Aber immer noch gibt es viele Bereiche in denen ich passiv bin und das gerade in den alltagspraktischen Dingen.
Also auch heute stecke ich noch in dem Dilemma von Nicht-Wollen und Nicht-Können. Allerdings verdränge ich diese Frage immer wieder und sie belastet mich nicht mehr so.

Übrigens ist dieses Thema nicht nur für Psychiatrie-Erfahrene relevant. Bei ihnen wird es nur aufgrund der häufigen Einschränkungen deutlicher, als bei anderen Menschen. Jeder Mensch, der aktiv sein möchte, wird wohl mit diesem Zwiespalt konfrontiert werden, denn jeder Mensch kennt Vorhaben, die er nicht bewältigen kann bzw. will. Und sobald er über die Gründe reflektiert, gelangt er zu Nicht-Wollen oder Nicht-Können.

Freitag, 12. Januar 2018

Im Kaffeehaus - nicht wichtig

Sitze gerade im Kaffeehaus, dem Patientencafe des Zentrums für Psychiatrie Emmendingen, und schreibe an einem öffentlichen PC (1,50 € pro 60 Minuten). Das ist das erste Mal für mich, dass ich auf einem allgemein zugänglichen Gerät schreibe.


Um 13:30 Uhr trifft sich in Freiburg das Projektteam von EX-IN Südbaden. Freue mich darauf, meine ProjektkollegInnen mal wieder zu sehen. Da gibt es unsererseits viel zu berichten. Leider gibt es im Prinzip nur einen Tagesordnungspunkt bei dem die Mitarbeit der KollegInnen notwendig werden könnte. Das andere sind eher unidirektionale Informationen. Aber es ist spannend, dass zum ersten Mal konkret über die Konzeption der beiden Erweiterungsmodule gesprochen wird. Es ist an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen und erste Ideen zu sammeln.


Ich selbst muss jetzt für das 1. Modul lernen und mir Christels Programm genauer ansehen. Ich hoffe, ich kann mir ein paar Einzelheiten merken, damit ich während des Moduls nicht ständig auf den Blättern nachschauen muss.


Um 17 Uhr bin ich dann heute bei unserer Selbsthilfegruppe in Emmendingen. Darauf freue ich mich. Die Selbsthilfegruppe ist ein sehr wichtiger Bestandteil meines Beziehungslebens geworden. Ich sehe wenige Menschen regelmäßiger, als die Mitglieder unserer Selbsthilfegruppe. Da entstehen automatisch  Beziehungen, auch wenn diese nur selten ins Privatleben übergehen, das heißt, dass man sich mal zu zweit zu einem Kaffee trifft, oder so. Aber solange ich meine Erwartungen nicht zu hoch ansetze, solange werden ich auch nicht wirklich enttäuscht. Und ehrlich gesagt, habe ich gar nicht die Zeit im realen Leben so viele Freundschaften zu pflegen. Das ist anders mit WhatsApp, da kann man jederzeit Kontakt aufnehmen und hat nicht den Aufwand irgendwohin zu fahren, um den anderen zu treffen. Die Qualität eines Realtreffens ist unbestritten allerdings höher, auch wenn ein WhatsApp-Chat durchaus auch seine Berechtigung hat. Unter SeelenChat findet ihr dazu mehr Überlegungen von mir.


So, solangsam ist meine Guthaben aufgebraucht und ich muss mich auf den Weg nach Freiburg machen. Hat Spass gemacht in dieser Umgebung zu schreiben. Ein ganz neues IT-Gefühl. Werde ich bald mal wiederholen, auch wenn dieses Vergnügen nicht ganz billig ist.


Lasst es euch gut gehen und ich hoffe, ich habe euch mit meinen unstrukturierten Schreibereien nicht gelangweilt.


Tschüssi, bis bald
Euer Rainer

Mittwoch, 10. Januar 2018

Gott und der freie Wille. Fragen über Fragen.

Ich mache immer noch an der Sache rum inwiefern man oder frau sich etwas vorschreiben lassen soll. Für Nichtgläubgige sind das die Gesetze und Normen der Gesellschaft. Wer die verletzt wird eventuell bestraft. Für die Zeugen Jehovas sind das die Gebote Gottes, die sie der Bibel ihrer Meinung nach eindeutig entnehmen. Nehmen wir mal an, ich entscheide mich dafür, dass mein Glaube höher steht, als die Gesetze der Gesellschaft. Woher beziehe ich meine Gebote? Nur aufgrund meiner eigenen Autorität? Gott hat ja was vor mit mir. Wie setzt er seinen Willen durch? Lässt er mich einfach machen? Führt er mich in irgendeiner Weise? Er kann mich ja nicht führen, wenn ich über jedes seiner Angebote frei entscheide. Oder ist mein Gottesbild einfach zu naiv? Aber ich glaube schon, dass es da ein Wesen oder eine Energie gibt mit einer Art Wille und Wirkung.

Für mich ist Führung durch Gott und freier Wille ein logischer Widerspruch, der sich nur durch das Gefühl bzw. den Glauben auflösen lässt. Ein gläubiger Mensch fühlt sich durch Gott geführt und trotzdem frei. Das ist das Geheimnis der Liebe zwischen Gott und Mensch.

Eine andere Idee ist, dass zwischen Gott und Mensch keine Hierarchie besteht. Wie sieht es dann mit Führung aus, wenn beide auf gleicher Augenhöhe sind? Ändert Gott sein Wirken, wenn der Mensch anderer Meinung ist? Gebote und Werte wären dann ein Verhandeln. Eine interessante Vorstellung.

Was meint ihr dazu?

Mittwoch, 3. Januar 2018

Ich suche Jesus, weil ich Liebe lernen will

Es ist ein schwerer Weg zu Jesus

Ist die Bibel ein historisches Buch
Oder das Wort Gottes?
Ist Jesus ein Mythos
Oder Gottes Sohn?
Gibt es den Weg zu Gott nur über Jesus
Oder gibt es viele Wege dorthin?
Ist das heutige Christentum eine Schöpfung der Kirche?
Wirkt auf der Erde Gottes Willen
Oder sind wir Menschen selbst verantwortlich?

Jesus ist mir wichtig
Er lehrt mich durch die Bibel
Hoffnung, Glaube, Liebe
Unabhängig von theologischen Fragen und Antworten
Er ist mein Freund und Unterstützer
Er gibt mir Halt
Wenn ich schwanke
Wenn ich leide
Er spricht mit mir
Wenn er es für richtig hält
Ich trage Jesus inzwischen im Herzen
Und ich freue mich darüber
Ich fühle seine Botschaft
Auch wenn mein Verstand viele Fragen nicht beantworten kann
Ich suche Jesus
Weil ich lieben lernen will
Ich vertraue ihm




Der tägliche Kampf

Es ist ein Kampf. Sicher, er war schon schlimmer. Verurteilt dem Wohlbefinden hinterher zu jagen. Sicher, Ablenkung hilft. Ein gutes Gespräc...