Donnerstag, 5. Dezember 2019

10 Gründe für mich für ein Recoverycollege in Freiburg

10 GRÜNDE WARUM ICH MIR EIN RECOVERYCOLLEGE FÜR FREIBURG WÜNSCHE:

Ich wünsche mir ein Recoverycollege in Freiburg aus folgenden Gründen:

1. Die Würdigung des Erfahrungswissens von Psychiatrieerfahrenen ist ein zentrales Anliegen. 

2. Es steht das Thema Genesung von einer seelischen Erschütterung im Mittelpunkt. 

3. Es wird ein freier und kreativer Lern- und Wachstumsraum geschaffen, mit möglichst wenigen institutionellen Zwängen. Es reizt mich neue Formen von Lernen und neuartige Kursangebote kennen zu lernen. 

4. Das College hat einen posttrialogischen Ansatz, das heißt die Rollenstarrheit von Psychiatrieerfahrenen, Angehörigen und Profis wird aufgehoben. Man begegnet sich als kompletter Mensch mit allen Rollen, die gegeben sind und mit denen, die hinzukommen. Die Distanz zwischen "Ihr" und "Wir" wird minimiert. 

5. Die Angebote richten sich an die gesamte Bevölkerung und haben deshalb auch einen starken inklusiven Charakter. 

6. Punkt 4. und 5. könnten von besonderen Bedeutung für meine eigene, persönliche Weiterentwicklung sein, da ich hier u. a. einen kleinschrittigen und machbaren Weg heraus aus meiner Psychiatrieblase sehe und vielleicht eine späte Verwirklichung von Inklusion für mich möglich wird. 

7. Mein bereits schon länger bestehender Wunsch Recovery als Haltung und Weg zur seelischen Genesung und Weiterentwicklung weiterzugeben, findet hier eine für mich überzeugende, konkrete und attraktive Möglichkeit dies zu verwirklichen. 

8. Das College verfolgt das Prinzip der Koproduktion, das heißt egal ob Angehöriger, Profi, Psychiatrieerfahrener oder sonstige Gruppenzugehörigkeit, es wird ein Ausgleich von Macht- und Verantwortungsniveaus angestrebt damit gleichberechtigt und auf Augenhöhe gemeinsam das College aufgebaut und geführt werden kann. 

9. Recovery könnte die alles übergreifende und zugleich verbindende Klammer aller meiner Psychiatrie-Selbsthilfe-Aktivitäten werden. 

10. Ich habe wieder das Gefühl für eine Idee wirklich neu zu brennen und dass ich wieder die Erfahrung machen darf Pioniersarbeit zu leisten. 


Das sind die ersten Vorstellungen zu "meinem" Recoverycollege angeregt durch das Gütersloher Recoverycollege. Der nächste Schritt wird sein, Menschen zu finden, die dieses Vorhaben mit Entschlossenheit und genügend Ressourcen gemeinsam angehen und zusammen in Diskussionen und Auseinandersetzungen unser ganz eigenes, individuell gestaltetes Recoverycollege realisieren. Denn kein Recoverycollege ist wie das andere. 

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